Auf den Kohlbornstein

Rundwanderung im Wald, zwischen Reinhardtsdorf und Kleingießhübel vorwiegend auf Asphaltwegen; schöner Ausblick vom Kohlbornstein (Autor: Tassilo Wengel)
16 km
175 m
3.00 h
Von Krippen nach Reinhardtsdorf.
Wir starten am S-Bahn-Haltepunkt Krippen und gehen die Straße bis zum Ortseingang von Krippen. Erstmals 1379 erwähnt, waren der Handel auf der Elbe, die Holzverarbeitung und der Schiffbau lange Zeit wichtige Wirtschaftszweige Krippens. Von Letzterem zeugt das Wappen des Ortes, von der Bedeutung des Holzes die vier Sägemühlen, die hier einst zwischen der Elbmündung und dem Oberlauf des Krippenbaches standen. Beim Parkplatz des Hotels Erbgericht vertrauen wir uns dem Weg- weiser Richtung Reinhardtsdorf an. Unser Wanderweg führt in den Ort Krippen hinein und zieht sich am Mühlgraben entlang. Früher lieferte der Mühlgraben das Wasser zum Kochen und Trinken, bis man 1888 eine Wasserleitung baute. Beim Gasthaus Zur Eiche überqueren wir den Mühlgraben auf einer Brücke und sehen neben der alten Schule von 1713 (1781 neu gebaut) einen Wegweiser nach Reinhardtsdorf (Markierung grüner Punkt).
Wir gehen den Bächelweg entlang, biegen dort nach links, halten uns gleich wieder rechts und steigen nun an einer Felssteinmauer entlang einen schmalen Weg durch Laubwald steil aufwärts. Wo der Rundweg abzweigt, wandern wir geradeaus weiter auf einem bequemen Waldweg, der sich am Hang des Krippenberges entlangzieht. Rechts bietet sich ein interessanter Blick in einen noch in Betrieb befindlichen Sandsteinbruch, wo u.a. Sandsteinskulpturen entstanden, die man in Reinhardtsdorf bewundern kann.
Nach einer Stunde Wanderung zwischen Wiesen und Wald erreichen wir Reinhardtsdorf und stoßen bei den ersten Häusern auf eine Teerstraße. Unser Wanderweg führt am Pferdehof Fischer vorbei, eine Gelegenheit für Reitfreunde, die Landschaft auf einem Ausritt zu genießen. Wir gehen durch Reinhardtsdorf und kommen zur schönen Barockkirche. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und fällt durch ihren imposanten Zwiebelturm sowie das schöne Portal auf. Im Inneren sind farbenfrohe Malereien auf Holz zu sehen, die neben biblischen Motiven auch Landschaften der Sächsischen Schweiz zeigen. Als besondere Kostbarkeit gilt der Flügelaltar von 1521, den geschnitzte Figuren der heiligen Anna und Maria mit Jesus schmücken.
Abkühlung im Waldbad Schöna.
Nach der Besichtigung der Kirche geht es auf einer Pflasterstraße leicht aufwärts. Linker Hand können wir einen Blick auf die Schrammsteine werfen. Kurz danach biegen wir in die Waldbadstraße ein und wandern bis zum Freibad. An heißen Tagen können wir uns hier für den Weiterweg erfrischen.
Vom Waldbad müssen wir einige Meter zurückgehen, um dem Wegweiser Richtung Wolfsberg (ohne Markierung) zu folgen. Nach etwa zehn Minuten erreichen wir eine Asphaltstraße und wieder die Markierung grüner Querstrich. Wir folgen dieser Straße nach links durch den Wald, kreuzen den Salzleckenweg und folgen dem Schlosserhübelweg bis zur Kreuzung Bux. Dort biegen wir nach rechts in die Alte Tetschener Straße, einen Wiesenweg, ein.
Auf den Kohlbornstein
An der nächsten Gabelung folgen wir nicht dem Wegweiser »Krippen, Prölitzschweg«, sondern gehen geradeaus weiter. Durch schönen Buchenwald erreichen wir den Ort Kleingießhübel beim Parkplatz am Landgasthaus Zschirnsteinbaude. Auf der Terrasse lässt es sich gut verschnaufen, bevor wir unseren Spaziergang auf der Dorfstraße fortsetzen. Wir treffen auf den Wegweiser zum Kohlbornstein (Markierung roter Querstrich) und gelangen zu der Straße, die von Bad Schandau über Krippen nach Cunnersdorf führt. Dort schwenken wir nach rechts und kommen an der geschlossenen Rölligmühle vorbei. Sie gehörte seit Ende des 16. Jahrhunderts der aus Böhmen eingewanderten Familie Röllig, die sie als Sägemühle betrieb. Früher einmal eine beliebte Ausflugsgaststätte, ist die Rölligmühle seit Langem geschlossen.
