Auf den Guffert

Lohnende, wenn auch etwas anstrengende Bergwanderung ohne Stützpunkt; für den Schlussanstieg ist Trittsicherheit erforderlich; prächtiger Aussichtsberg. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
10 km
1200 m
6.00 h
Den »Einstieg« in den üblichen Guffert-Südweg nimmt man entweder beim Feuerwehrhaus oder am Westrand von Steinberg, gegenüber dem Pulverer. Der Weg führt zunächst noch bequem durch Hochwald aufwärts. Weiter oben wird er durch eine überbreite Forststraße unterbrochen. Man gelangt, etwa in Falllinie des Guffertgipfels, zu einer Lawinenschneise. Rechts davon steil mit Kehren hinauf. Dort, wo die von der Südkante herunterziehenden, glatt gescheuerten und latschengesäumten Felsrinnen erreicht werden, biegt unser Weg scharf nach rechts ab. Unterhalb einer Felswand empor und in einen Sattel. Von dort nördlich hinauf bis zu der Stelle, wo der vom Guffertstein herüberführende Weg einmündet. Westlich über Schrofen und Geröll auf eine Grasterrasse und weiter zum Gipfelaufbau. Er verschmälert sich am Schluss zu einem Grat. Entlang von Drahtseilsicherungen am stark geglätteten Fels zum Gipfelkreuz. Abstieg - Entweder auf der gleichen Route. Oder auf dem längeren Weg über Guffertstein (1980 m, Gegenanstieg) und Luxeggalm nach Steinberg zurück.

Dauer - Steinberg – Guffert 3.30 Std.; Guffert – Steinberg auf der Anstiegsroute 2.30 Std.; über Guffertstein und Luxeggalm 3.15 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSteinberg am Rofan (1010 m).
TourencharakterZwischen Tegernseer Bergen und Rofangebirge steht isoliert der mächtige Guffert. Stünde er innerhalb einer der langen Karwendelketten, würde er nicht sonderlich auffallen. Auch seine Gipfelhöhe von knapp 2200 Metern ist nicht eine der ganz großen in den Nordalpen. Aber der Guffert steht allein. Und er ist ein schroffer Felsberg mit einer recht eindrucksvollen Nordwand, einem langen Westgrat und sehr steilen Südabstürzen. Nur gen Südosten hin zeigt er Schwächen. An dieser Flanke führt denn auch der einfachste Anstieg hinauf. Bei guten Kletterern ist die Guffert-Südkante begehrt und beliebt. Im Oktober 1911 erstiegen sie Hanns Fiechtl und Hans Dülfer, der Tiroler und der Rheinländer, zum ersten Mal. Dülfer, der den Klettersport beeinflussen sollte wie nur noch ein einziger Bergsteiger, nämlich der Freikletterpurist Paul Preuß, schaute sich von Fiechtl dessen Seil- und Hakentechnik ab – und setzte sie vollendet ein. Fleischbank-Ostwand (1912) und Direkte Totenkirchl-Westwand (1913) im Wilden Kaiser wurden dann Hans Dülfers Meisterstücke. Insbesondere die letztgenannte Route ist immer noch eine große Tour, ein extremer »Klassiker«. Aber hier am Guffert holte sich der junge Dülfer den »Schliff« für seine Aufsehen erregenden Klettereien – und profitierte dabei von dem älteren, erfahrenen und trinkfesten Bergführer Hanns Fiechtl. Die Guffert-Südkante ist, frei geklettert, VI. Schwierigkeitsgrad. So »gach« geht es bei uns auf der Normalroute natürlich lange nicht zu. Immerhin können wir, ehe der Gipfelaufbau erreicht wird, Einblick in Südkantenteile gewinnen und vielleicht der einen oder anderen Seilschaft eine Weile zuschauen. Die Aussicht vom Guffertgipfel ist natürlich grandios. Viele Berge der Zentralalpen, unter ihnen der Großglockner, zeigen sich, die unzähligen Karwendelrecken sind nah und direkt im Süden stehen die Schattenwände des Rofan, die so manche ernste Kletterei bieten. Im Westsüdwesten steht ein markanter mehrgipfeliger Kamm. Das ist der Unnütz, unser nächstes Ziel.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt-Wanderkarte 321 (Achensee, Rofan, Unterinntal), 1 - 50 000; Kompass-Wanderkarte 27 (Achensee, Rofangebirge), 1:50 000.
VerkehrsanbindungDie gute Straße nach Steinberg zweigt bei Achental in Ostrichtung ab. Achental erreicht man von Norden entweder über Bad Tölz, Lenggries, am Sylvensteinspeicher entlang und über Achenwald, oder über Rottach-Egern, Achenpass und Achenwald; von Süden wird Achental am Achensee entlang über Achenkirch erreicht.
GastronomieIn Steinberg.

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