Abstecher in die Hallertau

Wir besuchen zwar nur den Südwestzipfel der Hallertau und das auch nur kurz, aber Bierliebhaber und Spargelfreunde wird's trotzdem freuen. Auf dem Weg dorthin begegnet man einigen beachtlichen Attraktionen, die vom großen Strom der Ausflügler noch wenig beachtet werden. Schlusspunkt des Tages ist die Bürgergaststätte in Sigmertshausen. (Autor: Armin Scheider)
6 km
80 m
1.00 h
Von Haimhausen nach Petershausen. Ausgangsort unserer Rundfahrt ist Haimhausen. Mit dem dortigen Schloss brauchen wir uns nicht lange zu befassen, denn außer einem Blick von weitem auf die Gartenfassade bleibt uns der weitere Zugang verwehrt. Deshalb fahren wir gleich in das nahe gelegene Westerndorf, um uns bei Nummer 2 den Kuttendreierhof anzusehen. Er wurde um 1720 erbaut und besitzt an seiner Vorderfront einen schmuckvollen Laubengang mit Bögen. Anschließend nutzen wir ein kurzes Stück die B 13 und gelangen nach Hohenkammer. Neben der hoch eingeschätzten Kirche St. Johannes mit zahlreichen Holzbildwerken, Gemälden und Grabmälern gibt es dort auch ein attraktives Schloss, das aber nur von außen zu besichtigen ist. Das ehemalige Wasserschloss (16. Jh.) wurde 1684 umgebaut und besitzt vier Flügel mit erkerartigen Ecktürmen. Heute beherbergt es ein Schulungs- und Seminarzentrum der Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft. Fünf Kilometer westlich liegt Petershausen und hier lohnt sich im Zentrum ein Blick auf den jüngst renovierten Pertrichhof. Der barocke Profanbau entstand um 1700, war einst eine Tafernwirtschaft und dient heute als Sparkassengeschäftsstelle. Zum Abschluss dieser Etappe kann man rund drei Kilometer nördlich von Petershausen in Obermarbach noch ein Naturdenkmal bewundern. In einem Hohlweg am Nordrand des Dorfes steht eine skurril geformte Linde, die 1000 Jahre alt sein soll und schon so manche Blitzeinschläge verkraften musste. Ihr Stamm hat einen Umfang von acht Metern. Eintritt ins Hopfenland. Wir fahren weiter nach Norden und treten etwa ab Reichertshausen in die Hallertau (bayerisch Holledau) ein. Landschaftlich zeigt sich sanft gewelltes Bauernland, vielerorts mit den meterhohen Schlingwäldern der Hopfengärten. Im September wird der Hopfen geerntet und geht dann in alle Welt. Begehrt ist vor allem das in den Hopfendolden enthaltene Lupulin, eine Bierwürze, die bei der Herstellung von Bier unverzichtbar ist und wesentlich zum frisch-herben Aroma beiträgt. Eine andere Spezialität der Hallertau ist der Spargel. Das delikate Gemüse gedeiht auf den sandigen und doch nährstoffreichen Böden der Hallertau besonders gut. Hoch geschätzt bei Kennern ist vor allem der Spargel aus Abensberg und Pörnbach. Die Ernte beginnt Anfang Mai und dauert bis in den Juni hinein. In dieser Zeit werden in vielen Restaurants und Gasthöfen vorzügliche Spargelgerichte zubereitet. Im Übrigen gibt es auch einen Hopfenspargel, der als besondere Spezialität gilt. Es sind Sprossen der Hopfenpflanze, die besonders gut schmecken und im März bzw. April angeboten werden. Zwischenstopp in Ilmmünster. Wir kommen nach Ilmmünster, dessen romanische Basilika St. Arsatius (1220) kunstgeschichtlich einen hohen Rang einnimmt. Unter der gotischen Restausstattung im Innenraum sind vor allem zwölf Bildtafeln aus der Werkstatt Jan Polaks am Hochaltar sehenswert, aber auch eine Pietà und zwei Assistenzfiguren von Erasmus Grasser sowie das schöne frühgotische Chorgestühl (13. Jh.). Von Ilmmünster geht es nun noch das kurze Stück nach Pfaffenhofen. Rundgang in Pfaffenhofen. Die Kreisstadt ist Wendepunkt der heutigen Tour. Ihr Puls schlägt vor allem am Hauptplatz, der eines der schönsten Ortsbilder der ganzen Region abgibt. An der Westseite steht platzbeherrschend die Pfarrkirche St. Johann Baptist vom Anfang des 15. Jh. mit