Auf den Höhen um Geislingen

Steiler Anstieg zu Beginn und langer, mäßig steiler Anstieg in einem felsigen Trockental; streckenweise im Wald; Aussichtsfelsen. (Autor: Peter und Ute Freier)
11 km
380 m
3.00 h
Geislingen a. d. Steige – Anwandfels (15Min.) – Himmelfels (gut 30Min.) – Ortsmitte Eybach (20Min.) –Weiler ob Helfenstein (11/2 Std.) – Burgruine Helfenstein (15Min.) – Bahnhof Geislingen (gut 30Min.) – Parkplatz (20Min.). Über den Anwandfels und den Himmelfels nach Eybach: Vom Parkplatz folgen Sie kurz der Straße in Richtung Schnittlingen, biegen aber nach 50Metern rechts ab (Markierung: rote Raute) und steigen steil an zum Aussichtspunkt Anwandfels (647m), von dem sich ein schöner Blick bietet auf den Talkessel von Geislingen. Sie halten sich rechts entlang der Talkante, passieren den Drehfels – von hier Blick auf das steilwandige Tal der Eyb – und die »Schwedengräben«, bei denen es sich um eine vorgeschichtliche Anlage mit zwei Wällen und Gräben handelt. Mit Begriffen wie Schwedengraben oder Schwedenschanze bezeichnete man im 18. Jh. so gut wie alle fremdartigen Erdwerke, denn vor dem Beginn wissenschaftlicher Ausgrabungen im19. Jh. Konnte man sich Befestigungsanlagen, die schon vor Jahrtausenden errichtet worden waren, einfach nicht vorstellen. Lebendig in der mündlichen Überlieferung jedoch waren noch die marodierenden Truppen des Dreißigjährigen Kriegs (1618– 48), u. a. das schwedische Reiterheer und dessen befestigte Lager, sodass verallgemeinernd Wälle und Gräben mit den Schweden in Verbindung gebracht wurden. Einige Minuten später stoßen Sie auf den senkrecht abfallenden Himmelfels (609m), auf dem die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Burg Hoheneybach stand. Außer dem Halsgraben und einer Stützmauer am Hang sind so gut wie keine Mauern mehr vorhanden. Nach dem Abstieg (Markierung: rote Raute) in das Tal der Eyb wenden Sie sich nach rechts, vorbei am Schloss der Grafen von Degenfeld, in die Ortsmitte von Eybach. Hier lohnt ein Besuch der spätgotischen Kirche Mariae Himmelfahrt, u. a. wegen eines von HAP Grieshaber gefertigten Kreuzwegs. Zur Burgruine Helfenstein und zurück nach Geislingen: In Eybach gehen Sie in Richtung Friedhof, überqueren kurz nacheinander zweimal einen Kanal (Markierung: rote Gabel) und betreten kurz darauf das Felsental. Der Weg steigt im felsigen und zunehmend engen Tal stetig an. Über eine Metalltreppe überwinden Sie eine wenige Meter hohe Felsstufe. Anhand der Markierung (rote Gabel) gelangen Sie auf die Albhochfläche, zur Straße Geislingen–Gerstetten und nach Weiler ob Helfenstein. Sie folgen den Markierungen durch den Ort und entlang der Talkante zu den umfangreichen Mauerresten der auf einem steilen Felssporn sitzenden Burgruine Helfenstein (11. Jh.). Der Ödenturm (14. Jh.; Besteigung möglich) zur Linken gehörte zu einem Vorwerk der Burg. Aus der Burgruine (Markierung: rote Gabel) steigen Sie in Kehren ab nach Geislingen, wenden sich in der Straße Schlosshalde nach rechts und überqueren auf einem Fußgängersteg die Bahngleise. Nach rechts gehen Sie in die Bahnhofstraße und am Bahnhof vorbei, folgen geradeaus der Heidenheimer Straße und biegen rechts ab auf einen Fußweg (Markierung: rote Raute). Er verläuft entlang einer Bahnnebenlinie, überquert die Eyb sowie die Gleise und mündet in die Straße Geislingen–Eybach ein. Nach rechts unterqueren Sie die Hauptbahnlinie Stuttgart– Ulm und kehren an Ihren Ausgangspunkt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied380 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGeislingen an der Steige
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterGeislingen an der Steige liegt in einem Talkessel, in dem die aus Südwesten kommende Fils nach Nordwesten abknickt und in dem drei weitere Täler zusammenlaufen. Bekannt wurde die Stadt durch den aus einer Mühle und Reparaturwerkstätte entstandenen Industriebetrieb WMF (Württembergische Metallwarenfabrik) und aufgrund der steilen, im 19. Jh. angelegten Bahnlinie, die von Stuttgart über Ulm und Biberach nach Friedrichshafen am Bodensee führt. Mindestens zwei Lokomotiven waren anfangs nötig, damit ein Zug mit mehreren Waggons den Höhenunterschied von etwa 100Metern auf 6 Kilometer Länge zur Albhochfläche überwinden konnte. Über die Entwicklung der Kleinstadt Geislingen a. d. Steige zur heutigen Industriestadt informiert das Heimatmuseum im Alten Bau, einem beeindruckenden Fachwerkgebäude. Besonders interessant ist ein Modell der Bahnstrecke »Geislinger Steige« (Mai–Nov. Mi, Sa 15–17Uhr, So 10–12Uhr).
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte des LVA B-W, Blatt 521 (Göppingen), 1:50 000.
VerkehrsanbindungPKW: A 8 Stuttgart–München, Ausfahrt 59 (Mühlhausen); B 466 nach Geislingen und durch die Stadt in Richtung Eybach/Böhmenkirch. Am Stadtrand, kurz nach Unterqueren einer Bahnbrücke, ein großer Parkplatz. Bahn: Geislingen a. d. Steige ist Station an der Linie Stuttgart–Ulm.
GastronomieIn Geislingen; in Eybach Landgasthof Ochsen; in Weiler; Helfenstein-Burgschänke mit Tischen im Burghof (Sa, So und Feiertage).
Tipps
DIE OBERE ROGGENMÜHLE: Insbesondere Familien mit Kindern dürften sich gut aufgehoben fühlen in dieser beliebten Ausflugsgaststätte. Etwa 4 Kilometer nördlich von Eybach an der Straße in Richtung Lauterstein liegt dieser Mühlenhof im engen Roggental zwischen steil ansteigenden, bewaldeten Hängen. Für Kinder interessant sind ein Spielplatz und das Ponyreiten, während sich Erwachsene wohl eher für die Speisekarte interessieren: Schwäbische Gerichte und Forellen aus eigener Zucht (Di–So 9–24Uhr, warme Küche 11.30–14 und 16.30–21Uhr; Tel. 07331/61945).
Unterkunft
In Geislingen u. a. Hotel Krone (Tel. 07331/305 60).
Tourismusbüro
Hauptstr. 1, 73312 Geislingen/Steige, Tel. 07331/24-0, www.geislingen.de

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