Ackerlspitze (2329 m) – Maukspitze (2231 m)

Enorm anstrengende und anspruchsvolle Rundtour, die man vernünftigerweise abkürzt, indem man von der Ackerlspitze auf der Anstiegsroute wieder absteigt oder auf der Ackerlhütte übernachtet bzw. biwakiert. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Von der Griesner Alm geht es erst einmal einigermaßen gemütlich auf dem Wanderweg nach Westen zur Russenleiten hinauf. Dort links weiter und dem Weglein zur Verzweigung auf 1184 m Höhe folgen. Deutlichen Markierungszeichen folgend in das stark ansteigende Tal hinein. Im Krummholz die Karmulde hinauf, die weiter oben spürbar flacher wird. Im Griesner Kar wird schließlich die kleine, unbewirtschaftete Fritz-Pflaum-Hütte erreicht. Von ihr auf einer Pfadspur gegen Südosten und bei der Abzweigung rechts weiter. Ein kurzes Routenstück gegen Süden und dann im steilen Geröllhang nach Osten hinauf. Anschließend durch einen unfreundlichen Schrofenhang und in eine mächtig ansteigende Wiese. Neben einem Felsenband schlängelt sich eine Trittspur steil in wildes Felsengelände hinauf. Nun immer der roten Markierung folgend durch stark ausgesetztes Gelände bis zum Gipfelkreuz der Ackerlspitze hinaufkraxeln.
Wer genug hat, steigt entlang der Aufstiegsroute ab. Interessant wäre aber auch der Übergang zur Maukspitze. Er verläuft auf markierter Route gegen Nordosten, führt anfangs über »luftige« Felsen und dann in eine arg steile Felsenrinne hinein (II). Vorsichtig durch sie hinab, auf dem Grat ein Stück weiter, bis die roten Markierungspunkte vom Grat nach rechts wegführen und Wegspuren in eine Senke steil abfallen. Anschließend geht es wieder forsch zu einer Gratschneide hinauf, wieder ziemlich ausgesetzt weiter und durch ein Felsenfenster zum Gipfel der Maukspitze.
Abstieg.
Wer über den steilen Klettersteig zum Niedersessel absteigen will, was durchaus Adrenalin-fördernd ist, muss den Weg Richtung Ackerlspitze etwa zur Hälfte zurückgehen, um dann nach links (gegen Süden) zur Steiganlage abzubiegen. Etwas weniger anspruchsvoll, aber auch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, wäre der Abstieg auf markiertem Steig, durch Schrofen und steiles Wiesengelände nach Süden zum Niedersessel. Auch dort wird eine Klettersteiganlage erreicht, die durch eine steile Rinne in das Östliche Hochgrubachkar abfällt. In ihm links weiter und gegen Osten bis zum Gamskögerl mehrmals auf und ab. Von dort in der gleichen Richtung dahin und aus einem unbedeutenden Sattel der ausgeschilderten Route nach links zur Maukalm folgen. Von dort auf ziemlich ebenen Fahrwegen zum Unteren Kreideboden. Die Straße dort nach links verlassen und durch eine nasse Wiese zum unteren Ende des Kreidebodens. Auf einer Wiese und durch einen Waldgürtel geht es dann etwas aufwärts und zu einer breiten Forststraße. Auf ihr in vielen Kehren – schier endlos – ins Tal hinab und die letzte Stunde im Kaiserbachtal auf einem schönen Spazierweg zum Ausgangspunkt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied1500 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGriesner Alm (988 m)
EndpunktGriesner Alm (988 m)
TourencharakterLandschaftlich sehr schöne und mit etlichen alpinistischen Herausforderungen garnierte Tour zum zweithöchsten Gipfel des Wilden Kaisers. Wegen der sehr ungewöhnlichen Abstiegsvariante, die kaum durchgeführt wird, artet die Tour zu einer gigantisch anstrengenden Unternehmung aus mit beachtlichem Höhenunterschied und fast 30 Entfernungskilometern. Zwingend notwendig sind absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Klettergewandtheit.
Die Routen sind auf langen Etappen sehr stark ausgesetzt. Dafür braucht man gute Nerven. Nur bei absolut stabilem Wetter aufbrechen, ein Gewitter könnte fatale Folgen haben. Steinschlaghelm und gegebenenfalls auch Sicherungen sind mitzunehmen.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte 1:25000, Blatt 8 (Kaisergebirge)
MarkierungenAnstieg mit roten Punkten markiert; Abstiegsroute im unteren Bereich nicht bezeichnet
VerkehrsanbindungÜber Kössen oder St. Johann bis Griesenau und dann auf mautpflichtiger Straße zur Griesner Alm
GastronomieGriesner Alm am Ausgangspunkt
Tipps
Nicht für Kinder. Diese Tour eignet sich keinesfalls für Kinder, auch nicht mit Übernachtung.
Höchster Punkt
Ackerlspitze (2329 m)
Unterkunft
Fritz-Pflaum-Hütte, Ackerlhütte (beide Selbstversorger; Anmeldung erforderlich)
Tourismusbüro
St. Johann in Tirol, Tel. 0043/5352/63335-0; www.stjohanntirol.at
Mehr zum Thema