Auf dem Achauen-Rundweg

Leichte Rundwanderung auf einfachen Wanderwegen und wenig befahrenen Hofzufahrten durch die Wälder, Wiesen und Auen rund um Schwarzenberg. (Autor: Karin Pegoraro, Manfred Föger)
6 km
75 m
2.00 h
Im Ortszentrum von Schwarzenberg gehen wir auf der Hauptstraße in Richtung Egg. Nach etwa 150 Metern biegen wir links in den ausgeschilderten Wanderweg ein, der uns aus dem dicht verbauten Dorf hinausbringt. Über erste Wiesenflächen erreichen wir den Ortsteil Moos, den wir in südlicher Richtung durchschreiten. Bald darauf kommen wir an eine Weggabelung, an der wir uns rechts halten und über eine steile Geländestufe zur Bregenzer Ach hin absteigen. Die von einem dichten, buchendominierten Wald bestandene Hangkante ist das Produkt des Zusammenwirkens verschiedener formender Kräfte. Die Gletscher der Eiszeit haben das Material vorgeformt und der in früheren Zeiten frei fließende Bergfluss hat sich immer wieder tief in die Hänge eingeschnitten.
Bald treten wir wieder aus dem Wald heraus und kommen in landwirtschaftlich genutztes Grünland. Zu unserer Rechten erkennen wir ein altes Gehöft mit einigen Obstbäumen und dahinter den neuen Sportplatz von Schwarzenberg (45 Min.). Wir treffen auf den Weg, der an der Ach entlang flussabwärts leitet, und folgen ihm nach links. In unmittelbarer Nähe des Gewässers windet sich der Weg dahin. Immer wieder geht es leicht bergauf und bergab, da vom Fluss angeschnittene Steilwände überschritten werden müssen. Vom Wasser her klingen wiederholt scharfzwitschernde Rufe und Vogelgesänge an unser Ohr. Wir bleiben stehen und versuchen die gefiederten Sänger zu entdecken. Und tatsächlich – auf einem Stein direkt am Wasser sitzt ein runder, brauner »Knödel« mit einem weißen Brustlatz. Es ist eine aufgeplusterte Wasseramsel, die eng an das Leben am und im Bergbach angepasst ist. Als einziger heimischer Singvogel kann sie schwimmen und sogar tauchen! Ihr hoher, scharfer Gesang übertönt das Rauschen der Wellen und Strudel. Und auch den Urheber der durchdringenden »Zilitt«-Rufe können wir schließlich entdecken. Die gelbbäuchige Gebirgsstelze gleicht mit ihrem langen Schwanz geschickt Luftturbulenzen aus, die über dem strömenden Wasser entstehen. Wir überqueren eine erste Wiesenfläche und kommen in ein weiteres, durch eine nicht wirklich standortgerechte Fichtenaufforstung leider recht düsteres Auwaldstück. Wenig später gelangen wir auf die nächste Wiesen und stehen unvermittelt vor einem Hindernis: Die gesamte Fläche ist mit einem Elektrozaun umgeben und dort, wo wir eigentlich unseren Weg fortsetzen wollten, weiden Rinder. Doch ein Schwarzenberger, der mit seinem Hund spazieren geht, hilft uns weiter. Die Kühe machen hier nur »Zwischenstation«, bevor sie wieder auf eine Vorsäß in der Umgebung gebracht werden. Dies könne im Frühling und Herbst für ein, zwei Wochen vorkommen, doch die Wiese darf trotzdem überquert werden (1 Std.).
Nachdem wir vorsichtig festgestellt haben, dass der Weidezaun nicht geladen ist, steigen wir unter den neugierigen Blicken der jungen Kühe darüber. Wir gehen auf das Haus inmitten der Weidefläche zu und erreichen dahinter wieder einen deutlicher sichtbaren Weg, der uns hinauf zur Parzelle Rain bringt. Hier wenden wir uns nach rechts und kommen in den etwas größeren Weiler Au. Unmittelbar nach der Kapelle zweigen wir nach links ab. Wir wandern durch das Wiesengelände und nähern uns nochmals einem Waldstück an der Ach. Der Weg beschreibt einen weiten Bogen und zieht von Nordost- auf Westkurs. Wieder über Wiesenflächen erreichen wir den Ortsteil Schwarzen, wo uns die Verbindungsstraße mit dem Zentrum von Schwarzenberg aufnimmt. Das asphaltierte Sträßchen bringt uns weiter in westlicher Richtung dem Dorfkern entgegen, den wir in knapp 20 Minuten erreichen. Auf der Hauptstraße nach links spazieren wir in kurzer Zeit ins Zentrum zurück (2:30 Std.)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied75 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSchwarzenberg (696 m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDas schmucke Dorf Schwarzenberg ist eine der geschichtsträchtigsten und ältesten Gemeinden im Bregenzerwald. In seiner Gründungsgeschichte taucht die selige Ilga auf. Die Legende erzählt, dass sie nach ihrem Tod im Jahre 1115 an der Stelle der heutigen Pfarrkirche begraben wurde. In der Nähe entsprang eine Quelle, der man alsbald Heilkraft bei Augenleiden zuschrieb. Seit dem 19. Jh. setzte man zwar nicht mehr auf das Wasser, aber auf die gute Luft und die angenehmen Temperaturen selbst im Hochsommer. Berühmte Gäste waren etwa König Max II. von Bayern und der Dichter Eduard Mörike.
Hinweise
Ein Einkaufstipp für Genießer ist das »Käs-Lädele« von Maria Vögel (Hof 18, Tel. 05512/29 60). Seit über 50 Jahren findet man hier eine große Auswahl an verschiedensten Käsesorten von den besten Sennereien der Region.
Kartentippfreytag & berndt-WK Bregenzerwald, 1:50 000. Kompass-WK 2 Bregenzerwald – Westallgäu, 1:50 000
MarkierungenÜbliche Wanderwegemarkierung; Wegweiser an allen Kreuzungspunkten.
VerkehrsanbindungSchwarzenberg liegt ein wenig abseits der Bregenzerwald–Bundesstraße B 200. Von den Abzweigungen in Egg und Bersbuch kommt man nach wenigen Kilometern in den Ort; einen Parkplatz zu finden, fällt oft nicht leicht. Bei der Anreise aus dem Rheintal ist die Fahrt von Dornbirn über das Bödele eine landschaftlich attraktive Alternative. Die Buslinien Nr. 38 (Dornbirn–Schwarzenberg) und 40 (Dornbirn–Warth) halten im Zentrum von Schwarzenberg.
GastronomieVerschiedenste Einkehrmöglichkeiten in Schwarzenberg; unterwegs keine.
Tipps
Der Dorfkern von Schwarzenberg ist überaus sehenswert. Viele alte Häuser sind liebevoll restauriert und vermitteln einen guten Einblick in die traditionelle Architektur des vorderen Bregenzerwaldes. Besonders begeistern uns die wuchtigen, geschindelten Häuser, die unter Denkmalschutz stehen. Im Zentrum ragt auch die barocke Pfarrkirche auf, in der sich Werke von Johann Josef Kauffmann und seiner weitaus berühmteren Tochter Angelika finden. Die Apostelbilder malte sie bereits im zarten Alter von 16 Jahren! Später entstand zusätzlich das Gemälde am Hochaltar.
Unterkunft
Verschiedenste Unterkunftsmöglichkeiten in Schwarzenberg.
Tourismusbüro
Tourismusbüro Alberschwende, Hof 3, A-6861 Alberschwende, Tel. 05579/42 33, gustl.eller@alberschwende.at, www.alberschwende.at
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