Auersberg

Höchster Berg im Westerzgebirge Wald- und Panoramawanderung auf überwiegend bequemen, zum Teil steilen Wegen und Pfaden, für die festes Schuhwerk empfehlenswert ist. (Autor: Bernhard Pollmann)
19 km
400 m
4.00 h
Erzgebirge Das Erzgebirge erstreckt sich als 130km langes Kammgebirge zwischen Vogtland und Sächsischer Schweiz, seit 1459 trägt es die Grenze zwischen Sachsen und Böhmen. Der Fichtelberg (1215m) beim Wintersportort Oberwiesenthal bildet die höchste Erhebung auf der sächsischen Seite und ganz Sachsens, der ebenfalls bei Oberwiesenthal gelegene Keilberg (Klínovec, 1243m) in Tschechien ist der höchste Berg des gesamten Gebirges. Ab dem Hochmittelalter wurde das damalige Waldgebirge in eine der größten Bergbauregionen Europas umgewandelt. Während der Reformation endete die überreiche Ausbeute an Silber und Erzen, geblieben ist der Name, der an diese Zeit erinnert - Erzgebirge. Talsperrenblick Sosa Ausgangspunkt ist die Talsperre Sosa oberhalb der gleichnamigen ehemaligen Köhler- und Bergbaugemeinde. 1949–52 wurde die Talsperre im wildromantischen Höllengrund, einem der urtümlichsten Täler des Westerzgebirges, unter dem Namen »Talsperre des Friedens« errichtet. Der 36 ha kleine Stausee enthält 6 Mio. Kubikmeter Trinkwasser. Durch die Wälder rund um den See führt ein abwechslungsreicher Rundwanderweg, bei dem man oberhalb und unterhalb des Stausees den von der Kleinen Bockau durchflossenen Höllengrund durchquert. Der beste Aussichtspunkt ist der »Talsperrenblick« bei der Freilichtbühne: Vom Parkplatz aus gelangt man in gut 10Min. dorthin. Erzgebirgisches Sibirien An der Talsperre Sosa taucht der mit der Markierung »Blaustrich« bezeichnete Europäische Fernwanderweg 3 (E 3) mit Richtungsangabe »Auersberg« auf einem Forstweg in den Wald ein. Zwischen den Bäumen bieten sich immer wieder Blicke auf den Stausee, dann erreichen wir das von der Kleinen Bockau durchflossene Höllengrundtal und wandern in ihm kurz aufwärts bis zur Wegeverzweigung an der Schutzhütte; wer dem Tal der Kleinen Bockau hier weiter aufwärts folgt, gelangt zur Verzweigung am Kleinen Stern und gelangt von dort aus auf dem Kammweg (Blaustrich) auf den Auersberg; dies ist die attraktive, abkürzende Rückwegvariante. Der E 3 hingegen verlässt das Tal der Kleinen Bockau an der Schutzhütte und führt in steilem Anstieg rechts hinauf zum Großen Stern auf dem Kamm des Auersbergmassivs. Das Gebiet ist das schneereichste Gebiet des Erzgebirges, weshalb diese Region früher als »erzgebirgisches Sibirien« bezeichnet wurde. Heute bildet der Schneereichtum die Grundlage für vielfältige Wintersportaktivitäten, die Loipen sind manchmal bis weit in den April hinein befahrbar, während es in den Tälern schon zu grünen und zu blühen beginnt. Vom Großen Stern führt der E 3 auf dem schnurgeraden »Mittelflügel« in stetem Anstieg weiter zum Gipfel des Auersbergs mit dem Aussichtsturm. Auersberg Der sagenumwobene Auersberg (1018m) im oberen Westerzgebirge ist der zweithöchste Berg Sachsens, der 18m hohe Aussichtsturm auf dem Gipfel bietet ein wundervolles Panorama des sächsischen und böhmischen Erzgebirges sowie des Vogtlands mit dem Elstergebirge. Ein Berggarten dokumentiert die charakteristische Flora im schneereichen Auersberggebiet, ein Berggasthof lädt zur Einkehr. Steil erhebt sich der bewaldete Bergstock aus den Tälern von Kleiner und Großer Bockau. Auf dem Auersberg muss man sich entscheiden, ob man den kürzeren Rückweg via Kleiner Stern nimmt oder durch das Tal der Großen Bockau wandert. Letztere Variante wird im Folgenden geschildert. Wildenthal Vom Auersberg leiten E3 und Kammweg in gemeinsamer Routenführung auf dem Schlangenweg in Serpentinen durch die Westflanke