Steinberg und Steinbergstein, 2215 m

Landschaftlich sehr ansprechende Skitour. Bis zum Steinberg eignet sie sich für konditionsstarke Anfänger (bis hierher nur 1000 Hm, 2 3/4 Std.). Der Weiterweg zum Steinbergstein und vor allem die Abfahrt auf der geschilderten Variante machen die Tour dann doch zu einem stattlichen Unternehmen, das Kennern und Könnern vorbehalten bleibt. Da gibt es einige rassige Steilhänge, die nur bei sicheren Lawinenverhältnissen gefahren werden können.
Exposition: Ost und Nord / Lawinengefahr: Bis zum Steinberg ist die Route weitgehend sicher. Der Übergang zum Steinbergstein erfordert stabile Verhältnisse. (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
15 km
1320 m
4.00 h
Aufstieg.
Vom Steinberghaus gehen wir auf der Fahrstraße eine knappe halbe Stunde nach Süden durch das Windautal. Bei der Wegabzweigung kurz hinter der Talstation des Materiallifts der Steinbergalm schwenken wir dann nach rechts und folgen einem Sträßchen ein kurzes Stück im Wald hinauf. Schon sehr bald erreichen wir freie Hänge und verlassen den Fahrweg. Nun spuren wir in Kehren zur Unteren und zur Oberen Steinbergalm gegen Westen hinauf und auf einem breiten Rücken bis zum Steinberg. Anfänger beenden die Tour dort und fahren auf der Aufstiegsroute ab. Für den Könner ist die Tour allerdings noch lange nicht zu Ende. Er geht vom Steinberg in der gleichen Richtung weiter, mehrmals auf und ab, bis er den langen und breiten Rü-cken zwischen Lodron und Ramkarkopf erreicht hat. Auf der weiten Hochfläche muss man sich nun links halten, über einen Grat zu einem Kreuz hinab und in den Sattel nördlich des Ramkarkopfs. Ein Stück steigt man noch gegen Süden, dann in weitem Bogen nach Osten, immer auf der rechten Seite des Grats, und zum Gipfel des Steinbergsteins hinauf.
Abfahrt.
Vom Gipfel auf dem langen Rücken – teilweise auch etwas links davon – dem markierten Sommerweg nach Osten folgend vorsichtig abrutschen. Unmittelbar hinter ein paar markanten Felsen schwenkt man dann ein wenig rechts und fährt in Steilhänge hinein, die geradewegs zur Lagfeldenalm (1668 m) abfallen. Von der Lagfeldenalm fahren wir dann in einer weiten Lichtung, im Wesentlichen unter den Kabeln der Materialseilbahn, in einen steilen Stockhang hinein und über diesen zur Windauer Ache hinaus. Das letzte Stück fährt man fast eben auf der Straße zum Ausgangspunkt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1320 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortWestendorf im Brixental (785 m)
AusgangspunktSteinberghaus im Windautal (889 m)
TourencharakterDer Steinbergstein ist einer der klassischen Skiberge der Kitzbüheler Alpen, und doch ist er nicht überlaufen. Diese relative Stille liegt wohl am weiten und anstrengenden Aufstieg. Vor allem wer sich die vorgestellte Abfahrtsvariante zutraut, muss eine satte Portion Ausdauer mitbringen. Dafür wird man mit einer langen, teilweise recht rassigen Abfahrt belohnt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippAV-Karte (mit Skirouten) 1 - 50000, Blatt 34/1, Kitzbüheler Alpen; Freytag & Berndt-Wanderkarte 1:50000, Blatt 121, Großvenediger-Oberpinzgau
VerkehrsanbindungAuto - Über Wörgl – Hopfgarten – Brixen im Thale nach Westendorf und ins Windautal ÖV: Busverbindung ab Kitzbühel oder Wörgl bis Westendorf
GastronomieSteinberghaus (889 m), privat, 25 Zimmer- und 15 Matratzenlager, gj. bew., Tel. (0043)(0)5334/2534
Tipps
Vom Steinberg ließe sich auch noch recht bequem der Lodron (1925 m) besuchen. Ab Steinberg ca. 3/4 Std.
Informationen
Bis zum Steinberg leicht. Die Abfahrtsvariante über den Steinbergstein ist deutlich anspruchsvoller.
Höchster Punkt
Steinbergstein, 2215 m
Unterkunft
Steinberghaus (889 m), privat, 25 Zimmer- und 15 Matratzenlager, gj. bew., Tel. (0043)(0)5334/2534
Tags: 
Mehr zum Thema