Woleggleskarspitze, 2522 m

Ins Haglertal leicht. Die Kartreppen in die Seitenkare gestuft, aber steiler. Der Aufstieg in den Sattel vor dem Gipfel steil, mittelschwer. Gipfelaufstieg kurz, aber anspruchsvoll. (Autor: Andrea und Andreas Strauß)
Aufstieg.
Gleich nordwestlich der Bachbrücke auf einem Wanderweg durch den schmalen Waldstreifen auf eine weite Wiese und diese im Linksbogen aufwärts, zum Schluss in rein östlicher Richtung eine breite Schneise hinauf, in deren Verlauf eine Forststraße mehrfach überquert wird. Die Schneise wird bald sehr schmal und führt in ihrem Ende flacher in das nun baumfreie Haglertal. Nach ca. 100 Höhenmetern ist die Haglertalhütte, 1391 m, erreicht. Im breiten Tal aufwärts, bis man bei ca. 1800 Metern über eine Karschwelle in den nun stärker gegliederten, oberen Karbereich gelangt. Ca. 30 Meter höher zweigt man aus dem Haupttal über gestuftes Steilgelände nach rechts ab und gelangt in nordwestlicher Richtung ins Woleggleskar. Aus dem Haglertal sind zwei Felsmassive zu erkennen, zwischen die man zielen muss - links die scharfen Grate mit Wechten als Ausläufer der Sattelkarspitze und rechts ein breiter Felsvorbau vor der Woleggleskarspitze. Nach der Karschwelle flach und kurz leicht bergab ins Kar und dieses an seiner rechten Seite bis unter den Südhang unter der Woleggleskarspitze. Etwas links ausholend im Rechtsbogen steil hinauf in den Sattel direkt südöstlich des felsigen Gipfelaufbaus. Je nach Schneelage etwas rechts der Gratlinie oder im Schnee die Felsen links umgehend hinauf zur Woleggleskarspitze, 2522 m.
Abfahrt.
Entweder auf dem Aufstiegsweg zurück oder aus dem Sattel unter dem Gipfel nach Westen ins Gliegerkar. Der direkte Hang dort hinunter ist lang und steil. Hält man sich etwas rechts auf einen Sporn zu und von dort wiederum rechts, ist der Hang gestuft und etwas weniger steil. Nun deutlich flacher über einen prächtigen Hang hinunter in den Karkessel und zum Karausgang. Die direkte Abfahrt aus dem Gliegerkar ins Haglertal ist nicht möglich. Vielmehr hält man sich am Karausgang an den rechten Felssockel und muss ein kurzes Stück aufsteigen, um jenseits der Rippe, die die Fortsetzung des Felsmassives darstellt, im Auslaufbereich des Woleggleskars über gestuftes Gelände das Haglertal zu erreichen.
Variante.
Statt bei der Abzweigung aus dem Haglertal nach Nordwesten anzusteigen, kann man über rampenähnliches Gelände in rein westlicher Richtung zur Karschwelle vor dem Sattelkar ansteigen. Landschaftlich ist dies der eindrucksvollste Abschnitt des Haglertals und speziell im Februar wird hier durch die schattige Lage der Pulverschnee bestens konserviert – lawinensichere Verhältnisse vorausgesetzt! Dies ist bei Pulverschnee die wohl schönste und sicher zügigste Haglertalabfahrt.
Weitere Tour Noppenkar, 2476 m, von Elbigenalp durchs Scheidbachtal, mittel (1440 Hm, 4 ¼ Std.).

schneesicherheit
4 ½ Std. gesamt, 2 ½ Std. bis zur Abzweigung im Kar
1530 Hm gesamt, 830 Hm bis zur Abzweigung im Kar

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1530 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortHäselgehr, 1006 m
AusgangspunktParkmöglichkeit, ca. 1000 m, kurz nach Camping Rudi und vor den Garagen des Bauhofs in Häselgehr. Hierher von der Lechbrücke bei der Kirche am orografisch linken Ufer auf der untersten Straße zum Campingplatz und über einen kleinen Bach.
TourencharakterBesonders schneesicher scheint die Woleggleskarspitze auf den ersten Blick nicht zu sein. Es gibt im Lechtal höhere Ausgangsorte als Häselgehr und vor allem ist die Tour der Sonne zugewandt. Der Grund für große Schneesicherheit im Haglertal heißt »Pfeiler«. Dieser Felskamm steht zwischen Häselgehr und dem Haglertal und schirmt als bis zu 1200 Meter hohe Mauer die Sonnenstrahlen vom gesamten unteren Tal erfolgreich ab. So konserviert sich oft unten der Pulverschnee, wenn in anderen vergleichbaren Touren schon Firnbedingungen herrschen. In schneearmen Wintern sichert der vorgelagerte Kamm immerhin das kostbare Weiß.
Der obere Bereich des Haglerkars ist Skigelände par excellence. Von dort zweigen drei weitere Kare über Kartreppen nach Nordosten ab - Sattel-, Woleggles- und Gliegerkar. Während der Aufstieg auf die Woleggleskarspitze nur am Gipfelaufbau auf einem kurzen Stück anspruchsvoll ist, gilt das für die Bretterspitze über dem Gliegerkar auf einem wesentlich längeren Abschnitt. So empfehlen wir für Gipfelhungrige den Aufstieg über das Woleggleskar auf die gleichnamige Spitze mit Abfahrt über das Gliegerkar. Wer zugunsten einer Traumabfahrt auch mal auf einen Gipfel verzichten kann, der wählt die Variante bis zur Karschwelle ins Sattelkar und schwelgt und gleitet im Pulver oder Firn das Haglertal in seiner vollen Länge hinaus bis nach Häselgehr.
Beste Jahreszeit
KartentippLandesvermessungsamt Umgebungskarte UK L 8 Allgäuer Alpen 1 - 50 000
VerkehrsanbindungHäselgehr ist von Norden über Reutte oder den Gaichtpass erreichbar; Busverbindung von Reutte.
Tipps
Lawinengefahr. Häufig lawinengefährdet; die Steilflanken im Haglertal und die sich aufsteilenden Hänge bis zum Gipfel fordern sichere Verhältnisse.
Informationen
Tourismusbüro Lechtal, Tel.: +43/5634/53 15
Tags: 
Mehr zum Thema