Unnütz, 2078 m

Der Unnütz ist nicht zu unterschätzen. Seine langen und breiten Rücken und Kämme sind im Mittelteil hakelig und von Steilstufen unterbrochen, die Wegfindung ist nicht immer einfach, und bei wenig Schnee muss man Slalom zwischen den Latschen laufen. Nicht bei Nebel gehen! Den Aufstieg kann man mittels Lift um ca. 200 Hm verkürzen.
Exposition: Nord, Ost, Süd / Lawinengefahr: gering bis mäßig (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
10 km
1100 m
4.00 h
Aufstieg.
Per Lift zur Bergstation oder am rechten Rand der Piste hinauf und westwärts in den Wald (ca. 1270 m). Etwas nördlich des Kamms erst flach, dann absteigend in eine Bachsenke queren und nach kurzem Steilstück mit geringem Höhengewinn weiter dem breiten Rücken folgen. Bei dessen Nordschwenk a) rechtsseitig nordwärts queren zur Kotalm (1449 m) und links hinauf; oder b) gerade bis links haltend hinauf (steil, struppig) und auf breitem Kamm eben zum Beginn des waldfreien und breiten, aber latschen-verseuchten und buckligen Ost-/Nordostrückens (ca. 1600 m). In dessen linker Flanke über Buckel und durch Mulden (stellenweise abfallend) mit Gespür für Wegfindung (zwei Problemstellen: relativ steile Querung, Steilstufe) westwärts queren und südwestwärts hinauf zum erholsam flachen Nordostrücken (ca. 1900 m). Auf diesem zu einem Nordschwenk und über den verschmälerten Rücken hinauf zum ersten und höchsten der drei Unnütz-Gipfel.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortSteinberg am Rofan (1000 m)
AusgangspunktTalstation des oberen Schlepplifts (ca. 1050 m)
TourencharakterAuf der Fahrt nach Steinberg am Rofan starren von tiefen Schatten-schluchten durchzogene Schrofenwände vom Unnütz herunter. Dennoch gehört der Beginn der Tour mit Piste und Waldspaziergang zu einer den leichtesten Übungen. Danach heißt es, dem Spürsinn folgend ohne die leiseste Ahnung eines Wegs über Kämme zu spuren, zwischen den unverschneiten älteren Latschenbüschen zu lavieren, gelegentlich schneebrettgefährdete Steilhänge zu queren, in Senken hinabzurutschen und auf Buckel hinaufzuschnaufen. Plötzlich ist alles vorbei, und hoch überm Achensee läuft man über einen breiten Aussichtskamm und im Angesicht der wie mit dem Messer abgeschnittenen Wände des Rofan-Hauptmassivs gemächlich zum höchsten Gipfel des Unnütz-Massivs.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000 (mit Skirouten), Blatt 28, Achensee-Rofan-Zillertal; Österreichische Karte 1:50000, Blatt 88
VerkehrsanbindungPkw - Von München auf der A8 bis Ausfahrt Holzkirchen und über Rottach-Egern und den Achenpass zum Ortsbeginn von Achenkirch. Links Richtung Steinberg; an einer Straßengabelung halb rechts Richtung Lifte ÖV: keine Anfahrt
Gastronomiekeine
Informationen
Variante (nur alpin Erfahrene, große Lawinengefahr, über 800 Hm Abfahrt, bis knapp 40°). Zurück zum tiefsten Punkt der zwischen Gipfel und Aufstiegsrücken befindlichen, breiten nordostseitigen Rinne. In zwei Steilstufen und Wannen hinunter in eine Senke. Links zu deren nordwestlichem Rand gehen. Hinab zu einem nach links ziehenden Band, über dieses zum tiefsten Einschnitt eines von links herabziehenden breiten Tals, auf der anderen Seite herausqueren (evtl. kurz aufsteigen) und zu einer breiten Rinne zwischen Felsen am Westrand des hier 500 m breiten Doppeltals. Steil hinunter ins Flache und das zu-nehmend engere Tal auswärts. Schließlich in die rechte Steil-flanke queren, abfahren in den Wald und durch diesen flach auslaufend rechts des Bachs zur Straße bei der Oberen Bergalm (1029 m). Per Anhalter oder Bus zurück zum Ausgangspunkt.
Höchster Punkt
Unnütz, 2078 m
Unterkunft
keine
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