AM UNTERLAUF DES NECKARS NACH HEIDELBERG

Streckentour talabwärts; vorwiegend Rad- und Wirtschaftswege; ab Neckargemünd ein Radweg an verkehrsreicher Straße; für Familien geeignet ist der Abschnitt Eberbach–Neckargemünd. Für Radfahrer mit Anhänger - Die Schranke am Campingplatz Unterm Dilsberg ist geschlossen von 13–15 und ab 22 Uhr. (Autor: Ute und Peter Freier)
68 km
20 m
3.00 h
Eberbach Ausgangspunkt ist das reizvolle, am Neckar gelegene Fachwerkstädtchen, einst freie Reichsstadt, als auf der oberhalb gelegenen Burg die Staufer das Sagen hatten, heute Kurort dank der Erschließung einer Heilquelle. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind noch vier Türme erhalten und im Stadtkern sind einige Gebäude sehenswert, z.B. das mittelalterliche Badhaus (heute Restaurant). Über die Geschichte der Stadt informiert nicht nur die Sgraffito-Malerei am historischen Hotel »Zum Karpfen« am Marktplatz, sondern auch das Stadtmuseum im ehemaligen Rathaus. Von Eberbach nach Neckargemünd Von Eberbach wechseln wir auf der Neckarbrücke zum anderen Neckarufer nach Neckarwimmersbach und radeln bequem talabwärts über das Dörfchen Pleutersbach nach Ersheim, das in einer engen Neckarschleife liegt. Sehenswert - die Ersheimer Kapelle. Das zu Hessen gehörige Ersheim ist älter als das am Neckar-Nordufer gelegene Städtchen Hirschhorn. Im 16. Jahrhundert verschwand Ersheim, vermutlich wegen bedrohlicher Hochwasser und der steigenden Bedeutung von Hirschhorn, doch die Kirche diente weiterhin als Pfarrkirche von Hirschhorn. Sehenswert sind die Fresken im Mittelschiff, ein spätgotischer Ölberg an der Außenwand sowie gegenüber an der Friedhofsmauer eine steinerne Totenleuchte, ein im Mittelalter übliches Häuschen für das ewige Licht. Abstecher nach Hirschhorn Über die Neckarbrücke und nach links in die Altstadt von Hirschhorn. In der Hauptstraße (Fußgängerzone, frei für Radfahrer) zum südlichen Rand der Altstadt, nach links in der Grabenstraße zum Neckar und erneut nach links. Die Straße verläuft entlang der Stadtmauer, die gleichzeitig als Hochwasserschutz diente, unterquert die Neckarbrücke und mündet in die von Eberbach herführende Straße ein. Auf dieser wieder zum Ersheimer Neckarufer zurückkehren. Eine Burg, spitzgiebelige Häuser, eine wehrhafte Mauer – das Ortsbild von Hirschhorn gehört sicherlich zu den schönsten im Neckartal. Um 1200 erbauten die Ritter von Hirschhorn die Burg und sicherten das Städtchen, das sich unterhalb der Burg entwickelte, mit einer Mauer. Um 1500 wurde auch eine Vorstadt befestigt, weshalb ein früheres Stadttor – der Kirchturm der Stadtkirche – heute in der Ortsmitte steht. An der Hauptstraße haben sich schöne Fachwerkhäuser erhalten, ebenso wie in den Gässchen, die zum Neckar hinunterführen. Die Burg ist Schlosshotel mit Restaurant und Aussichtsterrasse; der Bergfried kann bestiegen werden; die Burg erreicht man am besten zu Fuß auf einem steil ansteigenden Treppenweg. Von Hirschhorn nach Neckarhäuserhof Von der Neckarbrücke geradeaus in der Brentano-straße mit schönem Blick auf Hirschhorn. Ab Ortsende auf einem Fuß- und Radweg entlang des Neckars bequem talabwärts. Es folgt ein schöner, ruhiger Abschnitt auf der autofreien Seite des Tals. Erst im Weiler Neckarhäuserhof stößt man wieder auf eine Straße, die zur Ablegestelle der Fähre nach Neckarhausen führt. Auf der Straße, ab Ortsende auf einem Radweg neben der Straße und leicht ansteigend wieder zur Straße. Wer den Anstieg von ca.150 Höhenmetern nicht scheut, wählt hier die Alternative über den Bergsporn Dilsberg (1,5 km länger als die Hauptroute). Alternativroute über Dilsberg Auf der Straße ansteigen in das Dorf Mückenloch und rechts abbiegen in Richtung Dilsberg. Steil weiter bergauf über Dilsberg-Neuhof zur Feste Dilsberg, einer Festungsruine mit Kleinststädtchen, das nur aus wenigen Straßenzügen besteht. Die Ruine sowie ein unterirdischer, ca. 80 Meter langer Gang, des- sen Zugang außerhalb der Burg liegt und der zum Burghofbrunnen führt, können besichtigt werden (April–Oktober, Di–So 10–17.30 Uhr). Von der Feste zurück in den Ortsteil Dilsberg-Neuhof und an der Gabelung nach rechts. Kurz darauf erneut nach rechts und steil hinunter nach Rainbach und zur Uferstraße. Hauptroute von Neckarhäuserhof nach Neckargemünd Die Hauptroute bleibt am Neckar und umrundet den Dilsberg. Mit schönem Blick auf Neckarsteinach mit seinen vier Burgruinen durchfahren wir den Campingplatz, passieren den Traditionsgasthof Die Rainbach und erreichen Neckargemünd. Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert säumen den kleinen Marktplatz sowie die Straßen, die steil zum Neckar hinunterführen. Dort finden sich mehrere Lokale, z.B. die Griechische Taverne, eingerichtet um die Jahrhundertwende. Im Museum im Alten Rathaus wird die Stadtgeschichte dargestellt, der Schwerpunkt liegt auf der Neckarschifffahrt. Von Neckargemünd nach Heidelberg Ab Neckargemünd gibt es zwei Möglichkeiten: links des Neckars auf einem schmalen Radweg neben der viel befahrenen Straße oder auf einem Radstreifen entlang der rechtsseitigen Hauptroute, die wir empfehlen. Über den Neckar nach Kleingemünd und entlang der Bahn nach rechts zum Freibad, hinunter zum Fluss und nach rechts talabwärts zur Straßenbrücke. Zwischen bewaldeten, felsigen Hängen erreichen wir auf dem breiten Randstreifen entlang der Straße den Ortsbeginn von Ziegelhausen, das wir auf der Kleingemünder Straße durchfahren; am Ortsende die Abtei Neuburg. Auf Höhe der Abtei stoßen wir wieder auf die Durchgangsstraße, die Ziegelhäuser Landstraße. Der Randstreifen ist schmal und holprig und endet schließlich; darum empfiehlt es sich, schon vorher die Ziegelhäuser Landstraße zu verlassen und auf einem Fußweg am Neckar, dem Leinpfad, das Rad zu schieben. Vorbei am Wehr – hier kann man den Neckar überqueren – zur Karl-Theodor-Brücke (Alte Brücke). Auf der alten Bogenbrücke überqueren wir den Neckar und betreten die Altstadt von Heidelberg durch das auffällige Brückentor. Durch die Altstadt von Heidelberg Vom Brückentorplatz geradeaus zum Marktplatz mit der Heiliggeistkirche an der Hauptstraße, der Fußgängerzone. Nach links zum Kornmarkt und Karlsplatz mit schönem Blick auf das Schloss; zum Schloss entweder auf dem steilen Burgweg oder mit der Bergbahn, die vom Kornmarkt hochführt. Vom Marktplatz nach rechts auf etwa einen Kilometer Länge auf der Hauptstraße, einer Einkaufsstraße, vorbei an der Universität. Hier ist Radfahren strikt verboten. Wer lieber fährt, wendet sich zu der am Neckar verlaufenden Straße Neckarstaden und hält sich links bis zum Ende der Altstadt auf Höhe der Theodor-Heuss-Brücke. Hier nach links zum Bahnhof. Sehenswertes in Heidelberg Um 1200 entstand unterhalb einer Burg die Stadt, die im 14. Jahrhundert nach Westen auf die doppelte Größe erweitert wurde. Längsachse war die Hauptstraße, von der im rechten Winkel Gassen abgehen. Unterhalb dieser Straße lag ein Wohnviertel, in dem die Bauplätze winzig, die Häuser schmal und Hochwasser häufig waren. Zwischen Burg und Hauptstraße standen vornehme Wohnhäuser wie das Haus Zum Ritter, 1592 erbaut und einziges Bürgerhaus, das Ende des 17. Jahrhunderts die Zerstörung der Stadt über- stand. Alle anderen heutigen Gebäude wurden auf alten Fundamenten wieder aufgebaut, was der Stadt nach wie vor einen mittelalterlichen Charakter verleiht, obwohl der Wiederaufbau im Stil des Barock erfolgte. Barock ist auch das Rathaus, das, zusammen mit der Heiliggeistkirche, das Zentrum der Stadt bildet. Hauptattraktion ist das Schloss, eine weitläufige Anlage, in der 500 Jahre lang die Pfalzgrafen und Kurfürsten bei Rhein residierten und im 16. und 17. Jahrhundert prunkvolle Paläste hinzufügten wie den Ottheinrichs- bau und den Friedrichsbau. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Schloss zerstört und die Kurfürsten verlegten ihre Residenz nach Mannheim. Einzelne Bauten sind gut erhalten, sodass man den Festsaal, das Apotheken-Museum, Ausstattungsgegenstände sowie das größte Holzfass der Welt besichtigen kann.

