Wallberg, 1722 m

Schöne Skitour auf seilbahnerschlossenen Berg. Doch verläuft die Route auf der »unverkabelten« Seite des Bergs. Gipfelanstieg sinnvollerweise nur zu Fuß. Hochinteressante Abfahrtsvariante durch den Mittertaler Graben (nur für Spezialisten).
Lawinengefahr: sehr hoch! (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz bei der Hufnagelstube (kurz unter der Monialm) auf der Forststraße kurz nach Süden hinauf, dann scharf rechts abdrehen und in geringer Steigung gegen Westen dahin. Bei der Verzweigung rechts halten, an der Siebli-Winterstube vorbei und neben dem Schiffbach moderat ansteigend in der gleichen Richtung weiter, bis sich die Straße kurz vor der Rottachalm verzweigt. Dort rechts, an der Rottachalm vorbei und im Wesentlichen dem Verlauf des Fahrwegs folgen. Er steigt zunächst gering gegen Westen an, schwingt sich deutlich auf und dreht gegen Norden ab. Bis zur Portnersalm (oder Portneßalm) kann man etwas über die freien Hänge abkürzen. Bei der Alm muss man sich entscheiden, ob man die gegliederten, aber recht steilen, Südhänge hinauf will, bis zwischen der Wallbergkapelle und dem Hotel der Wallberg-Südrücken erreicht ist. Bequemer ist der Anstieg von der Portnersalm auf dem Fahrweg gegen Süden und dann in einem Rechtsbogen bis kurz vor das Wallberghaus hinauf (Gefahr von Nassschneelawinen bei starkem Sonnenschein!). Vom Sattel auf der Skipiste gegen Norden zur Kapelle, dem Hotel und der Seilbahnbergstation. Man rutscht nun unter den Seilbahnkabeln durch und ein wenig abwärts zur Bergwachthütte. Dort links in den Wald hinein und auf dem Bergweg bald wieder in die freien Hänge beim Gleitschirmflieger-Startplatz. Nach Norden weiter und beim Felsenaufschwung Ski deponieren. Zu Fuß (nur bei idealen Bedingungen mit Fellen) über den Felsenabsatz hinauf bis die Startrampe für Drachenflieger erreicht ist. Dort etwas rechts abdrehen und auf dem breiten Rücken nach Osten an den Gipfelfelsen heran. Über ihn zum Kreuz hinauf. Bei gutem Stapfschnee ist das letzte Stück einfach, bei Vereisung kann es gefährlich sein.
Abfahrt.
Bis zum Wallberghotel muss man in jedem Fall der Aufstiegsroute zurückfolgen. Bei schönem Firn von der Kapelle über die steilen Hänge zur Portnersalm und entlang dem Anmarschweg zurück. Bei sehr sicheren Verhältnissen fahren Experten noch vor dem Hotel direkt nach links in den Graben ab oder sie steigen nördlich des Hotels ein paar Meter auf und rutschen über einen bewaldeten Rücken in Richtung G'fällalm. Noch vor oder bald hinter der Alm links abbiegen und die Pulverschneehänge sehr steil in den Mittertaler Graben hinunterrauschen. Man kann auch erst kurz vor dem Laiterkopf links abdrehen und durch eine der breiten, aber sehr steilen, Hangmulden in den Graben abfahren. Durch den Graben nach Osten hinaus, bei etwa 1200 Metern Höhe in schütteren Laubwald hinein und bis etwa 1120 Meter durch den breiten Graben. Dann verengt sich dieser zu einer schmalen Rinne. Vorher links halten, am oberen Rand einer weiteren Rinne vorbei und in einer rund 20 Meter breiten, freien Hangmulde flott hinab bis schließlich im Talgrund ein Forsthaus (Kohlhütte) erreicht wird. Gleich daneben auf einem Steg über die Rottach und dahinter auf einem Wanderweg ein paar Meter zur Fahrstraße hinauf. Auf ihr nun rund 100 Höhenmeter (1,3 km; 20 Minuten) gegen Südosten zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - überwiegend Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied900 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHufnagel-Winterstube (Sutten; 950 m)
EndpunktHufnagel-Winterstube (Sutten; 950 m)
TourencharakterDer Wallberg, bis zum Wallberghotel mit Seilbahn erschlossen, gibt den idealen Berg für begeisterte Rodler ab. Da die Skipiste unpräpariert bleibt, kommen nicht sehr viele Skifahrer. Trotzdem ist am Berg einiges los, denn auch Wanderer gondeln im Winter herauf, um die Aussicht zu genießen und bei guten Bedingungen den Gipfel zu besteigen. Was haben also Tourengeher an diesem Berg verloren? Eine ganze Menge! Denn auf der unerschlossenen Ostseite des Wallbergs gibt es neben einem eher gemütlichen Skianstieg eine ziemlich rassige Abfahrt der Sonderklasse, die allerdings nur wagemutigen und standfesten Brettelschwingern empfohlen werden kann. Sie verlangt neben guter Orientierungsgabe, hoher, doch sehr stabiler Schneelage, auch Mut und einen 20-minütigen Rückweg auf der Straße, um den Ausgangspunkt wieder zu erreichen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungRVO-Busverbindung ab Bahnhof Tegernsee; mit dem Auto von Enterrottach Richtung Valepp (mautpflichtig) bis zum Ausgangspunkt bei der Müllsammelstelle Sutten-West
GastronomieWallberg-Hotel (1620 m); Wallberghaus, 1500 m (ganzjährig bewirtschaftet, jedoch von Mitte November bis Anfang Dezember geschlossen, Montag Ruhetag,11:00 - 16:30 Uhr warme Küche, 53 Betten (davon 46 Lagerplätze und 7 Betten im Zimmer), Übernachtung für Gruppen ab 15 Personen. Tel. 08022/6288, Homepage: www.wallberghaus.de).
Tipps
Zum Setzberg. Wer in den breiten Sattel zwischen Wallberg und Setzberg heraufgespurt hat und in der Nähe des Setzberghauses (das im Winter geschlossen ist) nach links blickt, wird möglicherweise Lust dazu bekommen, noch vor dem Wallberg dem 1712 Meter hohen Setzberg einen Besuch abzustatten. Wenn der vereinseigene Skilift nicht läuft und der lange Gipfelhang nicht abgeblasen ist, lohnt sich das. Für Aufstieg, Gipfelrast und Abfahrt muss man rund 1 Stunde einplanen.
Höchster Punkt
Wallberg, 1722 m
Unterkunft
Wallberghaus, 1512 m (privat, ganzjährig bewirtschaftet, Mitte November bis Anfang Dezember Betriebsruhe, Montag Ruhetag,11:00 - 16:30 Uhr warme Küche, 53 Betten (davon 46 Lagerplätze und 7 Betten im Zimmer), Übernachtung für Gruppen ab 15 Personen. Tel. 08022/6288, Homepage: www.wallberghaus.de
Tourismusbüro
Rottach-Egern, Tel.: 08022/6713–41; www.rottach-egern.de
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