Trainsjoch, 1707 m

Sehr beliebte, landschaftlich schöne Skitour mit eindrucksvollem Gipfelblick. Etliche Abfahrtsvarianten und Zwischenanstiege sorgen für Kurzweil. Bei Harschschnee ist der Aufstieg im oberen Trockenbachtal bisweilen etwas ungemütlich. Die Abfahrt über das Ascherjoch erfordert stabile Verhältnisse und einen guten Skifahrer (steile Walddurchfahrten). Auf der Ostseite des Gipfelrückens besteht bei unsicheren Bedingungen bisweilen Lawinengefahr (steile Grashänge).
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
10 km
1080 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Auf der Forststraße, die als Rodelbahn präpariert ist, steigt man recht gemütlich im Trockenbachtal im Wald zur Unteren Trockenbachalm auf. Auf der Höhe von etwa 1100 Metern verlässt man bei einem kleinen Jagdhütterl die Straße nach rechts. Südlich des Trockenbachs folgt man nun einem schrägen Hang nach Osten hinauf und geht unter dem Ascherjoch bis in den weiten Trainssattel auf 1485 Metern Höhe. Im Sattel links abbiegen und über den Gipfelrücken im Sonnenhang nach Norden hinauf. Der Rücken schnürt sich nun zusammen und wird steiler. Bei geringer Schneelage stellt man auf einem kleinen Spitz knapp unter dem Gipfel die Ski ab und geht zu Fuß zum Kreuz hinauf. Liegt viel Schnee, kann man mit den Fellen um diesen unbedeutenden Vorgipfel links herumgehen oder über ihn hinweg bis zum höchsten Punkt ansteigen.
Abfahrt.
Die einfachste Abfahrtsroute folgt der Aufstiegsspur. Bei sehr sicherer Schneelage können gute und mutige Skifahrer direkt vom Gipfel über einen steilen, streckenweise felsdurchsetzten und lawinengefährlichen Osthang abfahren oder vom Grat südlich des Gipfels an geeigneter Stelle (unmittelbar vor einem kleinen Felsvorsprung) über enorm steile Schattenhänge im Pulverschnee zur Trainsalm hinunterschwingen. Möglich und weitgehend sicher ist eine Genussabfahrt über den Gipfelhang nach Süden und vor dem Trainssattel links abbiegend durch eine weite Mulde zur Trainsalm. Von der Alm (die sich hervorragend für eine Rast eignet) folgt ein Gegenanstieg von etwa 20 Minuten über etwa 150 Höhenmeter in den Trainssattel und von dort in geringer Steigung auf das 1558 Meter hohe Ascherjoch, das auf manchen Karten auch als Semmelkopf bezeichnet ist. Dort werden die Felle abgenommen, und man fährt ein Stück schräg am licht bewaldeten Hang nach Westen ab, bis sich herrliche, breite Waldlichtungen auftun. Durch sie bis zur Aufstiegsspur hinab und in ihrer Nähe zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - Westen und Süden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1080 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz am Eingang in das Trockenbachtal (830 m)
EndpunktParkplatz am Eingang in das Trockenbachtal (830 m)
TourencharakterAm Trainsjoch dauert die Saison das ganze Jahr. Im Sommer wird es von vielen Wanderern besucht, und wenn genügend Schnee liegt, gesellen sich im Winter die Skitouristen dazu. Wanderer marschieren auch in der kalten Jahreszeit mit und ohne Schneeschuhe hinauf und versinken in den Gipfelhängen bisweilen bis zum Bauch im Schnee. Alle wollen die schöne Gipfelaussicht genießen und wir Brettelrutscher noch ein bisserl mehr...
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Bayrischzell oder Kufstein; mit dem Auto von Hinterthiersee über Landl oder von Bayrischzell durch das Ursprungtal zum Ausgangspunkt
GastronomieObere Trockenbachalm (Mariandlalm); auch im Winter meist geöffnet
Tipps
Auch für Kinder. Diese Tour eignet sich gut für Kinder ab etwa 12 Jahren. Der Bauer von der Mariandlalm: Leider ist der Besitzer der Jausenstation Obere Trockenbachalm, die er selber »Mariandlalm« nennt, kein sehr verträglicher Mensch. Damit man keinen Ärger mit ihm bekommt und der Tourentag am Trainsjoch in schöner Erinnerung bleiben kann, sollte man vorsichtshalber den Kontakt mit ihm nicht suchen.
Höchster Punkt
Trainsjoch, 1707 m
Unterkunft
Obere Trockenbachalm (Mariandlalm); auch im Winter meist geöffnet
Tourismusbüro
Hinterthiersee, Tel.: +43/5376/5597; www.tirol.at/hinterthiersee
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