Anthauptenalm und Moosenalm

Leichte Wanderung auf überwiegend breiten Alm- und Forststräßchen, der Übergang von der Anthauptenalm zur Moosenalm und der Abstieg in die Mordau erfolgt auf guten Wanderwegen. Schwarzbachwacht - Anthauptenalm - Moosenalm - Lattenbergalm - Mordaualm - Schwarzbachwacht. Oder - Predigtstuhl-Bergstation - Obere Schlegelalm - Moosenalm. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
16 km
935 m
6.00 h
Von „Wachterl“ zur Anthauptenalm Vom Parkplatz an der Deutschen Alpenstraße wenden wir uns talwärts, überqueren die Straße und wandern zuerst auf dem sanft ansteigenden, schmalen Fahrweg den bewaldeten Berghang entlang. Nach etwa einer halben Stunde zweigt rechts der direkte Anstieg zur Moosenalm ab. Wir gehen jedoch geradeaus (Markierungs-Nummer 476) weiter und bleiben auf dem „Leitweg“, der uns durch den vor einigen Jahren aufwändig aufgeforsteten Weißwandwald hinauf auf das Plateau des Lattengebirges bringt. Wir umrunden den Hochmaiskopf und biegen dann links ab zu den Wiesen der Anthauptenalm, auf der sich der Wastlkaser und der Ecklerkaser befinden. Übergang zur Moosenalm Von den Almen zurück bis zur Weggabelung; dort kurz auf der Forststraße nach links, bei der nächsten Weggabel rechts, bis nach wenigen Minuten der Weg zur Moosenalm abzweigt. Nun folgen wir dem Wanderweg (Markierungs-Nummer 476) über die wellige und bewaldete Hochfläche hinüber zur Moosenalm, die etwas höher liegt. Übergang in die Mordau Von der Moosenalm ein kurzes Stück vor zu einer Wegverzweigung mit auffälligem Wegweiser; diesem folgen wir halblinks haltend in Richtung Lattenbergalm. Zuerst über freies Gelände, dann durch Wald erreichen wir nach einer Dreiviertelstunde Gehzeit die Lattenbergalm (1480 m). Der Weg steigt nun an zur Karschneid (1550 m), dem Sattel zwischen Karspitz und Jochköpfl, und führt nach einem Linksknick jenseits steil hinab zur Mordaualm (1190 m). Diesen Weg nimmt auch das Almvieh, wenn es zur Hochalm getrieben wird. Der Überlieferung nach soll hier, wie schon der Name anklingen läßt, ein Mord passiert sein. Nachdem es hiervon aber mehrere Versionen gibt, wollen wir es bei dieser Andeutung belassen. Nach einer letzten Brotzeit beim Kederbacher- oder Taubenseekaser machen wir uns bereit für den letzten Wegabschnitt. Abstieg zur Schwarzbachwacht Von der Mordaualm schlendern wir auf dem breiten Fahrweg durch Wald – zuletzt auf Asphalt – hinab zur Deutschen Alpenstraße, wobei wir uns immer rechts halten. Dort unterqueren wir die Straße und folgen rechts dem breiten Wanderweg zum Taubensee, der uns noch zu einigen naturkundlichen Entdeckungen einlädt. Anschließend gehen wir auf diesem Wanderweg weiter, der uns – zuletzt ein Stück entlang der Straße – zurück zum Wanderparkplatz an der Schwarzbachwacht („Wachterl“) bringt, dem Grenzübergang der ehemaligen Fürstpropstei Berchtesgaden. Zugangsvariante vom Predigtstuhl Von der Bergstation der Predigtstuhlbahn führt ein blauweiß bezeichneter Wanderweg durch Wald hinab zur Diensthütte bei der verfallenen Oberen Schlegelalm. Von dort folgen wir links einem Bergpfad mit der Markierungs-Nummer 470 im leichten Auf und Ab – ein paar Gräben werden auf Holzstegen gequert, eine abschüssige Stelle ist mit Drahtseil gesichert – durch die bewaldete Westflanke des Karkopfs, der höchsten Erhebung des Lattengebirges. Nach zwei Stunden Gehzeit treffen wir auf die von Baumgarten heraufführende Forststraße (über die im Herbst der Almabtrieb verläuft), halten uns dort links und nehmen bald den rechts abzweigenden Pfad (weiterhin Marierungs-Nummer 470) durch das „Schwimmende Moos“ hinauf zur Moo-senalm. Der Gipfelabstecher Das Plateau des Lattengebirges weist keinen ausgeprägten Gipfel auf, auch wenn es vom Tal aus so aussehen mag, denn besonders nach Westen und Norden fällt das Plateau recht steil ab. Von der Anthauptenalm sind es nur 10 Minuten zum Vogelspitz (1287 m), einer kleinen Erhebung an der Nordwestkante, von der aus ein faszinierender Tiefblick auf das Saalachtal möglich ist.

kindgerecht
Frühlingstour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied935 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz auf der Schwarzbachwacht (868 m). Evtl. Bergstation der Predigtstuhlbahn (1600 m).
