Torspitze, 2663 m

Obwohl die Tour technisch leicht ist, verlangt sie doch insbesondere bei schlechter Sicht eine gewisse Alpinerfahrung, da man sich auf dem Hochplateau leicht verirren kann. Vor dem Aufstieg ins militärische Sperrgebiet unbedingt bei der Schranke am Parkplatz auf die Sperrungstafel schauen!
Exposition: West, Nordwest / Lawinengefahr: gering bis mäßig (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
18 km
650 m
2.00 h
Hüttenzustieg.
Am beschrankten Wachhäusel vorbei und auf der Militärstraße ohne Serpentinen (um 1700 m Serpentinen und abzweigende Fahrwege) hoch überm Lizumbach durch Wald südwärts talauf. Schließlich flacher einen potentiellen Lawinenstrich kreuzend ins Freie und an einem markanten Felsen vorbei zu einem Steinbau (Schießstand) fast in Hüttenhöhe. Abwärts zum Militärlager Lizum und von dessen Südende hinauf zur Hütte (Eingang hinten, südseitig).
Aufstieg.
An den letzten Zirben vorbei genau ostwärts über eine Steilstufe auf einen plateauartigen Absatz. Geradeaus weiter, möglichst rechts eines Bacheinschnitts (nicht links in die Hänge der Grauen Wand!) mäßig steil hinauf und um den bereits von der Hütte aus auffallend markanten Südsporn der Grauen Wand herum in ein breites, wanniges Tal. Über das Torjoch (2386 m; zwischen Grauer Wand und Torwand) links einer Senke zur Fortsetzung des Tals, das zu einer Wanne mit nicht sichtbaren rechtsseitigen Abbrüchen mutiert ist, und nordwärts (bei Lawinengefahr Abstand zur Grauen Wand halten) eindrehen. In den abschließenden Kessel und links haltend hinauf zum Verbindungskamm zwischen Grauer Wand und Torspitze. Über diesen und anschließendes kupiertes Gelände nordostwärts hinauf zum Kreuz.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied650 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortWattens im Inntal (564 m)
AusgangspunktParkplatz vorm Militärlager Walchen (1410 m)
TourencharakterMajor von Knopf gibt sich gelöst. Im trauten Gespräch in der Lizumer Hütte mit Zivilisten kann er sich das leisten. Im Lager Lizum, der Kaserne des größten Gebirgs-Truppenübungsplatzes Österreichs, wird er wohl eher den langjährigen Standortkommandanten hervorkehren, der hier oben wie ein König herrschen kann. Der alte Fuchs mit der tadellosen Haltung kennt sich wie kein Zweiter aus in seinem Revier, weiß, wo schon einmal eine Lawine abgegangen ist, und verfügt bei Lawinenwarnstufe 4 die Sperrung der vom Lager Walchen heraufführenden Militärstraße. »Wenn einer in das von mir gesperrte Gebiet reinläuft und verschüttet wird, dann lass ich ihn im Frühjahr ausapern«, kehrt der Gerechte den Strengen hervor. Bei schlechtem Wetter sollte man lieber die Finger von der Route zur Torspitze lassen, um nicht unter die Graue Wand zu geraten (schon mehrere Lawinentote) oder vom Plateau dahinter in den Kessel der Nassen Tux zu stürzen. Bei Sonnenschein aber ist die Tour ein Traum: Nach dem Aufstieg zum Torjoch schälen sich über dem Hochplateau die Zillertaler Alpen Stück für Stück aus dem Horizont. Bei der Gipfelrast bleibt dann der Blick an der konkaven Flanke des Hintertuxer Gletschers hängen, über dem sich das ebenmäßige Granitdreieck des Olperer erhebt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippAV-Karte (mit Skirouten) 1 - 50000, Blatt 31/5, Innsbruck und Umgebung; Kompass-Wanderkarte (mit Skirouten) 1:50000, Blatt 36, Innsbruck-Brenner; Freytag & Berndt-Wanderkarte 1:50000, Blatt 151 Zillertal-Tuxer Alpen-Jenbach-Schwaz
VerkehrsanbindungAuf der Inntalautobahn bis Ausfahrt Wattens und im Ort zur kreuzenden Bundesstraße. Auf dieser kurz links, dann rechts (südwärts) Richtung Lager Walchen/Lizum hinauf und talein bis zum Ende des Wattentals (Ketten!) ÖV - Mit der Bahn auf der Inntalstrecke bis Fritzens-Wattens. Entweder mit dem Taxi zum Lager Walchen oder (bei Voranmeldung) Abholung durch den Wirt
GastronomieLizumer Hütte (2019 m), OeAV S. Hall, bew. Weih-nachten bis Ende April, 100 Schlafplätze, Winterraum offen (20 Plätze), Tel. (0043)(0)5224/52111
Höchster Punkt
Torspitze, 2663 m
Unterkunft
Lizumer Hütte (2019 m), OeAV S. Hall, bew. Weih-nachten bis Ende April, 100 Schlafplätze, Winterraum offen (20 Plätze), Tel. (0043)(0)5224/52111
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