Wannenkopf, 1712 m

Die Tour ist nicht schwierig, und wenn eine Skispur hinaufführt, ist die Route auch leicht zu finden. Bei vernünftiger Routenwahl bleibt das Lawinenrisiko gering. Die langen, schattseitigen Waldlichtungen und Hänge sind erstaunlich schneesicher. Bei hoher Schneelage und nach starkem Wind muss man in Gipfelnähe besonders auf Wechten achten.
Exposition: Ost / Lawinengefahr: gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
9 km
700 m
2.00 h
Aufstieg.
Vom großen Parkplatz am westlichen Ortsrand von Obermaiselstein quert man die stark befahrene Riedbergpassstraße und folgt dem geräumten Wanderweg zum Schönberger Bach, der auf einer Brücke gequert wird. Hinter der Brücke halten wir uns rechts und folgen den Markierungsschildern Richtung Bolsterlang nach Nordosten. Bald schon zweigt nach links ein Sträßchen ab, dem wir rund 10 Minuten durch den Wald hinauf folgen, bis eine ziemlich breite Asphaltstraße erreicht wird. Auf ihr geht es nun in vielen Serpentinen zunächst nach Süden, später Westen durch den Wald hinauf. Die Straße fällt etwas ab, dreht scharf nach links und endet bei einem Heustadel. Von dort gehen wir, dem markierten Sommerweg folgend, nach Westen weiter und gewinnen über Mulden, dann wieder steilere Waldlichtungen, gut an Höhe. Auf dem deutlich markierten Wanderweg steigen wir etwas steiler im Hochwald auf den langen, breiten Gipfelgrat zu, über den wir recht gut aufsteigen können. Unter dem Gipfel kommen wir dann in freies, aber deutlich flacheres Berggelände. Erst unmittelbar unter dem Gipfel trumpft der Berg mit einer steileren Flanke auf, ehe das Kreuz am höchsten Punkt erreicht wird.
Abstieg.
Es ist wenig sinnvoll, über den Gipfelgrat mit Ski abzufahren. Nur bei großer Lawinengefahr sollte man der Aufstiegs-route folgen, denn die ist sehr sicher. Wenn es die Situation zulässt, fährt man vom Waldrand, etwa auf einer Höhe von 1600 m, nach links in die Schattenhänge hinein und schwingt nördlich des langen Grates durch herrliches Wedelgelände zum Fahrweg hinab. Auf dem Aufstiegsweg geht es schließlich zum Ausgangspunkt zurück.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied700 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortObermaiselstein (876 m)
AusgangspunktParkplatz etwa 200 Meter südwestlich des Tunnels der Fahrstraße zum Riedbergpass (870 m; nördl. Ortsumgehung von Obermaiselstein)
TourencharakterEin besonderer Schaumagnet der Allgäuer Alpen ist das Riedbergerhorn, das mit seinen steilen, makellos weißen Flanken von allen Seiten brilliert. Skitourengeher mögen es bedauern, dass dieser schöne Berg vom Riedbergpass her mit Seilbahnkabeln garniert und deshalb für sie kaum mehr interessant ist. Doch haben die alpinen Erschließer in der unmittelbaren Nachbarschaft des Riedbergerhorns einige Gipfel übrig gelassen, die für den Tourensport nach wie vor lohnend und auch beliebt sind. Und zu diesen schönen Bergen zählt der Wannenkopf, der sich östlich des Riedbergerhorns erhebt. Er kann auf seinem langen, bewaldeten Ostrücken gut bestiegen werden. Zur Belohnung gibt es auf dieser Vorgebirgsskitour einen umfassenden Blick in die Allgäuer Alpen und ins Oberallgäu. Wegen der guten Erreichbarkeit wird der Wannenkopf selbst im Hochwinter und bei üppiger Schneelage immer wieder von Wanderern bestiegen, die leider die Fellspur zer-trampeln. Die hier vorgestellte Abfahrtsroute aber bleibt den Brettlschwingern vorbehalten.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Allgäuer Alpen; Kompass-Wanderkarte 1:30000, Blatt 03, Oberstdorf-Kleinwalsertal, oder KompassWanderkarte, 1:50000, Blatt 3, Allgäuer Alpen-Kleinwalsertal
VerkehrsanbindungAuto - Auf der B 19 bis Fischen und dann auf der Riedbergpassstraße bis Obermaiselstein und auf der Ortsumgehung zum Parkplatz ÖV: RVA-Busverbindung von Fischen
Tipps
Die Tour eignet sich für Kinder ab 12 Jahre. Sie wird gerne auch von Schneeschuhwanderern begangen, die leider die Fellspur ruinieren.
Höchster Punkt
Wannenkopf, 1712 m
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