Auf das Eggerhorn

Abwechslungsreiche Gipfel- und Höhenwanderung an der Sonnseite des Binntals. Besonders schön während der frühsommerlichen Bergblumenblüte und im Herbst, wenn die hohen Gipfel bereits ihre weißen Schneekappen tragen. Der Sännewäg verläuft abschnittweise durch sehr steile Grashänge. Hier ist Trittsicherheit verlangt. Vom Fäldbach kann man alternativ auch zum Weiler Fäld (1547 m) absteigen. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Auf den Wiesen blüht es im Frühsommer bunt und artenreich, an einigen Stellen glitzert es geheimnisvoll: Mineralien. Dafür ist das Binntal bei den Geologen (fast) so berühmt wie das Matterhorn bei den Bergsteigern. Über 160 verschiedene Mineralienarten sind hier entdeckt worden, viele erstmals (und einmalig) im Binntal. Ursache ist die Gesteinsvielfalt in diesem Teil des Oberwallis: Serpentin, Dolomit, Gneise und Schiefer bauen den bunten Gebirgsrahmen auf. Die ergiebigste Fundstelle (Lengenbach) liegt oberhalb von Fäld am Weg zum Geisspfadsee; selbst die frei zugängliche Abraumhalde liefert immer wieder das eine oder andere Stück. Das Binntal ist uraltes Siedlungsgebiet, Bedeutung gewann es im Spätmittelalter durch seine Grenzpässe zur italienischen Nachbarschaft. Über den Albrunpass (Bocchetta d’Arbola, 2409 m) zogen die Walser einst ins Pomatt, wo heute noch einige ihrer Nachfahren leben. Der Pass ist heute ein beliebtes Wanderanspr. ziel, auch weil auf der Schweizer Seite ein gastliches, im Sommer bewirtschaftetes Haus steht, die Binntalhütte (2269m) des Schweizer Alpenclubs. Hinauf! Die gelben Wegzeiger leiten vom Parkplatz bzw. der Bushaltestelle durch den Ort hinauf zu den Wiesen über dem Dorf, den Waldachere. Im Wald stößt man auf eine Sandstraße, die bis zu den Lawinenverbauungen unter dem Kamm ansteigt. Der Wanderweg nimmt einen direkteren Verlauf, kürzt ihre weiten Schleifen ab. In der Straßenkehre (2040 m) unter dem Grasrücken von Burstini gabelt er sich; geradeaus zweigt der »Sännewäg« ab, halb links geht’s über einen Wiesenhang hinauf ins Sattulti (2128 m), wo sich ein erster grandioser Blick über die Rhonetalfurche auf die Berner Hochalpen ums Finsteraarhorn (4274 m) auftut (2.15 Std.). Zur großen Aussicht Der Gipfelweg steigt in weiten Schleifen über die Südflanke des Eggerhorns an. Unter dem Gipfel quert man flach hinüber in die weite Wiesensenke der Schafgale. Hier links (Wegzeiger) und über den Ostrücken zum Eggerhorn (2503 m; 3.30 Std.) und zum großen Panorama. Zurück ins Tal Der Abstieg führt zunächst hinunter zu der bereits genannten Verzweigung (2040 m). Hier biegt man ein in den aussichtsreichen »Sännewäg « (Sennenweg). Er quert im Bereich der Waldgrenze die steilen Sonnenhänge über dem Binntal, mit Aussicht auf das Ofenhorn (3253 m), das massig den Talschluss von Binn überragt. Im Tielöüwigrabe beginnt der Abstieg ins Tal; über die Stafulstatt (1928 m) läuft die schmale Spur hinunter zum Fäldbach (1820 m; 4.45 Std.), wo man in den spitzwinklig rechts abgehenden, schmalen Weg einbiegt. Er führt oberhalb der schroffen Felsabbrüche der Flüetosse (teilweise mit einer alten Suone) schräg hinunter zum Tielöüwigrabe. In ihm steil bergab zu seiner Mündung. Auf dem Talweg in leichtem Auf und Ab zurück nach Binn

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied1010 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortBinn (Schmidigehirschere, 1400 m), Hauptort des gleichnamigen Tals
AusgangspunktBushalt bzw. Parkplatz Binn
EndpunktBushalt bzw. Parkplatz Binn
TourencharakterDass es im Oberwallis auch Landstriche gibt, die so ganz anders sind als das Klischee von Zermatt und seinem Horn, beweist das Binntal eindrücklich: keine Gletscher, keine Viertausender, auch keine Seilbahnen und breit gewalzte Skipisten. Dafür finden Besucher hinter der wilden Mündungsklamm viel Bauernland.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 265 T
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungLax/Fiesch – Ernen – Binn, Straße 12 km. Postbuslinie
GastronomieEinkehrmöglichkeiten nur in Binn
Tipps
Landschaftspark Binntal Im Binntal setzt man ganz auf sanften Tourismus. Tal und Vorland links der Rhone mit den drei Gemeinden Binn, Ernen und Grengiols liegen heute innerhalb des Naturparks Binntal. Während das hintere Tal vielfältige Wanderund Tourenmöglichkeiten bietet, besitzen Ernen und Mühlebach Ortsbilder von nationaler Bedeutung mit einem großen Bestand an regionaltypischen Holzhäusern. In Mühlebach wurde Matthäus Schiner (1465–1522) geboren, der zum Kardinal von Sitten aufstieg und als einflussreicher Kirchenfürst europapolitische Ambitionen hegte. Seine engen Kontakte zu Papst Julius II. führten indirekt zur Gründung der Schweizergarde in Rom. Landschaftspark Binntal, Römerbrücke, CH-3996 Binn, Tel. 027/971 50 50, E-Mail: binntal@parcnet.ch, www.landschaftspark-binntal.ch
Informationen
Tourist-Info Binntaltourismus, Dorfplatz, 3996 Binn, Tel. 027/971 45 47, E-Mail: tourismus@binn.ch, www.binn.ch
Höchster Punkt
(Schmidigehirschere, 1400 m)