Auf den Säuling

Leichte Bergtour auf einen grandiosen Aussichtsberg – und Hexentanzplatz? Oberhalb des Säulinghauses Trittsicherheit erforderlich, Eisenketten erleichtern jedoch den Anstieg (Autor: Michael Pröttel)
8 km
1130 m
5.00 h
Vom Parkplatz geht man an der Schranke vorbei und
ein Stück auf einem Asphaltweg bergan. Bald zweigt nach rechts
ein Fußweg ab, dermit demWegweiser zumSäulinghaus unübersehbar
markiert ist. Zuerst noch flach, dann zunehmend steiler
geht es weiter imWald bergauf.
Nach einiger Zeit stößt man auf eine Forststraße, der man nach
rechts etwa 100 Meter folgt, bis man, diesmal nach links, in einen
Fußweg abbiegen muss. Bei der nächsten Querung eines Fahrweges
führt der Weg kurz nach rechts und gleich wieder halblinks
bergauf. Kurz darauf folgt man an einer Gabelung dem schmalerenWeg
nach links Richtung Säulinghaus. Das Gelände wird bald
flacher, derWeg stößtwieder auf den Fahrweg, denman aberwieder
ohne Orientierungsschwierigkeiten abkürzen kann. Zuletzt
geht es immer steiler ansteigend zum schön gelegenen Säulinghaus
hinauf. Vor dessen
Nebenhütte weisen Hinweisschilder
nach rechts
zum weiteren Anstieg
zum Säuling. Der Weg
führt zuerst schräg über
das Geröllfeld. Das Gelände
wird steiler und
felsiger und man muss
ab und zu die Hände zu
Hilfe nehmen. Alle
schwierigeren Stellen
sind mit Ketten gesichert.
Man erreicht einen schönen Sattel, von wo man bereits eine unglaubliche Aussicht
auf das Alpenvorland hat, und wendet sich nach rechts. Zuerst
auf deutlichen Serpentinen, dann in abermals felsigem Gelände
führen rote Markierungen bis auf den 2047Meter hohen Gipfel,
den man nach etwa drei Stunden Gehzeit erreicht hat. Die Aussicht
auf die direkt unterhalb gelegenen Königsschlösser und den
Forggensee im Norden sowie auf das Gipfelmeer der Allgäuer
und Lechtaler Alpen im Südwesten ist so himmlisch grandios,
dass man sich nicht erklären kann, wie dieser wunderbare Ort
einst als Hexentanzplatz verschrien sein konnte. Immer wieder
sollen bedauernswerte Bauernburschen von den Hexen verschleppt
worden sein. Der Sage nach riss der Teufel außerdem
höchstpersönlich einen Felsen des Säuling ab und schmiss ihn in
Richtung Roßhaupten. Doch als das Sechs-Uhr-Läuten zu hören
war, fiel der Stein senkrecht zu Boden und blieb direkt vor dem
Dorf liegen. Eine wirklich sportliche Leistung des Höllenfürsten,
wenn man bedenkt, dass Roßhaupten 13Kilometer Luftlinie vom
Säuling entfernt ist! Der Fels, auf dem ein Kreuz aufgestellt
wurde, kann bis heute besichtigt werden.
Zurück nach Pflach geht es auf demselben Weg, wobei man um
die Einkehr am Säulinghaus natürlich nicht vorbei kommt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied1130 m
Dauer5.00 h
StartortPflach (850m)
Ausgangspunkt Pflach (850m), Wanderparkplatz nordwestlich des Ortes
Endpunkt Pflach (850m), Wanderparkplatz nordwestlich des Ortes
TourencharakterAls markante Felsbastion begrenzt der südlich von Füssen aufragende
Säuling den Pfaffenwinkel zum angrenzenden Talkessel
von Reutte. Man kann diesen Aussichtsgipfel zwar auch von
Norden her besteigen. Der hier beschriebene Weg von der
österreichischen Seite her hat aber einen entscheidenden Vorteil:
Er stellt die leichteste Anstiegsmöglichkeit dar.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungMit dem Auto über die A7 bzw. B17 nach Füssen und weiter Richtung Reutte, noch vor der Lechbrücke nach links und über Unterpinswang und Oberpinswang nach Pflach; wenige hundert Meter hinter dem Ort dem Schild Säulinghaus nach links folgend über die Gleise, und etwas später über die Schnellstraße; hier wiederum nach rechts zum Säulinghaus-Parkplatz. Mit der Bahn vom Allgäu aus mit Umsteigen in Kempten und von München mit Umsteigen in Garmisch mit der Außerfernbahn zur Haltestelle Pflach, von hier zu Fuß in knapp 30 Minuten zum Ausgangspunkt
GastronomieSäulinghaus (1720m), geöffnet April–Nov, www.saeulinghaus.at