Ammertenspitz, 2613 m

Anspruchsvolle Gipfelüberschreitung; Aufstieg abschnittweise gesichert, Abstieg unterhalb des Ammertenpasses einige etwas heikle Stellen. Etwas Bergerfahrung und ein sicherer Tritt sind unerlässlich. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Von der Seilbahnstation Metsch (1477 m) folgt man zunächst dem markierten Weglein, das über Wiesen gegen den Metschberg ansteigt. Es quert den Graben des Sumpfbachs und gewinnt am Metschhorn (1901 m), einer felsigen Kuppe, den grasigen Südwestgrat des Regenboldshorns (2193 m). An ihm aufwärts bis knapp unter den Vorgipfel und rechts flach in den Bummerepass (2055 m). Jenseits der Scharte geht's kurz abwärts, dann biegt man auf den Weg ein (Hinweis »Ammertenspitz«), der in leichtem Auf und Ab nordseitig um das Regenboldshorn herum in den Sattel (2093 m) am Ansatzpunkt des Ammertengrates führt (2:30 Std.).
Der schön angelegte, aus dem mürben Gestein gehauene und mit Ketten gesicherte »Aeugi-Lowa-Weg« steigt in Kehren rechts des schroffen Grates an. Eine Steilstufe wird mit Hilfe einer Treppenkonstruktion problemlos gemeistert. Durch den »Jumpfere Zwick«, einen engen Felsspalt, wechselt der Steig auf die schrofige Südwestflanke des Äugi (2513 m). Ketten leiten zu einer weiteren Eisentreppe, im Zickzack gewinnt man über einen Geröllhang schließlich den Kamm. Über ihn leicht zum Gipfel des Ammertenspitz (2613 m; 4 Std.).
Der Abstieg führt über den breiten Geröllrücken zunächst hinunter in den Ammertenpass (2443 m). Dabei rückt die gigantische Felsbastion des Wildstrubel noch etwas näher und höher in den Himmel. Aus der Senke führt die markierte Spur, einen Steilabbruch umgehend, kurz geradeaus, ehe sie rechts ins malerische Ammertentäli hinunterzieht. Das bröselige Schiefergestein verlangt besondere Vorsicht beim Absteigen, ebenso einige Wasserläufe, die zu queren sind. Unterhalb der steinigen Mulde des Schafbergs leitet der Pfad in vielen Serpentinen über eine weitere Talstufe. Schließlich stößt man auf eine Schotterpiste, die abseits des Ammertenbachs hinabläuft zu den Simmenfällen, die erst im 18. Jahrhundert entstanden sind. Um ständig wiederkehrenden Überschwemmungen im Talgrund Herr zu werden, wurde der Wildbach in ein neues Bett geleitet.
Mit dem rauschenden Wasser wandert man hinab zum Hotel-Restaurant Simmenfälle (1105 m; 6:45 Std.), ein Fußweg führt neben der Simme zurück zur Talstation der Metsch-Seilbahn (7:15 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1540 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSeilbahnstation Metsch (1477 m).
EndpunktTalstation der Metsch-Seilbahn (1075 m) in Lenk-Oberried.
TourencharakterGanz im Banne des Wildstrubel (3243 m), der breit-massig die Täler von Adelboden und Lenk dominiert, steht die Überschreitung des Ammertenspitz (2613 m). Möglich geworden ist sie durch den Bau des »Aeugi-Lowa-Weges«, der seit 1997 über den felsigen Nordwestgrat des Bergstocks verläuft. Eingeweiht wurde der »Beinahe-Klettersteig« von einem Bundesrat (Minister in der Schweiz), dem aus Adelboden stammenden, sportbegeisterten Dölf Ogi. Ob er seither wieder einmal an dem mit Ketten und aufwändigen Treppenkonstruktionen versehenen Steig unterwegs war, entzieht sich meiner Kenntnis, dass der Weg sehr gut angekommen ist, beweisen die vielen Begehungen. Eigentlich »gehört« der »Aeugi-Lowa-Weg« ja den Adelbodnern, doch lässt sich die Überschreitung ebenso gut vom Obersimmental aus durchführen. Sie ist dann zwar etwas länger, führt aber hinaus durchs zauberhafte Ammertentäli zu einer rauschenden Schönheit: den Simmenfällen, die von den mächtigen Gletschern am Wildstrubel gespeist werden (Glacier de la Plaine Morte).
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 263T »Wildstrubel« mit Wanderwegeaufdruck.
MarkierungenWeiß-rot-weiß und weiß-blau-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungLenk (1068 m) im Obersimmental hat Bahnverbindung mit Zweisimmen – Spiez. Ein Postbus fährt zur Talstation der Metschbahn und weiter zu den Simmenfällen. Die Luftseilbahn Lenk – Metsch verkehrt von Ende Juni bis Mitte Oktober Mittwoch bis Sonntag von 9–17 Uhr.
GastronomieBerghaus Metsch (1480 m) bei der Seilbahnstation; Hotel-Restaurant Simmenfälle(1105 m).
Tipps
Etwas kürzer ist die Überschreitung des Ammertenspitz von Adelboden (1348 m) aus. Mit Bus und Gondelbahn erreicht man bequem den Hahnenmoospass (1950 m). Nach dem Abstieg zur Engstligenalp (1964 m) geht es mit der Seilbahn und dem Ortsbus zurück nach Adelboden; günstige Rundfahrttickets. Gehzeit für die Überschreitung knapp 5 Std.
Tourismusbüro
Lenk-Simmental Tourismus, Rawilstraße 3, CH-3775 Lenk; Tel.+41(0)33/736 35 35, Fax 733 2027 E-Mail info@lenk-simmental.ch, www.lenk-simmental.ch

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Eugen E. Hüsler

Berner Oberland

Wander-Wunderland – Das Berner Oberland zählt zu den schönsten Urlaubsregionen der Schweiz. 40 Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema