Auf dem Hindelanger Klettersteig vom Nebelhorn zum Großen Daumen

Eine großartige Wanderung über die aussichtsreiche Karstfläche des Koblat mit anschließendem problemlosem Aufstieg zum Großen Daumen. Der Abstieg zum Engeratsgundsee setzt unbedingt Trittsicherheit voraus. (Autor: Gerald Schwabe)
19 km
500 m
6.00 h

Auf dem Koblat

Von der Nebelhorn-Mittelstation Höfatsblick folgen wir der Beschilderung zum Großen Daumen und steigen schräg den Westhang des weiten Kessels hinauf zu einer Scharte. Vor uns liegt das Obertal, eines der beiden Endzipfel des Hintersteiner Tals, sowie die weite, bucklige Karstterrasse des Koblat. Auf den gezackten Felswänden links über uns verläuft auf fast der gesamten Länge unseres heutigen Weges der Hindelanger Klettersteig. Unsere Strecke ist etwas gemächlicher und geht in leichtem Auf und Ab über die offene Karstfläche.

Der erste See, den wir schließlich erreichen, ist der kleine Koblatsee, wenige Minuten später stehen wir vor dem wunderschönen Laufbichelsee (2012m). Dieser See weist eine – für Karstgewässer nicht ungewöhnliche – Besonderheit auf: Es gibt keinen Oberflächenabfluss; stattdessen verschwindet das Wasser am westlichen Seeufer in einer tiefen Höhle, um dann unterirdisch talwärts zu strömen.

Der Große Daumen

Kurz vor dem See zieht sich der Weg in steilen Serpentinen den Geröllhang bis zum Grat hinauf, an dem von links kommend der Hindelanger Klettersteig endet. Über eine offene Grasfläche gelangen wir mäßig ansteigend zum Gipfel des Großen Daumens (2280m). Das Panorama mit der auffälligen Pyramide des Hochvogels ist atemberaubend, ebenso wie die steilen Nordabstürze, die im krassen Gegensatz zu dem fast lieblichen Grasrücken stehen, über den wir gerade hinaufgestiegen sind.

Der Abstieg zum Engeratsgundsee erfordert Trittsicherheit und ist bei Nässe etwas heikel. Wir halten uns in östlicher Richtung und folgen dem schmalen Grat, auf dem wir zu einer Scharte hinabsteigen. In steilen, manchmal etwas unangenehm geröllbedeckten Serpentinen geht es hinab zu einem Wiesenrücken und weiter zum malerischen Engeratsgundsee (1878m), einem der schönsten Bergseen des Allgäus. Ein verträumtes Fleckchen, umrahmt von steilen Wiesenhängen mit einer kleinen Hütte am Westufer.

An der Laufbichelkirche vorbei

Schweren Herzens müssen wir irgendwann unseren Rückweg antreten. Über buckelige Wiesen folgen wir dem Weg allmählich ansteigend westwärts, vorbei an der markanten Laufbichelkirche mit ihren steilen, bis zum Gipfel grasbewachsenen Graten. Diese Geländeformation treffen wir auch bei der ähnlich aufgebauten Höfats und dem Schneck an, die sich nur wenige Kilometer entfernt im Süden erheben. Bald haben wir den Laufbichelsee erreicht, der Kreis schließt sich und wir folgen unserem Hinweg über den Koblat zurück zur Seilbahnstation.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied500 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortOberstdorf, 813m
AusgangspunktNebelhornbahn-Talstation bzw. Mittelstation Höfatsblick, 1927m
EndpunktGroßer Daumen, 2280m
TourencharakterDer Koblat ist eine sonnige Karsthochfläche unterhalb des Hindelanger Klettersteiges, von der sich während der gesamten Wanderung ein großartiges Panorama auf die Allgäuer Hauptkette bietet. Drei Seen begeistern unterwegs den Wanderer, und der klotzige Große Daumen überrascht mit einer weiten Wiesenfläche und einem uneingeschränkten Rundumblick erster Klasse. Eine der schönsten Touren, die das Oberallgäu zu bieten hat.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 8 Allgäuer Alpen 1:50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt; Zumstein Wanderkarte Nr. 4 Oberstdorf
VerkehrsanbindungBus und Bahn nach Oberstdorf; Parkplatz an der Nebelhornbahn- Talstation
GastronomieBergrestaurant Höfatsblick und Edmund-Probst-Haus (Nebelhornbahn- Mittelstation), 1927m
Höchster Punkt
Großer Daumen, 2280m

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