Auf den Sas de Crosta

Gipfeltour mit teilweise steilem Anstieg, im Hochsommer der südseitigen Exposition wegen recht schweißtreibend. Viel Natur, normalerweise nur wenig menschliche Gesellschaft – ein Geheimtipp? (Autor: Eugen E. Hüsler)
11 km
850 m
5.00 h
Bergwärts!
Die Gipfelrunde beginnt auf einem Sträßchen und führt oberhalb der Höfe von Côz erst einmal mit gelegentlichen Ausblicken auf das mächtige Kreuzkofelmassiv (Zehner, 3026 m) taleinwärts. An der Verzweigung hinter Côz folgt man dem links abgehenden, breiten, aber auch sehr steilen Güterweg. Er führt in einen Graben, dann in ihm aufwärts und – vorbei an mehreren von Wind und Wetter dunkel gebräunten Heuhütten – zu den schönen Bergwiesen von Ciavaza. Bei einer Wiesenkuppe (1967 m), die einen besonders schönen Blick auf das Tal und seine Bergkulisse gewährt, verlässt man die Sandpiste nach rechts (Wegweiser) und steigt, von rot-weißen Markierungen geleitet, in lichtem Wald weiter bergan zu einem allein stehenden Heuschober (ca. 2020 m; 1.45 Std.). Hier mündet links ein Zustieg vom Ju de Rit. Der Gipfelweg wendet sich nach rechts, quert eine steinige Rinne und steigt dann in kurzem Zickzack an einem wenig ausgeprägten Geländesporn auf zur Kammhöhe (Munt dles Bisces, 2296 m). Packend der Blick über das tief eingeschnittene Rautal und die Berge über der Sennesalm.
100 Höhenmeter fehlen noch zum Gipfel oder besser: zu den Gipfeln. Das Kreuz steht nämlich nicht am höchsten Punkt, sondern auf dem etwas niedrigeren, dem Wengental zugewandten Nebengipfel (2384 m). Die markierte Spur steigt über einen grasigen Rücken an; man quert kurz absteigend eine Rinne und hat dann links das Kreuz und direkt vor sich den Sas de Crosta (2396 m; 2.45 Std.). Vom Hauptgipfel bietet sich ein schöner Tiefblick auf St.Vigil; in der Nordflanke des Berges stehen die Dodesc Apostui (Zwölf Apostel), eine Gruppe bizarrer Felszacken.
Zum Crusc de Rit.
Vom Gipfel geht’s zunächst auf dem Anstiegsweg zurück bis zu der erwähnten Heuhütte (ca. 2020 m). Man hält sich rechts und folgt dem Weg, der knapp 500 Meter weiter in das bereits vom Aufstieg bekannte Sandsträßchen mündet. Es läuft flach hinaus zu dem breiten Wald- und Wiesenrücken westlich unter dem Sas de Crosta (schöne Rastplätze!). Hier empfiehlt sich der kleine Abstecher zum Ridkreuz (Crusc de Rit, 2021 m), einem hübschen »Guck-ins-Land« hoch über Wengen (10 Min. hin und zurück). Genau im Westen, jenseits des Gadertals, erhebt sich der massige Peitlerkofel (2875 m); rechts neben dem Heiligkreuzkofel guckt die Marmolada herüber.
Abstieg.
Der Fahrweg senkt sich im Wald gegen das Ju de Rit (Ridjoch, 1863 m), den uralten Übergang von St. Vigil nach Wengen mit einem idyllischen Moorweiher. Den Markierungen Nr. 13/15 folgend, steigt man – abwechslungsweise auf Forstpisten und Fußwegen – hinunter zur Asphaltstraße, an der ein Stück weiter taleinwärts der schöne Wandertag seinen Anfang nahm (5.30 Std.).

Parkplatz – Sas de Crosta 2.45 Std., über Ju de Rit zum Parkplatz 2.45 Std. Insgesamt 5.30 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied850 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortWengen (1348m), hübsch gelegenes Dorf über dem unteren Gadertal. Busverbindung mit Bruneck
AusgangspunktParkplatz (ca. 1590m) an der Straße zu den Höfen von Côz, 3,5km von der Dorfmitte in Wengen
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterZu den großen Tourenzielen der Dolomiten, jenen, die auf Gipfel-Wunschlisten stets ganz oben stehen, gehört der Sas de Crosta (Paresberg, 2396m) bestimmt nicht: Er ist weder besonders hoch noch von markantem Profil, zeigt viel Grün, aber nur wenig Felsen in seinen Flanken. Der Sas de Crosta beweist aber, dass es auch in den Dolomiten viele lohnende und dabei keineswegs überlaufene Berge gibt. Von seinem Gipfel genießt man ein stimmungsvolles Panorama, das weit über die Pragser Dolomiten hinaus reicht; links und rechts vom Weg stehen die bunten kleinen Sehenswürdigkeiten (Blumen!), besonders üppig im Frühsommer. Eine bewirtschaftete Hütte gibt es auf dieser Runde nicht, dafür aber auch weder Seilbahnen noch Pistenschneisen im Wald. Wenn da nicht die Forst- und Almstraßen wären, könnte man fast glauben, die Zeit wäre stehen geblieben im Wengental, ganz anders als im Hochabtei, wo immer mehr Lifte surren und der Schnee auch aus Kanonen kommt.
Hinweise
Parkplatz – Sas de Crosta 2.45 Std., über Ju de Rit zum Parkplatz 2.45 Std. Insgesamt 5.30 Std.
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 07 »Alta Badia–Marmolada–Arabba«
VerkehrsanbindungNach Wengen kommt man vom Pustertal über die gut ausgebaute Gadertalstraße (zahlreiche Tunnels), Abzweigung in Pederoa, dann noch 3 km bis zu den Höfen
GastronomieKeine Einkehr unterwegs
Tourismusbüro
Tourismusverband Alta Badia, Col-Alt-Str. 36, I-39033 Corvara, Tel. +39/0471/83 61 76, Fax 83 65 40, info@altabadia.org, www.altabadia.org

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