BADEMÖGLICHKEITEN Freibäder in Eberbach und Kleingemünd.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour68 km
Höhenunterschied20 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktEberbach am Neckar.
EndpunktHeidelberg.
TourencharakterDer Neckar-Radweg ist ein beliebter Fernradweg, der durch sehenswerte Städtchen und an mehreren Burgen vorbeiführt. Diese Tour verläuft zwischen Eberbach und Neckargemünd am verkehrsarmen Südufer, anschließend am verkehrsreichen Nordufer durch das hier sehr steilwandige Tal.
KartentippRadwanderkarte des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Blatt 58 (Rhein-Neckar), 1 - 100000.
MarkierungenNeckartal-Radweg.
VerkehrsanbindungPkw - A5 Kreuz Weinheim–Kreuz Walldorf, Ausfahrt 37 (Kreuz Heidelberg), B37 nach Eberbach; Parkplatz auf Höhe der Altstadt am Neckar. Bahn: S-Bahn RheinNeckar, außerdem Station an den Linien Mannheim–Karlsruhe und Frankfurt–Stuttgart. RÜCKFAHRT Bahn: Heidelberg Hauptbahnhof–Eberbach mit S-Bahn-Linie 1 in Richtung Osterburken, Schiff: Heidelberg–Eberbach Mitte Juli– Anfang Sept. nur Do., Abfahrt in Heidelberg gegen 10 Uhr (www.rnf-schifffahrt.de).
GastronomieIn Eberbach, Pleutersbach, Ersheim und Neckarhäuserhof; auf Campingplatz Unterm Dilsberg, in Rainbach, Neckargemünd, Kleingemünd, Ziegelhausen und Heidelberg.
Tipps
PADDELN STATT RADELN Am Ortsende von Pleutersbach befindet sich an der Mündung des Pleutersbachs die Station des Kanuverleihers »100 % Kanu+Bike«, der hier im Sommer ein Camp mit Indianerzelten aufstellt für Kanuten, die mehrtägige Touren auf dem Neckar unternehmen. Wer aus dem Radsattel steigen und sich zur Abwechslung mit Armkraft fortbewegen möchte, kann sich hier stundenweise einen Kanadier leihen (100 % Kanu+Bike, Tel. 07139/934900, www.kanu-bike.de; Mai–Okt. an den Wochenenden). EINKEHREN IN HEIDELBERG In der Altstadt gibt es mehr als hundert Einkehrmöglichkeiten. Neben Feinschmecker-Restaurants, Szenekneipen und Cafés sind die traditionsreichen Lokale interessant - die Studentenlokale Zum Sepp’l und Zum Roten Ochsen in der Hauptstraße; der Gasthof Hirschgasse, in dem schon Mark Twain am Stammtisch saß und eventuell Hauswein vom benachbarten Wein- berg genoss; das historische Gasthaus Schnookeloch in der Haspelgasse; die Weinstube Schnitzelbank beim Kurpfälzischen Museum; der Goldene Hecht an der Alten Brücke, Treffpunkt der Dichter der Romantik.
Tourismusbüro
Leopoldsplatz 1, 69412 Eberbach, Tel. 06271/87-242, www.eberbach.de; Tourist-Information, Willy-Brandt-Platz 1, 69115 Heidelberg, Tel. 06221/19433, www.cvb-heidelberg.de

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