hinab in den kleinen Ort Wildenthal im Tal der Großen Bockau. Wildenthal im »wilden Tal« der Großen Bockau am Westfuß des Auersbergs ist eine der ältesten Sommerfrischen des Erzgebirges. Im 16./17. Jh. arbeiteten hier rund 300 Bergleute, bis um 1850 herrschte zudem reger Hammerwerksbetrieb. Heute ist der Ort industriefrei und ein idealer Ausgangspunkt zur Erkundung des Auersberggebiets sowie des Tals der Großen Bockau. Hier folgen wir kurz der Straße talabwärts und biegen dann auf den fahrradfähigen Weg längs der Großen Bockau ein. Er folgt durchgehend dem über Granitblockwerk gischtenden Bach im tief eingeschnittenen Tal, die schönste Passage bildet das Naturschutzgebiet Bockautal, an dessen unterem Ende die Felsgruppe Kamel aufragt. An der wenig später erreichten Rektorbrücke besteht die Möglichkeit, nach Sosa abzukürzen, desgleichen an der nächsten Brücke (auf dem Höllengrundweg zur Talsperre, dort links auf den Rundwanderweg), doch wir wandern weiter talabwärts an der Hotelgaststätte Zimmersacher vorbei, weil wir den Blauenthaler Wasserfall, den höchsten Wasserfall des Freistaats Sachsen, sehen wollen. Blauenthaler Wasserfall Der Blauenthaler Wasserfall im Tal der Großen Bockau bei Eibenstock-Blauenthal ist der größte Wasserfall des Erzgebirges. Der Besitzer der damaligen Toelleschen Papierfabrik ließ ihn nach dem Ersten Weltkrieg künstlich anlegen: Im Höllental wurde der Kleinen Bockau durch einen aus Natursteinen gemauerten Graben Wasser abgezapft; der Graben leitete das Wasser im weiteren Verlauf auch über das Steinbächel, ehe die Wassermassen auf die Turbinen der Papierfabrik im Großen Bockautal niederstürzten. Sonn- und feiertags, wenn die Maschinen der Papierfabrik still standen, wurde das gestaute Wasser über eine Felswand in das Tal der Großen Bockau abgeleitet – als viel besuchte Attraktion für Sonntagsausflügler entstand auf diese Weise der Blauenthaler Wasserfall, nicht irgendwo, sondern an einem der sagenumwobensten Felsen des Tals: Von einem schwarzen Ritter, der Wunderblume und riesigen Schätzen berichten die Sagen. Wenig später erreichen wir Blauenthal und folgen hier (man kann auch den Bus nehmen) dem Zinnsteig nach Sosa. Dort erfolgt der Schlussspurt zurück zum Ausgangspunkt an der Talsperre.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied400 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortDer Erholungsort Sosa liegt im Naturpark Erzgebirge/Vogtland am Fuß des Auersbergs, des höchsten Bergs im westlichen Erzgebirge.
AusgangspunktParkplatz am Festgelände von Sosa am Stausee (650m).
TourencharakterVon der Talsperre Sosa führt der Europäische Fernwanderweg 3 auf den Auersberg, den von einem Aussichtsturm bekrönten höchsten Berg des Westerzgebirges, und von dort steil hinab nach Wildenthal im Tal der Großen Bockau. Wer in diesem naturschönen, als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Tal flussabwärts wandert, gelangt zum höchsten Wasserfall Sachsens und kann dem historischen Zinnsteig zurück nach Sosa folgen. Diese herrliche Ganztagswanderung ist wegen ihrer Länge von 20km anstrengend, lässt sich jedoch dank des dichten, gut ausgeschilderten Wegenetzes vielfach variieren und abkürzen - Unsere Wanderung führt vom Gipfel durch das Tal der Kleinen Bockau zurück und ist nur 12km lang.
Beste Jahreszeit
KartentippNaturparkkarte Erzgebirge-Vogtland 1 - 25000, Blatt 3/4 (Landesvermessungsamt Sachsen).
VerkehrsanbindungB 283 Klingenthal – Eibenstock – Aue und in Eibenstock-Blauenthal (hier Bahnhof) abzweigen nach Sosa.
GastronomieSosa, Auersberg, Wildenthal, Blauenthal.
Tourismusbüro
Gemeinde Sosa, Hauptstraße 28, 08326 Sosa, www.sosa.de

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