Auerberg

Kurze Wanderung für alle, die nicht viel Zeit haben (Autor: Christiane Floto, Antje Martin)
4 km
250 m
2.00 h
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf den Auerberg zu gelangen. Ausgangspunkt unserer Tour ist Geisenhofen. Hier parken wir neben einer schmucken Kapelle und folgen dem Wanderweg ca. 45 Minuten auf den Gipfel. Dieser Weg ist ein Teilabschnitt des 140 Kilometer langen Prälatenweges von Marktoberdorf nach Kochel am See. Wir laufen zuerst an einer Pferdekoppel vorbei. An der nächsten Wegkreuzung halten wir uns links und folgen dem Kuhweidezaun, bis wir auf einer kleinen Anhöhe eine Bank erreichen. Wir setzen uns für einen Moment und genießen die Aussicht. Von hier bietet sich ein wunderschöner Blick auf die darunterliegenden Ortschaften Stötten und Rettenbach sowie das Stöttener Moor. Weiter geht es auf einem alten Ziehweg durch den Wald. Der Weg ist ein wenig holperig und kann recht matschig sein, wenn es vorher geregnet hat. Festes Schuhwerk ist daher emp- fehlenswert. Luna macht das natürlich nichts aus. Sie springt freudig vor und zurück auf dem weichen Untergrund. Nach dem Wald führt der Weg sehr idyllisch durch Weidegebiet, vorbei an Pferdekoppeln. Hier stehen zwei Pferdetränken, die Wasser liebende Hunde – wie unsere Luna – zu einem Vollbad einladen. Bevor der Wanderweg links zur Kirche St. Georg auf dem Auerberg führt, lohnt sich ein Abstecher nach rechts in Richtung Aussichtspunkt Buffernandl. Nach ca. 10 Minuten Fußweg kann man auf einer der Bänke das wunderbare Alpenpanorama genießen. Es reicht vom Wendelstein im Osten über das Wettersteingebirge und die Ammergauer Alpen bis hin zu den Allgäuer Alpen und dem Bregenzer Wald im Westen. Der Panoramagasthof »Auf dem Auerberg« lädt mit seiner schö- nen Aussichtsterrasse zu einer gemütlichen Rast ein. Geöffnet ist die Gaststätte täglich ab 10 Uhr (www.auerberg.com). Hier steht auch frisches Wasser für die durstigen Vierbeiner bereit. Nach einer kleinen Stärkung lohnt sich der Turm- aufstieg in der kleinen Kirche St. Georg. Hunde müssen natürlich draußen warten. Die Plattform, die über eine steile Treppe neben dem Altar erreicht werden kann, bietet einen grandiosen Rundblick. Angeblich kann man von hier mehr als 230 Ortschaften erkennen! Wer möchte, kann die kleine Wallfahrtskirche noch innen besichtigen. Die Kirche stammt aus der roma- nischen Zeit und diente den umliegenden Höfen auf dem Berg als Gotteshaus. 1497 wurde der gewölbte Chor hinzugefügt. Das Langhaus dagegen entstand erst nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die bedeutendsten Kunstwerke der Kirche befinden sich im Chorraum. Über dem Eingang zur Sakristei beeindruckt die Madonna auf der Mondsichel von Jörg Lederer. Gegenüber findet man die beiden Seitentafeln eines Flügelaltars (um 1550) mit den 14 Nothelfern, darunter auch der heilige Georg. Die große Rosenkranzmadonna im Chorbogen wurde in einer Weilheimer Werkstatt gefertigt und stammt aus dem Jahr 1641. Bevor wir den Rückweg antreten, können wir uns noch über Aus- grabungen auf dem Auerberg informieren. Zurzeit finden diese im Zuge der Kanaltrasse, die für die Gaststätte benötigt wird, statt. Hier erfahren wir, dass wir uns innerhalb der fast 2000 Jahre alten und damit ältesten römischen Siedlung auf bayerischem Boden befinden. Hier standen im 1. Jahrhundert n. Chr. ein römischer Militärstützpunkt sowie eine Zivilsiedlung. Einzigartig ist seine extrem hoch gelegene, ausgedehnte und von einem großen Erdwall geschützte Siedlung. Für den Rückweg folgen wir zunächst der Beschilderung »Römerweg«. Der Römerweg führt zurück nach Stötten am Auerberg. Da wir jedoch zum Parkplatz in Geisenhofen zurückkehren möchten, folgen wir der Beschilderung des Prälaten- weges mit zwei Bischofsstäben und biegen nach ca. 1 Kilometer nach rechts ab. Auf diesem Weg erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt Geisenhofen.

Wandern mit Hund

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied250 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz in Geisenhofen neben der Kapelle
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer 1055 Meter hohe Auerberg ist ein beliebtes Ausflugsziel und bietet ein überwältigendes Panorama. Wegen seiner dominierenden Lage in der Voralpenlandschaft wird er auch liebevoll »schwäbischer Rigi« genannt, obwohl er genau an der Grenze zwischen den Regierungsbezirken Schwaben und Oberbayern liegt.
Kartentippopographische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes 1 - 30 000, Blatt Allgäu
VerkehrsanbindungÜber die B 16 bis Stötten, bei der Kirche in Richtung Auerberg fahren
Tipps
Kirche St. Georg Der Sakralbau steht auf dem höchsten Punkt des Auerbergs und beherbergt einige bedeutende Aus- stattungsstücke, wie z. B. die Muttergottes auf der Mondsichel von Jörg Lederer, einem bekannten Allgäuer Bildschnitzer. Die Auerbergkirche ist heute noch Wallfahrtskirche und Ziel eines Georgirittes. Dieser findet seit 1925 jedes Jahr am Sonntag nach dem Namensfest des hl. Georg (23. April) statt. Zuerst wird eine feierliche Feldmesse mit einer Pferdesegnung abgehalten und anschließend umrunden alle Reiter sowie der Ortsgeistliche hoch zu Ross in einem farbenprächtigen Festzug die Auerbergkirche.
Informationen
Nach dem Wald an der Pferdetränke oder in der Panoramagaststätte

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