Auf den Hochkönig, 2941 m

Zur Übergossenen Alm - Unschwierige, aber lange Tour, die – als Tagestour durchgeführt – eine gehörige Portion Ausdauer erfordert. Weitaus weniger anstrengend wird diese großartige Bergtour, wenn man sich am Matrashaus, direkt auf dem Gipfel, eine Übernachtung gönnt. Die Route ist gut markiert, bei Nebel besteht aber eine nicht zu unterschätzende Verirrungsgefahr. (Autor: Siegfried Garnweidner)
10 km
1500 m
9.00 h
Unter der Mandlwand zur Mitterfeldalm Der Anstieg beginnt recht moderat. Eigentlich ist die erste Etappe am Fahrweg nur ein Spaziergang. Sie führt gegen Nordwesten in den Mitterbergsattel hinauf und dann ziemlich eben unter der wilden Manndlwand zur Mitterfeldalm, 1617 m. Doch dort ist es dann mit dem Bergspaziergang vorbei. Ins Ochsenkar Bei der Alm muss man scharf links abbiegen und durch ein Weidegatter. Der Pfad führt etwas abwärts, durch tiefe Lawinenreißen unter dem Großen Schneeklammkopf und den Vierrinnenköpfen und in das Untere Ochsenkar. Dort verliert die Berglandschaft etwas von ihrer herben Wildheit. Schöne Lärchen stehen vor der wilden Felsenkulisse dieser beeindruckenden Bergwelt. Auf einem guten Bergweg steigt man nun im Wesentlichen gegen Westen über weite Karrenfelder zum Fuß der markanten Torsäule an. Die Route führt an dem beliebten Kletterberg vorbei und unter dem Kniebeißer am gut markierten Schartensteig in die Schrammbachscharte hinauf. Zum Matrashaus Von dort geht es in der gleichen Richtung weiter und ein paar Meter auf das Firnfeld der Übergossenen Alm hinab (falls es noch vorhanden ist). Man stapft eben gegen Westen durch den Schnee, an ein paar Felsgebilden vorbei und zum Gipfelfuß des Hochkönigs. Dort wird es deutlich steiler und man plagt sich über eine schrofige Bergflanke an deren rechter Seite hinauf, an der Wegabzweigung zur Ostpreußenhütte vorbei und die letzten Höhenmeter über eine gute Steiganlage (Eisenkette, Klammern und Leiter) nach Süden zum Matrashaus am Gipfel. Der Abstieg verläuft auf der Anstiegsroute. Die Übergossene Alm Am Nordrand des Hochkönigstockes lag vor langen Zeiten eine Alm mit ausgedehnten, besonders fruchtbaren Weideflächen. Mehr als 100 Kühe warfen einen stolzen Ertrag ab. Dort lebten ein paar junge, fesche Sennerinnen, die es sich dank ihres Reichtums besonders gut gehen lassen konnten. Schneidige Burschen kamen aus dem ganzen Land auf die Alm und machten den stolzen Sennerinnen den Hof. Das gefiel den Dirndln besonders und statt zu heiraten gaben sie sich zunehmend dem liederlichen Leben hin. Nach langen, stürmischen Nächten in ihren Kammern mit ständig wechselnder Gesellschaft war ihnen bei weitem nicht mehr nach Arbeit zumute. Sie stellten deshalb ein paar arme Mägde ein, die für wenig Geld die ganze schwere Almarbeit verrichten mussten. Selbst gaben sie sich immer mehr dem Müßiggang hin und schliefen bis weit in den Tag hinein. Das freie, ungezwungene Lotterleben im Kreise zahlreicher Verehrer gefiel ihnen so gut, dass sie immer leichtsinniger wurden. Für Schmuck, Tand und teure Kleider warfen sie ihr Geld zum Fenster hinaus, und als sie vor lauter Übermut gar nicht mehr wussten, welchen Unsinn sie noch anstellten könnten, ließen sie die Hörner ihrer Stiere mit purem Gold überziehen und hängten den Kühen silberne Glocken um den Hals. Somit konnte zwar jeder, der des Weges kam, diesen Reichtum bestaunen, doch für die Armen hatten die stolzen Dirnen nichts übrig. Auch in der Kirche ließen sich die Sennerinnen niemals blicken. Allen Mahnungen zum Trotz wollten sie von Gott nichts wissen. Stattdessen wollten sie ihm einen Tanzplatz ganz aus Butter machen. Deshalb holten sie aus ihren Hütten große gelbe Butterkugeln und beschmierten damit den Boden. Im Anschluss belegten sie aber auch für den Teufel eine ganze Straße mit Butter, von der Alm bis ins Tal hinab. Und als sie fertig waren, rief einer der Gotteslästerer voll Frevel hinüber zum Teufelshorn - »Hör zu mit deinen großen Ohren, was ich dir zu sagen habe! Für dich haben wir das hier gemacht und du kannst das mit deinen Teufeln heute Nacht fressen!« Noch in der gleichen Nacht, als die ruchlose Feier noch im vollen Gange war, kam ein heftiges Unwetter auf. Schwere Schläge dröhnten an die Fenster und wie aus dem Nichts brauste heftiger Wind auf. Die Madel und Burschen erstarrten mitten in ihrem schamlosen Treiben, als die Geschwindigkeit des Sturms immer mehr zunahm und sie befürchten mussten, dass er die Hütten mitsamt ihren Bewohnern fortreißen würde. Die Dirndl rückten vor Angst noch näher an die Burschen heran und fragten zitternd, was das wäre. »Das sind die Teufel, die wir selbst gerufen haben«, wusste einer als Antwort und das Unwetter wurde noch heftiger. Wie aus Kübeln fiel der Regen vom Himmel, gleißende Blitze zuckten in schneller Folge auf die Alm herab und wütendes Donnergrollen hallte von den Felsenbergen wider. Steinschlag und Schneelawinen lösten sich von den schroffen Berghängen, und wie Spielzeug wirbelten Felsen und Bäume durch die Luft. Noch niemand hatte ein derartiges Unwetter erlebt und die Talbewohner, die das grausige Naturschauspiel beobachteten, zogen sich ängstlich in ihre Häuser zurück, zündeten geweihte Wetterkerzen an und beteten bebend um ihre Rettung. Am folgenden Tag hatte sich das Unwetter verzogen. Die Talbewohner beseitigten die gröbsten Schäden und gingen hinauf zur Alm. Dort blieb ihnen vor Schreck fast das Herz stehen. Die ganze schöne Alm war unter Schnee- und Eismassen verschwunden. Bis heute hat niemand mehr die Verschütteten zu Gesicht bekommen, die seitdem in ihrem eisigen Grabe liegen. Erst wenn die Übergossene Alm wieder völlig ausgeapert ist (was wegen der globalen Klimaerwärmung nicht mehr lange dauert), wird man vielleicht ihre sterblichen Überreste finden.