TourencharakterDas dicht bewaldete Lattengebirge weist auf seinem weiten Hochplateau einige große Rodungsinseln auf, die schon seit Jahrhunderten zu Almzwecken genutzt werden. Die Almen sind Berechtigungsalmen, d. h. das Weidegebiet gehört dem staatlichen Forstamt, die Almgebäude jedoch den jeweiligen Bauern, die die Alm bestoßen. Erstes Ziel unserer Almrunde ist die Anthauptenalm mit dem Wastlkaser und dem Ecklerkaser. Auf den Almweiden stehen ab Juni etwa 30 Stück Jungvieh und ein paar Milchkühe, die bis dahin bereits ein paar Wochen Almerfahrung auf der Schwarzbachalm, dem Niederleger, gesammelt haben. Auf dem Wastlkaser, der in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts abbrannte und danach wieder aufgebaut wurde, gibt der „Adi“ vom Wastlbauernhof in Ulrichsholz kleine Brotzeiten aus, falls er nicht gerade seine Kälber suchen muss. Wenige Meter unterhalb steht der Ecklerkaser, der zum Ecklerlehen in Bischofswiesen gehört. Beim „Eckler“ wird noch – im Gegensatz zum Wastlkaser – Butter und Käse hergestellt. Auch wird im Herbst aufgekranzt, d.h. die Tiere für den Almabtrieb geschmückt. Den Termin für den Rückzug von der Bergweide bestimmt übrigens das Forstamt, meistens findet er in der letzten Woche im September statt. Die Moosenalm (im engeren Sinn der Wölflkaser) nimmt almhistorisch eine Sonderstellung ein, denn sie ist der am besten erhaltene Rundumkaser in den gesamten Berchtesgadener Alpen. Er steht seit Jahren unter Denkmalschutz und wird vom Wölflbauer aus Unterjettenberg liebevoll gepflegt. Das Besondere am Rundumkaser, der in seiner Architektur im gesamten Alpenraum einzigartig ist, ist die besondere Anordnung von Stall- und Wohnbereich - Der Stall ist um den fensterlosen Wohn- und Wirtschaftsraum – dem ursprünglichen Hüttl – herum gebaut. Zu Beginn der Almwirtschaft standen die Tiere nur im Freien und wurden lediglich zum Melken an die Hüttenwand angebunden. Erst später baute man einen Stall an. Man gelangt also nur an den Kühen vorbei ins Reich der Sennerin, denn die Kühe stehen tagsüber im Stall. Laut Almrecht dürfen sie hier nur nachts auf die Weide. Es gibt selbst gemachten Käse, Speck sowie Milch, Buttermilch und diverse andere Getränke. Nebenan liegt der Sichlerkaser, bei dem sich Wanderer ebenfalls niederlassen können. Letzte Station unserer Runde sind der Kederbacherkaser und der Taubenseekaser in der Mordau. Es handelt sich hier um eine Gemeinschaftsalm mit Weideberechtigung von zwei Bauern aus der Ramsau. Der Taubenseekaser wurde im 18. Jahrhundert von einer Lawine hinweggefegt, der Kederbacherkaser brannte ab und wurde 1912 wieder aufgebaut. Übrigens: Der Erstbegeher der Watzmann-Ostwand stammt aus der Familie der Kederbacher. Zusammen bringen die beiden Bauern etwa 45 Stück Jungvieh und acht Kühe auf den Niederleger. Butter, Almkäs und Graukäs sind das almtypische Ergebnis, das auch den Wanderern nicht vorenthalten wird. Die Lattenbergalm ist die Hochalm der Mordaualm und wird ab Ende Juli für etwa vier Wochen mit Jungvieh bestoßen. Während dieser Zeit besteht dort weder auf dem Hoch- noch auf dem Niederleger eine Einkehrmöglichkeit. Im frühen Herbst wird – wenn alles gut gegangen ist – „aufgekranzt“ und das Almvieh zu Tal gebracht, in der Regel ebenfalls in der letzten Septemberwoche. Und da sind sie alle versammelt – die Wanderer und die Almleut.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte BLVA, 1 - 50 000, Blatt „Berchtesgadener Alpen“.
VerkehrsanbindungAuf der Salzburger Autobahn bis zur Ausfahrt Piding, auf der B 20 über Bad Reichenhall (Umgehungsstraße) nach Unterjettenberg; dort links weiter in Richtung Ramsau. Auf der wenig ausgeprägten Passhöhe befindet sich rechts, 300 m nach dem Gasthaus, der Parkplatz auf der rechten Seite. Oder Anfahrt zur Talstation der Predigtstuhlbahn; dort Parkplatz. Mit der Bahn bis zum Bahnhof Bad Reichenhall; von dort mit dem RVO-Bus nach Unterjettenberg, dort umsteigen in den Bus in Richtung Ramsau (nur während des Sommerfahrplans).
GastronomieAnthauptenalm (Wastlkaser, 1239 m) und Eckleralm (1235 m; beide während der Weidesaison einfach bewirtschaftet; Brotzeit und Getränke); Moosenalm (1400 m), von Juni bis Ende September bewirtschaftet; Mordau - Kederbacherkaser und Taubenseekaser (1190 m), von Mitte Juni bis Ende Juli und von Ende August bis Ende September einfach bewirtschaftet.
Tipps
Der Tipp für Kinder Auf unserem Rückweg zum Wachterl passieren wir den Taubensee, ein seltenes, unter Naturschutz stehendes Biotop, das uns zahlreiche bedrohte Pflanzen und Wassertiere näher bringt. Eine ausführliche Informationstafel gibt darüber Aufschluss.
Informationen
Dauer - Von der Schwarzbachwacht zur Anthaupten- alm 2 1/2 Std.; Übergang zur Moosenalm 1 1/2 Std.; Übergang in die Mordau 1 1/2 Std.; Rückkehr zur Schwarzbachwacht 1 1/2 Std. Gesamtgehzeit: 6 1/2 Std. Höhenweg von der Predigtstuhl-Bergstation 3 Std.