Arpelistock

Landschaftlich sehr abwechslungsreiche Gipfeltour am westlichen Ende der Berner Alpen. Trittsicherheit und – trotz Markierungen – ein Mindestmaß an Orientierungssinn sind nötig. Bei schlechter Sicht, Nässe, Schnee und Eis nicht zu empfehlen. Als Eintagesoder Zweitagestour möglich. Eine gute Kondition gehört ebenso zur Ausrüstung. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
8 km
1657 m
7.00 h
Aufstieg Beim Parkplatz bzw. der Bushaltestelle Legerlibrügg (1379 m) am Lauenensee beginnt der landschaftlich einmalige Weg zur Geltenhütte, der allein schon eine Tour wert ist! Auf gutem Wanderweg werden mehrere Talstufen des Geltenbachs durchquert und man kommt mehrfach an Wasserfällen vorbei. Höhepunkt ist dabei der Geltenschuss im obersten Teil. Kurz darauf wird die Geltenhütte (2003 m) erreicht. Hinter der Hütte nach links dem Wegweiser »Rottal « folgen. Bald schon entdeckt man die ersten blau-weißen Markierungen. In einem Linksbogen und über eine Brücke erreicht man das Rottal. Dieses wird von einem riesigen Felszirkus umgeben, über die untersten Wände von Wildhorn und Geltenhorn stürzen unzählige Wasserfälle herab. Was für ein Talschluss! Über Moränengelände geht es nun steiler auf die nächste Talstufe und erneut durch Blockfelder hinauf bis in den Sattel P. 2685 m. Das Felsgelände darüber machte bisher nicht den Einruck, dass es sich einfach durchsteigen ließe. Am Sattel sieht man jedoch, dass es problemlos möglich ist - Die guten Markierungen leiten sicher durch das Fels- und Schuttgelände. Ab und zu braucht es zwar die Hände zum Fortkommen, wirklich schwierige Stellen gibt es aber keine. Oberhalb der Felsen wird das Gelände deutlich flacher. Die Wegspur macht nun zunächst einen Bogen nach rechts, um dann wieder links haltend den Gratrücken und über diesen den Gipfel zu erreichen. Bald darauf steht man am Arpelistock (3036 m) und genießt eine fantastische Rund- und Weitsicht. Die Viertausender der Walliser Alpen sind im Südhalbrund aufgereiht, ebenso wie die Spitzen und Zinnen des Montblanc-Massivs. Nebenan im Osten Wildhorn und Geltenhorn, im Westen Diablerets und Oldenhorn. Die Voralpen und die Höhenzüge des Jura schließen das Bild im nördlichen Halbrund. Abstieg Auf demselben Weg. Variante Der Arpelistock lässt sich auch nach Süden ins Wallis überschreiten. Dazu folgt man der Wegspur, die vom Gipfel in Kehren durch die steile Südflanke hinabzieht. Im steilen Kalkgeröll sind absolute Trittsicherheit sowie Konzentration auf den Weg gefragt! Der anspruchsvollste Abschnitt ist jedoch bereits im nächsten Sattel vorbei und die Wegspur führt durch die Flanke und wieder ein paar leichte Felsstufen hinab zur Arête de l’Arpille. Hier mündet von links der Weg von der Cabane des Audannes ein. Dies ist ein Teilstück der vor allem in der Romandie populären Tour du Wildhorn. Über diesen aussichtsreichen Gratrücken geht’s dann zügig zum Sanetschpass (2242 m) frz. Col du Sanetsch. Ab hier gibt es zwei Alternativen: entweder nach Norden auf markiertem Weg hinab zum Sanetschsee (2034 m) und von dort mit der Bahn hinab nach Gsteig. Selbstverständlich kann man auch das restliche Teilstück nach Gsteig laufen. Zeit 2 Std. bis zum Sanetschpass ? 794 Hm, T 4. Weitere 2 Std. bis Gsteig, ? 1067 Hm. Oder aber nach Süden auf markiertem Weg zum Hôtel du Sanetsch, 2047 m und von dort steil hinab via Glarey zur Bushaltestelle bei Glarey (1437 m). Allerdings sind die Verbindungen ab hier sehr spärlich und man sollte sich vorher gut darüber informieren. Man kann ab dem Sanetschpass auch den gesamten »Abstieg« ins Wallis mit dem Postauto bewältigen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied1657 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz Legerlibrügg (1379 m) am Lauenensee, gebührenpflichtige Parkplätze, Bushaltestelle.
EndpunktParkplatz Legerlibrügg (1379 m) am Lauenensee, gebührenpflichtige Parkplätze, Bushaltestelle.
TourencharakterDer starke Gletscherrückgang der letzten Jahre hat für Hochalpinisten einschneidende Konsequenzen - Heutzutage sind viele der klassischen Hochtouren nicht mehr oder nur noch unter den allerbesten Bedingungen möglich. Für Berg- und Alpinwanderer haben sich dafür neue Ziele ergeben. Eines davon ist der Arpeli - stock. Noch bis in die Neunzigerjahre des letzten Jahrhunderts war der Gipfel eine einfache Gletschertour, nun kann man ihn auf schnee- und eisfreien Anstiegen sogar überschreiten. Der mittlerweile zweigeteilte Geltengletscher ist mit seinen vielen Spalten trotz Rückgang noch immer sehr wild, selbst aus der Ferne wirkt er noch recht beeindruckend. Für einen Gletscher in dieser Höhe (unter 3000 m) scheint er noch nicht ganz so viel eingebüßt zu haben. Das mag daran liegen, dass Fronten aus Westen zuerst eintreffen und bereits hier einiges an Feuchtigkeit liegen lassen. Für konditionsstarke Alpinwanderer ist die Tour vom Lauenensee an einem Tag machbar. Die Überschreitung innerhalb eines Tages hingegen ist ein sehr anstrengendes Unternehmen, obwohl sie oft von Gsteig aus mithilfe der Seilbahn zum Sanetschsee von West nach Ost durchgeführt wird. Am Arpelistock ist Französisch übrigens deutlich häufiger zu hören als Deutsch – kein Wunder, schließlich befindet man sich hier ebenso wie am Oldenhorn an der Sprachgrenze. Zudem ist die Region für viele Bergsteiger aus der Romandie einfacher zu erreichen als aus der Deutschschweiz.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 25 000, 1266 Lenk, 1286 St. Léonard; 1:50 000, 5025 T Saanenland Simmental
MarkierungenSAW-Wegweiser und weiß-rot-weiße Markierung bis zur Geltenhütte, zum Arpelistock weißblau- weiße Markierungen, Abstiegsalternativen bis zur Arête de l’Arpille ebenfalls blau-weiß, ab Sanetschpass in beide Richtungen wieder weiß-rot-weiß markiert.
VerkehrsanbindungStraße und Busverbindung von Lauenen.
GastronomieGeltenhütte (2003 m), bewartet von Ende Juni – Anfang Oktober, Tel. +041/33/765 32 20, www.geltenhuette.ch
Unterkunft
Geltenhütte (2003 m), bewartet von Ende Juni – Anfang Oktober, Tel. +041/33/765 32 20, www.geltenhuette.ch
Tourismusbüro
Gstaad Saanenland Tourismus, CH-3780 Gstaad, Tel. +41/33/748 81 81 www.gstaad.ch