Stolzenberg, 1609 m, Rotkopf, 1602 m, und Roßkopf, 1580 m

Zum Stolzenberg steiler, zwischendurch sogar felsiger, Anstieg, der sichere Spitzkehrentechnik verlangt. Der Übergang über Rotkopf und Roßkopf ist streckenweise eine »Holzerei« in dichtem Wald mit steilen Abbrüchen, die entsprechende Vorsicht gebieten.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
10 km
660 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz der Stümpflingbahn zur Piste hinauf und erst einmal rund 70 Höhenmeter nach Süden in Richtung Valeppalmen abfahren. Auf dem Querweg (Loipe) nun ziemlich eben dahin, bis bei den Hütten nach rechts eine breite Waldschneise ansteigt. Von der Hütte bei der Valeppalm auf dem schmalen, streckenweise steilen, Fahrweg zur Unteren Haushamer Alm. Von der Alm anfangs dem Sommerweg folgen und ziemlich steil nach Süden hinauf. Dann den Sommerweg verlassend gegen Süden weiter, durch ein paar Waldgürtel, über kurze felsige Etappen und über eine weite Hangmulde nach Westen an den Gipfelrücken heran. An seiner Ostseite durch einen schmalen, steilen und steinigen Durchschlupf und über den breiten Waldrücken zum höchsten Punkt am Stolzenberg.
Abfahrt.
Vom Stolzenberg gegen Westen durch dichten Wald weiter, allmählich etwas rechts abdrehen und dem Sommerweg folgend nach längerem Hickhack in einer steilen Waldlichtung flott in den Sattel zwischen Stolzenberg und Rotkopf hinabschwingen. Dann gegen Norden zum Rotkopf aufsteigen und nach einer unbedeutenden Abfahrt gegen Nordwesten gering ansteigend nach Norden zum Roßkopf, dem letzten Gipfelziel. Ab dort entweder im Pistenbereich (eventuell mit Besuch des Stümpflinghauses) zum Ausgangspunkt zurück oder nach Osten zur Grünseealm und von dort nach Süden zur Aufstiegsroute und auf ihr zum Ausgangspunkt.

Exposition - Osten und Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied660 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSpitzingsee, Parkplatz Stümpflingbahn (1124 m)
EndpunktSpitzingsee, Parkplatz Stümpflingbahn (1124 m)
TourencharakterBis zum Stolzenberg führt meist eine Spur hinauf, die von Tourengehern und Schneeschuhwanderern gleichermaßen genutzt wird. Um ehrlich zu sein, beim Gipfelaufstieg sind die Nutzer der Schneereifen eindeutig im Vorteil, denn im felsigen Steilhang wird es mit Fellen bisweilen etwas unangenehm. Am beliebten Stolzenberg, wo die allermeisten Gipfelstürmer aufhören, ist die Tour für Spezialisten noch nicht zu Ende. Denn es gibt eine schöne Überschreitung zu zwei weiteren Gipfeln und eine Abfahrtsvariante, die ausnahmsweise über eine Skipiste verläuft. Auf dieser netten, kleinen Reibe könnte es sein, dass man zwischen Stolzenberg und Roßkopf allein unterwegs ist und sich erst einmal eine Spur in den Schnee treten muss. Oft wird dieser Übergang nämlich nicht durchgeführt, denn er eignet sich mehr für Individualisten, die im dichten Wald auch mal längere Zeit auf- und abrutschen mögen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungOberlandbahn bis Fischhausen, Linienbus zum Ausgangspunkt; mit dem Auto über Miesbach und Schliersee nach Spitzingsee
GastronomieStümpflinghaus
Tipps
Nördlich des Haushamer Bachs. Eine Alternative führt von der Hütte bei der Valeppalm noch vor dem Haus- hamer Bach nach rechts durch eine breite Lichtung hinauf. Manchmal wird diese Schneise mit der Pistenraupe präpariert, denn durch sie verläuft eine Variantenabfahrt vom Roßkopf herunter. Bei etwa 1200 Metern Höhe verlässt man die Route zur Grünseealm nach links, geht über den Bachgraben und gegen Südwesten zum Fahrweg hinauf. Auf ihm zur Bergwachthütte bei der Unteren Haushamer Alm. Ab dort entlang der oben beschriebenen Route zum Stolzenberg.
Informationen
Höchster Punkt
Stolzenberg, 1609 m
Unterkunft
Stümpflinghaus
Tourismusbüro
Schliersee, Neuhaus/ Spitzingsee, Tel.: 08026/60650; www.schliersee.de
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