Auf das Brudelhorn

Gipfelwanderung auf markierten, teilweise rauen Wegen. Trittsicherheit und etwas Ausdauer erforderlich. Im Frühsommer unangenehme Hartschneefelder im Distelkar. Schönes Panorama. (Autor: Eugen E. Hüsler)
6 km
870 m
5.00 h
An Wochenenden, wenn sich die Motorradfreaks zwischen den Serpentinen der Nufenenpassstraße austoben, ist die Wanderung ein echter Weg in die Stille. Die wird höchstens unterbrochen, wenn ein »Mungg« seine Artgenossen mit lauten Pfiffen vor den bunt gekleideten Zweibeinern warnt. Im Frühsommer kann’s einem sogar passieren, dass ein putziger Kerl unter der Tür der Almhütte von Vorderdistel erscheint, um nachzuschauen, wer da seine Ruhe stört. Ein kurzer Blickkontakt, dann verschwindet das Pelztier lautlos, ohne Pfiff. Zum See Die Gipfeltour startet an der Nufenenstraße. Auf der alten Steinbrücke überquert man die Ägene, die sich hier tief ins Gestein gegraben hat, dann leitet der Weg am zunächst noch licht bewaldeten Hang bergan. Zur Linken schrauben sich die Serpentinen der Straße der Passhöhe entgegen, über der Blaggiwang staut eine Betonmauer den Griessee (2386 m) auf. Sein Wasser treibt die Turbinen des Kraftwerks Aegina an, ehe es der Kraftwerksgruppe Robiei im benachbarten Tessin zugeleitet wird. Nach knapp einer halben Stunde betritt man das Almgelände des Lengtalstafels (2088 m). Hinter der Hütte verflacht das Tal auf ein paar Hundert Meter; links zeigen sich die schroffen Ritzhörner, flankiert vom kümmerlichen Rest des gleichnamigen Gletschers. Die dünne Wegspur steigt am sonnseitigen Talhang hinauf nach Vorderdistel (2320 m; 1.30 Std.), dann über eine Schleife zur Hütte von Hinnerdistel (2480 m), einem hübschen Rastplatz. Berge rundum, aber (noch) kein See, und das Gipfelziel verbirgt sich hinter dem schartigen Distelgrat. Letzterer bleibt rechts; die weiß-rot-weißen Markierungen leiten – nur sanft steigend – in einem Linksbogen quer über das weite Distelkar. Ganz unvermittelt taucht dann der fast kreisrunde Bergsee auf, südseitig überragt vom felsigen Ritzberg. Der Gipfel Wenig höher, in einer namenlosen, mit 2660 Metern kotierten Senke, kommt (endlich!) das Brudelhorn (2791 m) ins Blickfeld. Eine Geröllspur leitet zum Gipfelaufbau, über harmlose Felsstufen erreicht man leicht das Kreuz am höchsten Punkt (3 Std.) mit prächtiger Sicht auf die Berner Alpen. Fast anderthalb Kilometer tiefer, an der jungen Rhone, die hier Rotten heißt, liegt Münster, der Hauptort des Goms. Die Aussicht richtet sich vor allem nach Norden, auf die Dreieinhalb- und Viertausender der Berner Alpen, angeführt vom Finsteraarhorn (4274 m). Abstieg auf dem Anstiegsweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied870 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortUlrichen (1346 m)
AusgangspunktLadstafel (1925 m) an der Straße zum Nufenenpass. Parkplatz
EndpunktLadstafel (1925 m) an der Straße zum Nufenenpass. Parkplatz
TourencharakterIn den Gomser Bergen gibt es so manch ruhigen Winkel, und einer von ihnen liegt im Lengtal: der Distelsee. Er versteckt sich hinter den Gratausläufern der Ritzberge und ist Etappe am Weg zum Brudelhorn (2791 m). Das wiederum bietet ein bekannt schönes Panorama, vor allem auf einen Teil der Berner Hochalpen mit dem Finsteraarhorn als absolutem Blickfang.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 265 T
MarkierungenWeiß-rot-weiße Markierungen, Steinmännchen, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungBusverbindung Ulrichen – Ladstafel – Nufenenpass
GastronomieKeine Hütte am Weg!
Tipps
Der Wolf ist zurück! Sein Ruf ist denkbar schlecht, und man muss nicht gleich an Rotkäppchen denken, um dem Wolf (Canis lupis) mit einiger Zurückhaltung zu begegnen. In den Schweizer Bergen vor über hundert Jahren ausgerottet, kehrt er nach und nach zurück in seine alte Heimat. Zurzeit dürfte ein halbes Dutzend dieser Raubtiere durch die Schweizer Alpen streifen. Das führt gelegentlich zu Problemen, weiden die Tiere im Hochsommer doch vielfach unbewacht auf den Almen. Während Naturschützer die Rückkehr des Wolfes begrüßen, plädieren Jäger für seinen Abschuss. Es geht aber auch anders. Speziell ausgebildete Herdenschutzhunde (z. B. Pyrenäen- Berghunde) bewachen heute Schafherden in den Hochalpen, was die Zahl gerissener Tiere deutlich zurückgehen lässt. Wer Hütehunden begegnet, sollte sich möglichst diskret verhalten, die Herde nach Möglichkeit weiträumig umgehen und die Hunde nicht provozieren. Der Einsatz von Herdenschutzhunden wird oft durch Schilder mit Verhaltenstipps angezeigt.
Informationen
Tourist-Info Goms Tourismus, Furkastr., CH- 3984 Fiesch, Tel. 027/970 10 70, E-Mail: tourismus@goms.ch, www.goms.ch
Höchster Punkt
Ladstafel (1925 m)