Wildes Hinterbergl

Großartige Tour auf einen wunderschönen Aussichtsgipfel. Lawinengefahr: Der Hüttenanstieg kann bei tageszeitlicher Erwärmung zum Problem werden. Am Gipfelanstieg ist der Zustieg zum Alpeiner Ferner und die Querung der Hänge unter dem Hinteren Wilden Turm lawinengefährdet. (Autor: Janina und Markus Meier)
28 km
1850 m
7.00 h
Zur Franz-Senn-Hütte.
Vom Parkplatz bei Seduck (1472 ) wandern wir auf der Straße in eineinhalb Stunden relativ flach zur Oberisshütte (1742 m). Nach der ersten kurzen Pause zieht auf der rechten Talseite der Weg am Hang entlang weiter. Wir folgen dabei nicht dem ausgeschilderten Sommerweg nach rechts, sondern dem Winterweg. Die folgende Querung ist recht schmal und abschüssig. Anschließend geht es wieder über freieres Gelände unter der Materialseilbahn weiter in Richtung Alpeiner Alm. Kurz unterhalb der Alm wenden wir uns nach links. Hier sehen wir erstmals die Franz-Senn-Hütte. Der Anstieg wird kurz etwas steiler und wir gelangen an einen steileren Hang, direkt über dem tosenden Bach. Dieser Hang ist lawinengefährdet und deshalb vorsichtig zu queren. Über eine Brücke steigen wir über den Bach und sind wenig später nach einem letzten kurzen Hang an der großen, aber dennoch sehr gemütlichen Franz-Senn-Hütte (2149 m).
Zum Alpeiner Ferner.
Von der Hütte gehen wir über den Alpeiner Bach und flach taleinwärts bis zum ersten Aufschwung am Höllenrachen. Die Spur führt flach weiter bis zum Talschluss unter dem Alpeiner Ferner. Nun beginnt die Spur endlich anzusteigen. Der Anstieg zum Boden des Alpeiner Ferners ist abschnittsweise recht steil und erfordert bei Lawinengefahr eine gute Spuranlage.
Eindrucksvoll glitzert der Eisbruch des Gletschers zu uns herunter. Erst hier bemerken wir, in welch phantastischer Landschaft wir uns befinden.
Zur Turmscharte.
Nach einer kurzen Pause wandern wir über den flachen Alpeiner Ferner bis in eine Höhe von 2700 Metern. Hier zweigen wir nach rechts ab und kommen über einen kurzen, etwas steileren Hang an ein Tal. Dieses bringt uns in angenehmer Steigung in Richtung Turmscharte. Wir folgen dem Tälchen zuerst ein wenig aufwärts, um bald danach auf einer Rampe nach links zum Verborgenen-Berg-Ferner zu gelangen. Auf diesem eher zahmen Gletscher erreichen wir die Rinne, die hinauf zur Turmscharte führt. Mit den Skiern auf dem Rücken und mithilfe des fix installierten Seiles klettern wir durch die Rinne in die Turmscharte (3126 m). Eindrucksvoll ist es hier oben. Wir befinden uns mitten in einer großen Gletscherwelt.
Wildes Hinterbergl.
Wir überschreiten die Scharte und queren nun auf dem nicht mehr so spaltenreichen oberen Teil des Berglasferners in Richtung Hinterbergl. Dabei achten wir auf die oberhalb befindlichen Steilhänge des Hinteren Wilden Turmes. Gemächlich zieht die Spur zum Gipfel des Wilden Hinterbergls (3288 m) mit seiner großartigen Aussicht. Neben Ruderhofspitze und Schrankogel genießen wir auch die Blicke zur Wildspitze. Unter uns befindet sich der gewaltige Lüsener Ferner, an dessen Rand sich der Lüsener Fernerkogel, ein ebenfalls bekannter Skitourenberg, befindet. Direkt unter uns blicken wir auf die schönen Nordhänge des Längentaler Weißerkogels.
Vorderer Wilder Turm.
Von der Turmscharte können wir auch auf den Vorderen Wilden Turm (3177 m) steigen. Hierzu queren wir von der Scharte in wenigen Minuten bis an den Gipfelaufbau. Der schmale Felsgipfel mit seinem Kreuz wird über einen steilen, ausgesetzten Klettersteig (Klammern) bestiegen.
Abfahrt.
Nach einer ausgiebigen Gipfelrast fahren wir am Anstiegsweg zurück in die Turmscharte. Der Abstieg ist meistens problemlos, im Klettern eher unsichere Skibergsteiger können mit dem Seil abgelassen werden. Die weitere Abfahrt erfolgt ebenfalls am Anstiegsweg. Im Talboden sollte man die Skier möglichst laufen lassen, damit man in Richtung Hütte nicht zu viel anschieben muss.
Abfahrt über Turmferner.
Wer nicht über die Turmscharte abfahren will, kann direkt über den steilen Turmferner abfahren. An dessen Ende geht es noch ein wenig bergab, bis uns eine Stange nach rechts durch eine steile Rinne weist. Nach der Rinne fährt man links von einer Moräne über schöne Hänge bergab, bis man an geeigneter Stelle in den Talboden abfahren kann.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Höhenunterschied1850 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortSeduck
AusgangspunktSeduck (1472 m) im Obernbergtal
EndpunktSeduck (1472 m) im Obernbergtal
TourencharakterDie von Thomas und Beate Fankhauser hervorragend geführte Franz-Senn-Hütte ist ein großartiger Skitourenstützpunkt mit vielen klassischen Gipfelzielen. Das Wilde Hinterbergl zählt zu den Klassikern über der Franz-Senn-Hütte. Der Anstieg über den Verborgenen Bergferner führt durch eine tolle Landschaft und ist nirgends besonders schwierig.
Hinweise
Gehzeit. Seduck–Oberissalm 1.30 Std., Oberissalm–Franz-Senn-Hütte 1.30 Std., Franz-Senn-Hütte–Alpeiner Ferner 2 Std., Alpeiner Ferner– Turmscharte 2 Std., Turmscharte– Wildes Hinterbergl 0.30 Std.
KartentippAlpenvereinskarte 1:25 000, Blatt 31 Hochstubai (Skitouren)
VerkehrsanbindungAnfahrt von der Ausfahrt Schönberg der Brennerautobahn über Neustift nach Milders und weiter bis Seduck. Wenige Parkmöglichkeiten in Seduck, Taxidienst von Neustift möglich
Gastronomie Franz-Senn-Hütte (2149 m), Mitte Februar bis Mitte Mai, Tel. 0043/(0)5226-22 18, www.franz-senn-huette.at
Tipps
Eine weitere schöne Tour führt von der Hütte auf die Innere Sommerwand (3123 m). Hierzu gehen wir von der Hütte in Richtung Stiergschwez. In einem großen Bogen gelangen wir auf einen Rücken, der uns zum Sommerwandferner bringt. Über den Ferner steigen wir, zum Schluss recht steil, ins Skidepot unter der Kräulscharte. Von dort gehen wir über einen kurzen steilen Hang (Seile häufig unterm Schnee) in die Scharte. Von der Scharte folgen wir den Seilen und dem schmalen Gipfelgrat bis auf den aussichtsreichen Gipfel (3.15 Std., mittel).
Höchster Punkt
Wildes Hinterbergl (3288 m)

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