Am Sonnenhang des Bielersees

Schlucht- und Höhenwanderung mit nur einem kurzen, etwas steileren Anstieg. Idealer Familienausflug mit tollen Grillstellen unterwegs und mehreren Abkürzungsmöglichkeiten. Bei feuchtem Wetter sind die Schluchtwege etwas glitschig. (Autor: Iris Kürschner)
17 km
502 m
5.00 h
Vom Bahnhof mit dem Bus Nr.1 nach Bözingen (446 m) bis zur Haltestelle Taubenloch. Die Straße überqueren und beim Restaurant Zum Wilden Mann den Hinweisschildern in die Taubenlochschlucht folgen. Der Wanderpfad gräbt sich immer tiefer in die etwa zwei Kilometer lange schummrige Klamm der Schüss und offenbart ein faszinierendes Naturschauspiel. Von den senkrechten, mitunter überhängenden Felswänden tropft und gluckst es. Felsmühlen, Strudellöcher, Grotten und Wasserfälle beherrschen die wildromantische Szenerie. Teilweise ist der Weg in den Fels gehauen, wechselt hie und da das Ufer, bohrt sich durch Tunnel und Galerien mit beeindruckenden Tiefblicken in die urwüchsige Juraklus. Am oberen Ende der Schlucht gelangt man zur Eau-berge Tubeloch (517 m; 40 Min.). Hier können Hunger und Durst gestillt werden, für Kinder gibt es einen Kleintierzoo. Von der Wirtschaft folgen wir dem Wegweiser in Richtung Leubringen. Nach einem kurzen Stück entlang des bequemen Waldweges zweigt die Route nach links ab und zieht sich steil den Berg hinauf. Nach 25 Min. ist Lyssersbrunnen (659 m) erreicht, ein romantischer, schattiger Grillplatz mit Blockhaus und mehreren Feuerstellen. In nun gemächlicher Steigung folgt man dem Waldweg, der sich nach kurzer Zeit aussichtsreich am Waldrand fortsetzt. Unterwegs sehen wir eine Panoramatafel mit Ruhebänken. Tritt die Route wieder in den Wald (Forêt de Malvaux, 748 m; 1:40 Std.) stößt man schon auf den nächsten attraktiven Grillplatz mit Spielplatz und Fußballfeld. Hier startet auch ein kurzer Lehr- und Spielweg zum Thema Wald und Holz. Wer die Wanderung abbrechen möchte, kann ins unmittelbar angrenzende Leubringen (697 m) absteigen und mit der Standseilbahn nach Biel zurückkehren. Ansonsten folgt man dem Panoramaweg nach Magglingen (875 m; 2:30 Std.). Auch dort bietet sich eine Rückkehrmöglichkeit per Standseilbahn. Westlich der Bergstation fällt ein großes Gebäude ins Auge. Das 1877 erbaute ehemalige Grandhotel, einer der frühesten Zeugen aus der Zeit des gerade aufkommenden Tourismus, beherbergt heute die eidgenössische Sportschule des Bundesamtes für Sport (BASPO). Von der Aussichtsterrasse präsentiert sich ein großartiger Weitblick auf Biel, über den See bis zur Alpenkette. Auf dem alten Kurweg des Hauses setzt sich die Route fort, taucht dann in den Nidauwald ein, zieht rüber zum Gaichtberg (947 m), wo sich der Blick wieder öffnet, diesmal gegen Westen auf die Dörfer Lamboing und Diesse, zum Mont Sujet und zum Chasseral (1607 m), dem höchsten Berg des Berner Jura. Über die baumlose Hochebene erreicht man das Feriendorf Twannberg (854 m; 3:30 Std.) mit Lamagehege, Spiel- und Picknickplätzen. Auf dem Sträßchen vorbei zur großen Wegspinne am Waldrand und über den Muliweg, einen mit Kopfsteinpflaster befestigten alten Karrenweg aus dem 13. Jh., steigen wir durch Wald bis zur Tessenbergstraße bei Les Moulins (750 m) ab. Diese überqueren und am Restaurant des Gorges nach rechts hinunter in den Bachgraben zum Eingang der Twannbachschlucht (563 m; 4 Std.). Durch vermooste, feuchte Wildnis wandern wir in die immer enger werdende Schlucht, bis sich der Pfad als gesicherte Route unter senkrechten Felswände hindurchbohrt. Eine gewaltige Höhle gegen Ende kann mit Taschenlampe erforscht werden, dann ist auch schon der Schluchtausgang am Aussichtspunkt Känzeli erreicht mit hübschem Blick auf die Rebenlandschaft und den Bielersee. Über Treppen geht es steil ins malerische Winzerdorf Twann (478 m; 5 Std.) hinunter. Wer auf dem Rebenweg nach Biel (431 m) zurückwandern möchte, hält sich vom Schluchteingang nach links ein Stück die Landstraße hoch, bis nach rechts die ausgeschilderte Route abbiegt.

