Auf dem Murgtalpfad

Postkutschenweg durch die Murgschlucht.
Anfangs aussichtsreiche Höhenwanderung, ab Hottingen bequeme Talwanderung auf fahrradfähigen Wegen. Mit kleinen Kindern teilt man die Wanderung in Hottingen. (Autor: Chris Bergmann)
23 km
100 m
5.00 h
Freilichtmuseum Klausenhof.
Vom Steinernen Kreuz führt der Murgtalpfad zur Biologischen Station in Lochhäuser im Haus Murgquelle, einem Naturkundemuseum. Auf den folgenden 2 Kilometern bis zum Klausenhofmuseum, einem Freilichtmuseum zur bäuerlichen Geschichte in Großherrischwand, finden sich naturkundliche und geschichtliche Stationen zu den Themen Wasser, Bodenkunde, Geologie, Wald, Moor, Wässerwiesen, Auswanderung, Landwirtschaft früher und heute und Vogelbeobachtung. Der Klausenhof in Großherrischwand ist eines der ältesten Häuser des Hotzenwalds, die ihm angegliederte Lindauer Säge wird 1595 erstmals urkundlich erwähnt. Seit der Restaurierung und Umwandlung in ein Freilichtmuseum präsentiert sich der Klausenhof so, als hätten ihn die letzten Bewohner gerade erst verlassen. Die gute Stube des Klausenhofs fungiert auch als Zimmer für standesamtliche Trauungen. Die Freilichtbühne Klausenhof hat sich auf Theateraufführungen mit schwarzwaldgeschichtlichem Hintergrund einschließlich Mundartpflege spezialisiert. 2000 fand hier das erste MundART-Festival statt.
Nach Hottingen.
In den aussichtsreichen Wiesen und in den Wäldern über dem Murgtal geht es weiter in den Herrischrieder Ortsteil Mühle und hinab zur Hetzlenmühle (Ferienwohnungen). Ein in Stein gehauener Doppeladler an der Murgbrücke bei der Mühle erinnert an die einstige Zugehörigkeit des Hotzenwalds zu Österreich. Der Murgtalpfad schwingt sich wieder hinauf in den Hang rechts der Murg, wechselt auf der nächsten Brücke hinüber nach Hogschür, dort rechts (Wührenstraße) und wieder hinab zum Fluss, ehe nach Passieren von Hottingen die Schluchtwanderung beginnt.
Am Wasserfall Strahlbrusch.
Am Pfaffensteg taucht der Murgtalpfad in die wildromantische, von Steilhängen und Felsen flankierte Murgtalschlucht ein und führt durch üppige Vegetation abwärts. Zu den Höhepunkten zählt der kurz hinter dem ersten Felsentunnel erreichte Wasserfall Strahlbrusch, ein beliebter Rastplatz. Der Strahlbrusch ist ein rund 4 Meter hoher Wasserfall, der von Frühjahr bis Herbst ebenso wie in winterlicher Vereisung zu den schönsten Naturdenkmälern des Hotzenwalds zählt. Die schroffe Klippe, über die der Seelbach ins Murgtal hinabstürzt, ist mit bunten Flechten überzogen, die hier in verschiedenen, teils seltenen Arten auftreten.
Von der Ruine Wieladingen zur Lochmühle.
Kurz nach der Abzweigung des Wegs, der bei den Elendslöchern Richtung Hänner abzweigt, führt der Weg durch einen weiteren Felsentunnel, und hinter dem dritten Tunnel kreuzt der Hochrhein-Querweg die Schlucht; auf dem Querweg erreicht man in einem steilen Aufstieg die Ruine Wieladingen hoch über der Schlucht. Der Bergfried der im 12./13. Jh. erbauten Burg ist als Aussichtsturm begehbar und bietet einen weiten Blick ins Rheintal und zum Schweizer Jura. Auf- und Abstieg sind steil und abenteuerlich - Der schmale Steig führt an Kaskaden und kleinen Wasserfällen des Lehenbachs vorbei, der von der steilen Felsenhöhe in das Murgtal hinabrauscht. An der ehemaligen Lochmühle, deren Mühlrad restauriert wurde, weitet sich die Schlucht ein wenig. Schließlich erreicht der Murgtalpfad die Häuser von Murg mit dem Freibad am Hochrhein.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour23 km
Höhenunterschied100 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortMurg (312 m), Gemeinde an der Mündung der Murg in den Hochrhein, durch den die deutsch-schweizerische Grenze verläuft.
AusgangspunktParkplatz und Bushaltestelle Steinernes Kreuz in Herrischried-Lochhäuser.
EndpunktBahnhof Murg an der Hochrheinbahn. Wer in aufsteigender Richtung wandert, kann gut am Freibad parken.
TourencharakterDas Hauensteiner Murgtal im Hotzenwald ist eines der wildromantischen Täler des Südschwarzwalds. Von der Quelle an der Gugel in knapp 1000 Metern Höhe folgt der mit rund 50 Lehrtafeln über Geologie, Geschichte, Wasserwirtschaft, Botanik u.a. Themen versehene Murgtalpfad dem Bergbach bis zur Mündung in den Hochrhein, wobei er durch zwei landschaftlich verschiedene Gebiete führt - Von der Quelle bis Hottingen, wo sich eines von mehreren Museen am Weg, das »Energiemuseum«, befindet, herrschen Hochflächen und aussichtsreiche Wiesenrücken vor. Erst ab dem Pfaffensteg unterhalb des Hottinger Beckens beginnt die Schlucht, in der der Lehrpfad der ehemaligen Postkutschenstrecke mit ihren Felstunneln folgt: Kilometerlang findet sich hier kein Haus, nur das dichte Grün des Schluchtwalds, das Brausen der Murg und immer wieder sonnige Talauen mit farbenprächtigen Blumenwiesen. Die autofreie Postkutschenstrecke ist fahrradfähig und wird zu touristischen Zwecken von Postkutschen befahren, an steileren Strecken ist Vorsicht vor Mountainbikes in Schussfahrt geboten. Wer eine Schnuppertour unternehmen will, startet am kleinen Wanderparkplatz bei der Lochmühle und wandert talaufwärts zum Wasserfall Strahlbrusch. Hin und zurück ist man auf dieser Strecke gut 1 Std. unterwegs.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 30000 Hotzenwald oder Freizeitkarte 1:50000 Blatt 508 Lörrach/Naturpark Südschwarzwald, Blatt 3 (beide Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungB 34 Waldshut – Bad Säckingen – Rheinfelden und in Bad Säckingen oder Murg abzweigen nach Herrischried. Vom Bahnhof Murg besteht Busverbindung zur Haltestelle »Herrischried-Steinernes Kreuz« am Ausgangspunkt.
GastronomieLochhäuser, Murg.
Tipps
Postkutschen durchs Murgtal. Die historische Murgtalstraße wurde 1867–69 von Robert Gerwig, dem Erbauer der Schwarzwaldbahn, gebaut. Für die Kosten mussten die anliegenden Gemeinden aufkommen. Heute verkehrt im Murgtal wieder eine Postkutsche, derzeit von Mai bis September jeden ersten und dritten Samstag im Monat. Gebucht werden kann die eineinhalbstündige Fahrt über die Tourist-Information der Gemeinde Murg.
Tourismusbüro
Tourist-Information Herrischried, 79737 Herrischried, Tel. 07764/920040, www.herrischried.de. Tourist-Information Görwihl, Hauptstraße 54 (Rathaus), 79733 Görwihl, Tel. 07754/70810, www.goerwihl.de

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