Astjoch, 2194 m

Gemütliche Gipfelwanderung mit viel Aussicht und zwei Einkehrmöglichkeiten (Autor: Eugen E. Hüsler)
10 km
640 m
3.00 h
Aufstieg Vom kleinen Parkplatz beim Kreuznerhof (ca. 1560 m) folgt man zunächst der nach Norden ansteigenden Straße, biegt aber schon nach wenigen Metern links in den markierten Waldweg ein (Tafel). Angenehm schattig geht’s bergan, zweimal breite Forstpisten kreuzend. Nach etwa einer Stunde ist die Walderalm (1908 m) in schöner Aussichtslage erreicht. Eine Viertelstunde höher mündet der gut markierte Weg in eine Schotterstraße, die sanft steigend zu den Kaserhütten (2110 m) führt. Hier verdienen die originellen »Trophäen« sowie die »Edelweißwand« zumindest einen Seitenblick, bevor man über offene, nur mäßig steile Wiesenhänge ansteigt zum weithin sichtbaren Kreuz am Astjoch (2194 m; 2 Std.). Da ist dann eine längere Pause fällig, allein schon wegen dem Panorama mit seinen vielen Gipfeln. Ganz nah die mächtige, graue Bullenstirn des Peitlerkofels (2874 m), fern im Norden die vielfach gebrochene, weiße Linie des Zillertaler Hauptkamms. Höhenweg Er beginnt steinig, führt über kleine Felsstufen westwärts hinunter gegen die Astalm. Sie bleibt rechts, wie auch das unter Schutz stehende Hochmoor. Auf einer Schotterpiste wandert man mit freier Sicht auf das Lüsner Tal und zu den braunen Kämmen der Sarntaler Alpen flach hinüber zur Starkenfeldhütte (1936 m). Nur eine Viertelstunde weiter (Wegzeiger) wartet mit der Rastnerhütte (1931 m; 2.45 Std.) die nächste Einkehrgelegenheit: Apfelstrudel oder Kaiserschmarren? Abstieg In Sichtweite der Hüttenterrasse weist ein Schild an der Straße (»Ellen«) den Weg zurück ins Tal: zunächst an einem Holzzaun entlang zu einem Moortümpel, dann mit den Markierungen 67 und 67b an dem bewaldeten Hang bergab. Hinter dem Graben des Burgerbachs stößt man auf eine breite Forstpiste, die über zwei Serpentinen (Abkürzer) zurückleitet zum Parkplatz oberhalb von Ellen (3.45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied640 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortEllen (1362 m)
AusgangspunktKleiner Wanderparkplatz (ca. 1560 m) beim Kreuznerhof
EndpunktKleiner Wanderparkplatz (ca. 1560 m) beim Kreuznerhof
TourencharakterAlle Welt kennt den Kronplatz (2277 m), vor allem Wintersportler reisen en masse an, um hier auf- und abzufahren, am Drahtseil bis in Gipfelhöhe, wo man dann zwischen einer ganzen Anzahl von breiten Pisten wählen kann. Liftmasten und Schneekanonen soweit das Auge reicht, am Gipfelplateau die übliche Infrastruktur, Jagatee und ähnlich Hochprozentiges inklusive, dazu eine bombastische Friedensglocke. Versöhnung mit der Natur kann damit nicht gemeint sein, denn gerade machen sich die Wintersportpromotoren daran, die einzige vom Massenskilauf noch unberührte Flanke des armen Berges für die Brettlfans aufzurüsten. In Percha entsteht ein Bahnhof (für anreisende Italiener gedacht), dazu eine neue Seilbahn bis hinauf zur großen Aussicht. Für die war der Kronplatz ja einst berühmt, zu Recht, denn seine freie Lage zwischen dem Alpenhauptkamm und den Dolomiten garantiert bei Schönwetter ein Panorama, das schon Paul Grohmann bezauberte: »Es besteht für mich kein Zweifel, dass die Rundschau vom Kronplatz eine der schönsten Südtirols ist, und kein Gipfel, den ich kenne, vereinigt wieder die beiden Gegensätze Marmolata und Zillertaler Ferner in solcher Weise mit der schönsten Talaussicht, die man sich denken kann.« Das stimmt heute noch, doch der Naturfreund mag es halt lieber, wenn Kühe, aber keine Liftmasten auf der Wiese stehen, keine Pistenschneisen, kärglich begrünt, wie offene Wunden durch den Bergwald ziehen. Deshalb weicht er lieber aus, lässt den armen Kronplatz links liegen und steuert das Astjoch (2194 m) an. Es liegt im Mittelpunkt eines über zehn Quadratkilometer großen Almreviers. Auf dem aus Quarzphyllit bestehenden Rücken liegen mehrere Hochmoore, dazu kleine Seeaugen – und ein paar einladende Hütten. Und die Aussicht vom Kulminationspunkt, dem Astjoch, braucht einen Vergleich mit jenem des Kronplatzes nicht zu scheuen; sie reicht – wie sich am originellen, aus Steinen gestalteten Gipfelzeiger ablesen lässt – vom Adamello im Südwesten bis zu Österreichs Höchstem, dem Großglockner.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 033 »Bruneck und Umgebung«
MarkierungenRot-weiße Markierungen, Nummern 67, 2, 67b
VerkehrsanbindungNach Ellen kommt man von Bruneck bzw. St. Lorenzen via Montal über eine ziemlich schmale Bergstraße. Anfahrt bis zum höchstgelegenen Hof möglich, keine Busverbindung
GastronomieWalderalm, im Sommer; Starkenfeldhütte, Pfingsten bis Allerheiligen, Tel. 0472/45 42 03; Rastnerhütte, Mitte Mai bis Mitte November, Tel. 0472/56 64 22
Tourismusbüro
Tourismusverein, Dorfstraße 19, I-39040 Lüsen; Tel. +39/0472/41 37 50, info@luesen.com, www.luesen.com

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Eugen E. Hüsler

Wandertouren in den Alpen

500 Wandertouren in einem Kompendium! Damit werden Ihnen die Ideen für Wanderungen in den Ost- und Westalpen ein Leben lang nicht ausgehen.

Jetzt bestellen