Winkelkar, 1538 m

Relativ kurze, aber zwischendurch doch etwas steilere Skitour in der beeindruckenden Felslandschaft unter der Pyramidenspitze. Am engen Schlussgrat ist der gute Skifahrer gefordert oder der Neuling, der den Pflugbogen sicher beherrscht. Ein Gipfel wird bei dieser Tour nicht erreicht.
Exposition: Nord und Ost / Lawinengefahr: normalerweise gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
8 km
830 m
2.00 h
Aufstieg.
Vom meist geräumten Parkplatz Am Brand etwas südöstlich von Durchholzen gehen wir auf der Rodelbahn am Sperrschild vorbei und gegen Süden in geringer Steigung durch den Wald hinauf. Der Wald lichtet sich schon bald, und wir kommen in ausgedehnte, freie Hänge, die uns fast für die gesamte Tour erhalten bleiben. Im Durchholzer Rieder schwenken wir ein wenig nach rechts, queren den Bach und spuren in der gleichen Richtung, also gegen Süden, gering ansteigend bergwärts. Zwischendurch müssen wir über eine etwas steilere Stufe drüber, und gleich darauf kommen wir zur Großpoitner Alm der DAV-Sektion Oberland (928 m). Gleich bei der Alm drehen wir links ab, folgen auf ein paar Meter einer schmalen Fahrstraße in den Wald hinein und halten uns aber gleich wieder rechts. Die Spur steigt nun durch eine breite Waldlichtung gegen Süden an. Die Lichtung weitet sich immer mehr, und schon bald haben wir wieder einen breiten, offenen Hang vor uns, der sich ordentlich aufschwingt. Dort findet sich eine prima Gelegenheit, die Spitzkehrentechnik zu üben. Doch bis wir den Dreh richtig heraus haben, ist auch dieser Hang schon wieder zu Ende. Bei der Sommerweg-Verzweigung flacht das Gelände deutlich ab, und die Route dreht gegen Südwesten, also nach rechts ab. Sie bringt uns an die Winkelalm (1193 m) heran. Wir gehen nun an der Berghütte vorbei und in schütteren Jungwald hinein. Dort müssen wir etwas aufpassen, dass wir mit den scharfen Skikanten keine Bäume und Sträucher verletzen. Das gilt später besonders für die Abfahrt. Schließlich erreichen wir den unteren Bereich des Winkelkars. Die Spur legen wir zunächst auf der linken, also der südlichen Seite des Kars an und steigen – später deutlich steiler – zu einer Geländekante hinauf. Von ihr lässt sich gut in die weiten Hänge des Winkelkars hineinsehen. An dieser Stelle drehen wir rechts ab. Relativ sanft aussehende, aber doch einigermaßen steile Kuppen ragen nordwestlich von uns auf. Dort können wir das Anlegen von Aufstiegsspuren – und die Funktion der hohen Stufe der Steighilfe – ausprobieren. Wer das Gelände geschickt ausnützt, wird feststellen, dass man auch im steileren Gelände relativ gut vorwärts kommt. Beim Spuranlegen achten wir auch darauf, das Lawinenrisiko zu minimieren. Haben wir die Grathöhe erreicht, gehen wir nach links weiter und folgen dem Grat gegen Westen bis zum Punkt 1538 m. Dort endet die Tour.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute. Man kann, aber nur bei sehr sicherer Schneelage, auch vom höchsten Punkt der Tour nach Nordwesten rutschen und dann links abdrehen, um die freien, aber doch einigermaßen steilen Hänge in den Kargrund abzufahren. Ab dort entlang der Aufstiegsroute.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied830 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDurchholzen (691 m), Parkplatz Am Brand (710 m)
TourencharakterMit vielen Skitourenmöglichkeiten ist der Zahme Kaiser nicht gesegnet. Und die wenigen Touren, die es gibt, sind nur zum Teil »zahm«. Man denke an das rassige Eggersgrinn, das mit 48° Neigung schon zum Allerrassigsten gehört, was man sich als Skitourist zumutet. Deutlich harmloser als diese extreme Frühjahrstour, aber für den Neuling doch einigermaßen anspruchsvoll ist die hier vorgestellte Ski-tour zum nicht benannten Punkt 1538 m im Winkelkar. Die steilsten Hänge bringen es immerhin auf fast 30° Neigung. Wartet man sichere Verhältnisse bei hoher Schneelage ab, kann man diese Tour – bei entsprechender Vorsicht und besonnener Routenwahl – sogar im Hochwinter durchführen. Im Pulverschnee kann man eben doch am schönsten abfahren, und die Berge schauen auch viel schöner aus, wenn sie einen dicken Schneemantel anhaben.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippAV-Karte 1 - 25000, Blatt 8, Kaiser-gebirge; Kompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 9, Kaisergebirge; Freytag & Berndt-Wanderkarte 1:50000, Blatt 301, Kufstein-Kaisergebirge-Kitzbühel
VerkehrsanbindungAuto - Inntalautobahn bis Oberau-dorf und weiter Richtung Walchsee – Kössen bis Durchholzen. Hier an der scharfen Linkskurve der Straße (neben Seilbahnparkplatz und Bushaltestelle) geradeaus weiter, am Wirtshaus vorbei und auf schmaler Asphaltstraße zum Parkplatz Am Brand fahren. ÖV: Buslinie Kufstein/Bahnhof – Kössen, Haltestelle Durchholzen
Gastronomiekeine
Tipps
Die Tour eignet sich für sportliche Kinder ab 14 Jahre, und sie ist ein hervorragendes Gelände für leichte Firngleitertouren (bis Mitte Mai).
Informationen
unschwierig, aber ein kurzes Steilstück; für fortgeschrittene Einsteiger
Höchster Punkt
Winkelkar, 1538 m
Unterkunft
keine
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