Weinwandern

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied502 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Biel, bzw. Biel-Bözingen (446 m) an der Nordostspitze des Bielersees.
EndpunktBahnhof Twann (434 m) am Westufer des Bielersees, 8 km von Biel.
TourencharakterBlaues Wasser voller Surfer und Segler, mediterranes Klima, Weingärten und jede Menge Sonne, während am nahen Chasseral oft triste Wolken hängen – so ganz anders als seine nordische Höhe präsentiert sich die Südflanke der ersten Jurakette am fast 40 Kilometer großen Bielersee. Zwei Flüsse haben sich tief ins weiche Kalkgestein gegraben und wildromantische Schluchten entstehen lassen. Der Rebenweg, eine rege genutzte Spaziermeile, verbindet diese beiden Highlights. Grandios im Ausblick, doch sein geteerter Zustand und die Nähe zur verkehrsreichen lauten Seestraße dezimieren den Wandergenuss. Weitaus beschaulicher sind da die stillen Höhenwege durch Wiesen und Wälder. Leubringen/Evilard und Magglingen/Macolin, die zwei Dörfer unterwegs, bieten dabei schnelle Rückzugsmöglichkeiten per Standseilbahn (Funiculaire) nach Biel, sowie Panoramarestaurants mit herrlichem Alpenblick. Die Doppelnamen zeigen die unmittelbare Nähe zur Sprachgrenze an. Auf deutsche Fragen kommen nicht selten französische Antworten.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 232T Vallon de St-Imier sowie Blatt 233T Solothurn, mit Wanderwegeaufdruck.
MarkierungenGelbe Raute, gelbe Hinweisschilder.
VerkehrsanbindungBiel (434 m) ist über die A 5 von Solothurn erreichbar, über die Schnellstraße von Bern oder Neuchâtel; Bahnanschluss.
GastronomieRestaurant Zum Wilden Mann am Eingang der Taubenlochschlucht, Tel. 032/341 19 42; Bergwirtschaft Hohmatt/Magglingen, Tel. 032/ 322 21 11; Restaurant des Gorges, Tel. 032/315 26 16..
Tipps
Die Sage vom Tubeloch. In der Trutzburg von Rondchâtel lebte einst ein tyrannischer Ritter, vor dem die Gegend zitterte. Da kam der Tag der Hochzeit eines jungen Liebespaares. Auch der Ritter begehrte die hübsche Braut, überfiel die Hochzeitsgesellschaft auf ihrem Weg nach Bözingen und erdolchte den Bräutigam. Die Braut, die so schön und lieblich war, dass alle sie La Colombe (Taube) nannten, wollte dem Tyrannen nicht in die Hände fallen und stürzte sich in die finstere Klamm. Die Bevölkerung, geschockt von dieser schauerlichen Tat, schwor Rache. Der Ritter wurde in den Hinterhalt gelockt, getötet und seine Burg zerstört. Seit jenen Tagen sollen in den Felsen des Tatorts viele Taubenpaare nisten, als Symbol der treuen Liebe. Namensforscher sehen die Taubenlochschlucht etwas anders. Sie leiten den Namen von Daube, was Abgrund oder Graben bedeutet, bzw. vom altdeutschen Dubelloch oder Tobelloch ab, was wasserdurchflossene Waldschlucht bedeutet. Über die Sage hat das Schweizer Radio DRS ein Kriminalhörspiel produziert: »La Petite Colombe«, von Jakob Paul Gillmann, erhältlich im Touristoffice.
Unterkunft
L'Eauberge Tubeloch, CH-2535 Frinvillier, Tel. 032/358 11 32; Hôtel de la Gare, CH-2533 Evilard/ Leuringen, Tel. 032/322 63 22, Di/Mi Ruhetag; Hotel-Feriendorf Twannberg***, Tel. 032/315 01 11; Hotel Bären***, CH-2513 Twann, Tel. 032/315 20 12.
Tourismusbüro
Tourismus Biel-Seeland, Bahnhofplatz 12, CH- 2501 Biel-Bienne, Tel. 032/329 84 84, E-Mail outlet@tbsinfo.ch, Internet www.biel-seeland.net

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