sehenswerter Ausstattung, ihr Gegenpol ist das nicht minder dominante neugotische Rathaus von 1868 mit Spitzturm. Dazwischen malerische Fassaden von Giebel- und Traufseithäusern. An Museen bieten sich drei Einrichtungen an (Öffnungszeiten über Tel. 08441/491511) - das Heimatmuseum (vorwiegend religiöse Kunstschätze des Landkreises), das Joseph-Maria-Lutz-Museum (Nachlass des Dichters) und die älteste Lebzelterei und Wachszieherei Deutschlands im Café Hipp am Hauptplatz (Tel. 08441/9787). Besuch im Kloster Scheyern. Nun machen wir einen Sprung hinüber nach Scheyern und wenden uns der Benediktinerabtei zu, genauer der Abteikirche Mariä Himmelfahrt und des Heiligen Kreuzes. Der im Kern spätromanische Bau wurde im 16. und 18. Jh. grundlegend verändert. Im Innern sind neben der Wessobrunner Stukkatur und dem Hochaltar mit Gemälde von Christian Wink (1771) und Figuren aus der Werkstatt Ignaz Günthers vor allem die südlich gelegene Heiligkreuzkapelle hervorzuheben. Dort befindet sich der Kreuzaltar, das eigentliche Wallfahrtsziel, mit einem großen Renaissancekreuz um 1600. Im Tabernakel eine prächtige Monstranz (1738) von Johann Georg Herkommer, in der wiederum das byzantinische »Scheyener-Kreuz«-Reliquiar (um 1200) aufbewahrt wird. Anziehungspunkte rund um Weichs. Auf Nebenstraßen gelangen wir über Jetzendorf und Ainhofen zuerst in den abgelegenen Weiler Edenholzhausen. Hier kann man wieder ein Naturdenkmal bestaunen. Am Südrand der Gehöftegruppe steht eine imposante 300-jährige Linde mit Doppelstamm und makelloser Form der Krone. Weiter fahren wir über Weichs nach Ebersbach. Dort werfen wir zunächst einen Blick auf zwei malerische alte Höfe am Ende des Weges »Auf der Puit«. Das Doimerhaus, denkmalgeschützt, stammt aus dem 18. Jh. und wurde von Au hierher versetzt. Daneben das Schusterhäusl, ebenfalls ein wunderschönes altes Bauernhaus in Holzbauweise. Ebersbach ist auch Ausgangspunkt für eine Wanderung. Sie führt zunächst auf stillen Feldwegen nach Edenpfaffenhofen, von dort auf Straße nach Aufhausen und im letzten Teil wieder auf Feldwegen nach Ebersbach zurück. Die Höhepunkte des Rundgangs: zwei schöne Aussichtspunkte und ein kurzes Stück entlang des Naturschutzgebietes Weichser Moos. Es ist der bedeutendste Niedermoorrest im Donau-Isar-Hügelland. Länge der Wanderung gut sechs Kilometer (siehe Karte rechts). Jetzt streben wir der Bürgergaststätte in Sigmertshausen zu, um auf der großen Terrasse den Ausflug zu beschließen. Der Gasthof war Sieger im Landkreis Dachau beim Wettbewerb »Bayerische Küche« 2004–2007. Wählen kann man aus einer Tages-, Schmankerl-, Brotzeit- oder Salatkarte.

Länge - Autoroute ca. 80 km (Haimhausen-Pfaffenhofen-Sigmertshausen) Wanderung ca. 6 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied80 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHaimhausen, 10 km nordöstlich von Dachau Anfahrt auf B 13 über Neuherberg und Lohhof Bahnverbindung keine
TourencharakterWir besuchen zwar nur den Südwestzipfel der Hallertau und das auch nur kurz, aber Bierliebhaber und Spargelfreunde wird's trotzdem freuen. Auf dem Weg dorthin begegnet man einigen beachtlichen Attraktionen, die vom großen Strom der Ausflügler noch wenig beachtet werden. Schlusspunkt des Tages ist die Bürgergaststätte in Sigmertshausen.
Beste Jahreszeit
GastronomieHohenkammer Landgasthof Alte Post Biergarten, Mo Ruhetag Scheyern Klosterschänke Biergarten, kein Ruhetag Pfaffenhofen Gasthof Müllerbräu So ab 15 Uhr Ruhetag Sigmertshausen Bürgergaststätte Terrasse, Di Ruhetag, Mi erst ab 17 Uhr geöffnet
Tourismusbüro
Petershausen Tel. 08137/534-0 www.petershausen.de Pfaffenhofen an der Ilm Tel. 08441/491511 www.pfaffenhofen.de Scheyern Tel. 08441/8064-0 www.scheyern.de
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