Tanzeck (1703 m) und Rauhkopf (1689 m)

Teilweise steile Piste und unschwieriges, freies Tourengelände. Sehr beliebte, einigermaßen kurze, aber landschaftlich sehr eindrucksvolle Rundtour mit großartigen Ausblicken, die weit über die Rotwandgruppe hinausreichen. Es gibt nur zwei unschwierige Steiletappen. Man sollte diese als sportliche Einlage sehen. Fast die gesamte Route ist weitgehend lawinensicher. Bei der Hangquerung über der Schönfeldhütte besteht allerdings bisweilen ein erhebliches Lawinenrisiko (Osthänge unter den Wilden Fräulein).
Exposition: Westen / Lawinengefahr: Überwiegend sehr gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
8 km
800 m
2.00 h
Die Route.
Aufsteig.
Etwa eine halbe Stunde auf der morgens mitunter vereisten Skipiste (eventuell Harscheisen anlegen) gegen Osten hinauf. Anfänger werden nicht der fast immer viel zu steilen, geradeaus den Hang hinaufführenden Aufstiegsspur folgen, sondern schön brav in Kehren ansteigen und dabei auch gleich die Spitzkehrentechnik üben. Die Skipiste dreht links ab und wird dort endlich flacher. Die Steighilfe darf man dann um eine Stufe zurückstellen. An einem Waldausläufer links vorbei und über einen schwach ausgeprägten Rücken. Ganz leicht abwärts den Hang über der Schönfeld- hütte nach links queren (Vorsicht bei hohem Lawinenrisiko!) und zu den oberen Schönfeldalmen. Von den malerisch gelegenen Almhütten in einer Lichtung relativ steil nach Osten hinauf. Dabei bietet sich noch einmal Gelegenheit, die Spitzkehrentechnik einzusetzen. Die Route verläuft an einer eindrucksvollen Felswand entlang, über eine Steilstufe und in den Wald hinein.
Nun nicht nach links abbiegen (diese Spur würde zu Benzingspitz und Jägerkamp führen), sondern geradeaus durch den Wald weiter und dabei möglichst wenig ansteigen, bis man knapp über der Schnittlauchmoosalm wieder in freies Gelände kommt. An der kleinen Almhütte geradeaus vorbei und auf einer breiten Hangrippe in den Sattel rechts des Tanzecks. Aus diesem Sattel nach links zum Tanzeck hinauf, wobei die letzten Meter im Latschengebüsch meist ohne Ski zu bewältigen sind.
Abstieg.
Bis zur Schnittlauchmoosalm im Wesentlichen entlang der Aufstiegsroute. Bei der Alm sich links haltend nach Süden über pfundige Hänge in einen weiten Talgrund hinunter. Dort Felle wieder aufziehen und in weit ausholenden Kehren gegen Südosten den Klassehang zum Rauhkopf hinaufspuren. Knapp unter dem Gipfel die Seilbahnkabel queren und die letzten Meter zu Fuß über einen kurzen scharfen Grat zum Gipfelkreuz. Nach der zweiten Gipfelrast wieder über herrliche Hänge in den breiten Talgrund hinunter, dann sich links haltend zum Fahrweg im Lochgraben unter den Schönfeldalmen und zur Hauptabfahrt. Auf ihr (mit längeren flachen und gering ansteigenden Etappen) gegen Westen zum Ausgangspunkt hinaus.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied800 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSpitzingsee, Talstation der Taubensteinbahn (1110 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterGanz in der Nähe der Pisten am Lochgraben und am Rauhkopf verläuft diese Einsteigertour par excellence. Pistenmäßig ist auf diesen Abfahrten nicht viel los, und in der Vor- oder Nachsaison stehen die Lifte meistens sowieso still. Dann kommen die Tourengeher in Scharen und stromern auf Jägerkamp, Benzingspitz, Tanzeck und Rauhkopf. Genießer gehen weiter in den Taubensteinsattel und kehren im Taubensteinhaus ein, was auch nicht schlecht wäre (siehe Tour Taubensteinsattel).
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee–Schliersee–Wendelstein)
VerkehrsanbindungBahnverbindung bis Fischhausen-Neuhaus, Bus zum Ausgangspunkt; mit dem Auto über Schliersee und Spitzingseestraße zum Ausgangspunkt
GastronomieSchönfeldhütte
Tipps
Auf den Benzingspitz (1735 m) Von der Schnittlauchmoosalm lässt sich mit relativ geringem Aufwand der Benzingspitz ins skitouristische Programm einbauen. Dazu muss man von der Alm nach Nordwesten hinaufspuren und kommt in einen Sattel südlich des Benzingspitzes. Nun auf der vom DAV markierten Skiroute weiter, aber nicht direkt durch das Latschenbuschwerk zum Gipfel hinauf, weil dort ein Raufußhuhnbiotop ausgewiesen ist. Zum Gipfel steigt man nach einer längeren Hangquerung von Südwesten her auf. Weiter zum Jägerkamp (1746 m) nd wer gar nicht genug kriegen kann, hakt auch noch den Jägerkamp ab, was leicht und schön ist, skifahrerisch aber nicht besonders viel bringt.
Informationen
Dauer 2.30 Std. ('2 Std. '0.30 Std.)
Unterkunft
Schönfeldhütte
Tourismusbüro
Schliersee, Neuhaus/Spitzingsee, Tel.: +49(0)8026/60650; www.schliersee.de
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