Dauer - ges. 91/2 Std. Arthurhaus – Mitterfeldalm 1 Std., Mitterfeldalm – Ochsenkar – Schramm- bachscharte 23/4 Std., Schrammbachscharte – Hochkönig 11/4 Std., Abstieg 41/2 Std. Höhenunterschied: ?? 1500 m Arthurhaus – Mitterfeldalm ? 167 m, Mitterfeldalm – Schrammbachscharte ? 900 m, Schrammbachscharte – Hochkönig ? 433 m, Abstieg ? 1500 m

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1500 m
Dauer9.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktArthurhaus, 1502 m
TourencharakterSeit das 1982 abgebrannte Matrashaus auf dem Gipfel des Hochkönigs wieder aufgebaut wurde, lässt sich die 9,5 km weite und anstrengende Wanderung auf den südlichsten und höchsten Gipfel der Berchtesgadener Alpen wieder bequem als Zweitagestour durchführen. Die Schau rundum, vor allem in die Hohen Tauern, ist einzigartig. Von der Übergossenen Alm, die kurz vor dem Gipfelsprint zu queren ist, hat sich in vielen heißen Sommern seit Anfang der 1980er-Jahre dank Klimaänderung nicht mehr viel halten können. Trotzdem bleibt der Schnee in diesen hohen Lagen bis in den Sommer hinein liegen. Man muss sich also entsprechend (mit festem Schuhwerk) ausrüsten.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte, 1 - 50000, Blatt 15 (Tennengebirge–Hochkönig)
VerkehrsanbindungVon Bischofshofen (im Salzachtal) über Mühlbach mit dem Auto oder Bus zum Arthurhaus
GastronomieArthurhaus am Ausgangspunkt, 1502 m, Mitterfeldalm, 1669 m, und Matrashaus am Gipfel, 2941 m
Höchster Punkt
Hochkönig, 2941 m
Unterkunft
Arthurhaus am Ausgangspunkt, 1502 m, Mitterfeldalm, 1669 m, und Matrashaus am Gipfel, 2941 m
Tourismusbüro
Mühlbach am Hochkönig, Tel.: 0043/(0)6467/7235; Internet: www.salzburg.com/muehlbach-tourismus, www.salzburgerland.com/muehlbach
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