Wildalpjoch, 1720 m

Kurze, aber ernst zu nehmende Hochwintertour auf steilen Sonnenhängen. An seltenen Firntagen wird die Abfahrt vom kleinen Voralpengipfel zum fantastischen Genuss für Kenner und Könner.
Lawinengefahr: sehr hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
4 km
720 m
2.00 h
Die Route.
Austieg.
Am westlichen Ende der Straßenbrücke die Sudelfeld-Bergstraße verlassen und am Weg oberhalb des Bachlaufes nach Norden, bis nach rund 200 Metern ein kleines Rinnsal erreicht wird. Auf einem Steg über diesen Bach und dann links ab. Gegen Nordwesten auf die Jackelberger Alm zu. Von der Alm in der gleichen Richtung mäßig steil durch einige Baumgruppen und zu einem kleinen Hütterl. Nun durch den Hangauslauf nach Westen weiter und in einen grimmigen Steilhang. Nach dem kurzen, meist beschwerlichen Steilaufstieg zu einer weiteren kleinen Hütte auf einem nach rechts ansteigenden Rücken. Auf ihm bis zum Gipfelfuß hinauf. Bevor es zu steil wird, rechts abdrehen, die oberen Hänge der breiten Lawinenmulde queren und dann links schwenken, bis man in einen breiten, freien Sattel kommt. Aus dieser Gamswiese nach links und so weit möglich mit Ski hinauf. Das letzte Stück meist zu Fuß.
Abfahrt.
Entweder entlang der beschriebenen Aufstiegsroute oder – bei absolut sicheren Bedingungen und hoher Schneelage – durch die breite Hangmulde hinab und den Rest entlang der Aufstiegsroute.

Exposition - Südosten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied720 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz an der Sudelfeld-Bergstraße (1000 m) bei der Brücke über den Arzbach
EndpunktParkplatz an der Sudelfeld-Bergstraße (1000 m) bei der Brücke über den Arzbach
TourencharakterDas Wildalpjoch (das nach hiesigem Sprachgebrauch eigentlich »Wildalmjoch« heißen müsste) ist ein Nachbar des felsigen Wendelsteins. Der Berg bietet anspruchsvolles Gelände für eine kurze, aber zackige Skitour. Anstieg und Abfahrt verlaufen über Südosthänge und sind besonders über der Waldgrenze stark von Lawinen bedroht. In den steilen Grashängen rutscht der Schnee bei starker Sonneneinstrahlung oft bis zum Grund ab. Für diese Halbtagestour muss man deshalb absolut sichere Schneeverhältnisse abwarten und früh aufbrechen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungMit dem Auto von Brannenburg (Maut) oder von Bayrischzell über die Sudelfeld-Bergstraße zum Parkplatz
Tipps
Ausweichziel. Stellt sich schon beim Blick aus dem Tal zum Wildalpjoch heraus, dass die Lawinensituation in den steilen Hängen brenzlig werden könnte, weil der Schnee in den Wiesen anreißt, kann man noch umdisponieren. Vom gleichen Ausgangspunkt lassen sich nämlich die kleinen Skitourenziele Dümpfel (1354 m) und Schreckenkopf (1316 m) relativ gefahrlos und schnell erreichen.
Höchster Punkt
Wildalpjoch, 1720 m
Tourismusbüro
Brannenburg, Tel.: 08043/9581; www.brannenburg.de
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