Kurz nach der Rölligmühle biegen wir nach links in den Wald und steigen zunächst leicht an. Bald wird der Weg breiter, wir überqueren eine Holzbrücke und gelangen auf den Hofeweg. Dort folgen wir dem Wegweiser zum Kohlbornstein (20 Min.). Kurz danach kommen wir zu einer Gabelung, wo wir dem Lasenweg folgen und bald einen schönen Blick auf die Schrammsteine genießen können. Mit wechselnden Ausblicken wandern wir bis zu einem Sitzplatz vor dem Kohlbornstein. Von der siebenarmigen Wegkreuzung vor dem überdachten Sitzplatz führt ein schmaler Stufenweg auf den Gipfel. Obwohl der Kohlbornstein durch seine zentrale Lage ein hervorragender Aussichtspunkt ist, wird der Blick durch höhere Bäume etwas eingeschränkt. Die Aussicht reicht bis nach Krippen und Postelwitz, auf die Schrammsteine und den Großen Winterberg. Bei guter Sicht kann man sogar die Berge in der Lausitz und in Böhmen erkennen.
Nach Krippen zurück.
Wir gehen vom Gipfel zum überdachten Sitzplatz zurück und folgen der Markierung roter Punkt auf einem Hohlweg abwärts. Wir befinden uns auf dem Koppelbergweg, der seine tief eingeschnittene Hohlform der mühevollen Holzabfuhr zu verdanken hat. Linker Hand bietet sich ein schöner Blick auf Kleinhennersdorf, bevor wir die ersten Häuser von Krippen erreichen. Wir gehen auf der Hauptstraße durch den Ort (Wegweiser Erbgericht) und kommen auf bekanntem Weg zum Ausgangspunkt zurück.

GEHZEITEN.
Krippen – Reinhardtsdorf 1 Std. – Kleingießhübel 11/2 Std. – Kohlbornstein 3/4 Std. – Krippen 1/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied175 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKrippen, S-Bahn-Haltepunkt
EndpunktKrippen, S-Bahn-Haltepunkt
TourencharakterKrippen ist ein stiller Ort, in einem Seitental der Elbe gegenüber von Bad Schandau gelegen. Hier beginnen mehrere Wanderwege, von denen sich der zum Kohlbornstein als ausgedehnter Waldspaziergang anbietet. Er verbindet reizvolle Kurorte auf linkselbischer Seite miteinander und ermöglicht an heißen Sommertagen eine Erfrischung im Waldbad Schöna. Besonders empfehlenswert ist diese Tour aber vor der Laubentfaltung im Frühjahr oder im Spätherbst.
Hinweise
EINKEHR-TIPP. In Schöna lädt das gemütliche Landgasthaus & Pension Zirkelstein zur Rast. Er liegt am Fuß des gleichnamigen, 385 Meter hohen Zirkelsteins und wurde 1870 erbaut. Angeboten werden vor allem sächsische Gerichte und an Wochenenden sowie im Winter köstliche Schlachtspezialitäten. Genießen kann man die deftigen Gerichte in der gemütlichen Gaststube oder im Biergarten.
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 44
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A4 oder A13 bis zur Anschlussstelle Dresden Altstadt und durch Dresden Richtung Pirna oder bis Autobahndreieck Dresden-West, auf der A17 bis Anschlussstelle Pirna, auf der B172 über Pirna bis zur Elbbrücke von Bad Schandau und weiter bis Krippen. Mit der S-Bahn oder dem Schiff bis Krippen
GastronomieKrippen - Hotel Erbgericht, Bächelweg 4, Tel. 035028/86290; Gasthaus Zur Eiche, Bächelweg 10, Tel. 035028/80241, Mi Ruhetag. Reinhardtsdorf: Gasthaus & Pension Goldener Anker, Tel. 035028/81179, Nov.–März Mi/Do Ruhetag. Schöna: Landgasthaus & Pension Zirkelstein, Hauptstr. 37b, Tel. 035028/80224
Tipps
DIE HIRSCHMÜHLE. In Schöna-Reinhardtsdorf lohnt sich ein Besuch der Hirschmühle, die – 1854 errichtet – noch bis 1968 in Betrieb war. Sie ist die letzte ihrer Art in der Sächsischen Schweiz und im gesamten Elbsandsteingebirge. Heute kann sie als Museum besichtigt werden (Sa/So 8–17 Uhr, Tel. Herr Büttner - 035022/42555). Im Inneren des Mühlengebäudes befindet sich das oberschächtige Wasserrad mit einem Durchmesser von acht Metern.
Informationen
ERINNERUNG AN FRIEDRICH GOTTLOB KELLER. In Krippen lädt die Friedrich-Gottlob-Keller-Gedenkstätte zum Besuch ein. Das kleine, aber sehenswerte Holzschliffmuseum erinnert an die Anfänge der Papierindustrie und an Friedrich Gottlob Keller (1816–1895), den Erfinder des ersten holzhaltigen Papiers (Friedrich-Gottlob-Keller-Str. 76, Mai–Okt. Sa 9.30–11.30 Uhr, außerhalb dieser Zeit nach Anmeldung unter Tel. 035028/80401).
Unterkunft
Krippen - Hotel Erbgericht, Bächelweg 4, Tel. 035028/86290, www.weka-touristik.de/hotel-erbgericht; Hotel Grundmühle, Friedrich-Gottlob- Keller-Str. 69, Tel. 035028/86190, www.weka-touristik.de/hotel-grundmühle
Tourismusbüro
Gästeservice WEKA Touristik GmbH, Bächelweg 8a, 01814 Bad Schandau/ OT Krippen, Tel. 035028/80768, zentrale@weka-touristik.de, www.weka-hotels.de
Mehr zum Thema