Staffkogel, 2115 m

Ein wenig monoton mag die lange Straße durch den Wildalmgraben beim Aufstieg wirken, das muss man zugeben. Doch bei der Abfahrt sausen die Brettel bei g'führigem Schnee grad so ins Tal hinunter und wenn man am Ausgangspunkt wieder ankommt, mag man fast bedauern, dass es nicht noch ein bisserl länger so flott hinausgeht. Oberhalb der Straße ist diese Tour ohnehin ein besonderer Leckerbissen für Tourenfreaks, die sich auf weniger übervölkerten, bisweilen sogar einsamen Skigipfeln wohl fühlen. Bis auf den Gipfelanstieg und die Abfahrtsvarianten ist die Tour einfach. In der steilen, südseitigen Gipfelflanke besteht bei starker Durchweichung des Schnees bisweilen ein gewisses Lawinenrisiko.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
12 km
1065 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz auf der Bundesforststraße Wild-Staffalmweg gering ansteigend durch den Auracher Graben nach Südosten hinauf. Nach einer guten halben Stunde erreicht man am unteren Rand von freien Hängen eine Wegverzweigung auf 1248 Meter Höhe. Dort geht es geradeaus weiter, etwas abwärts und erst unter einer kleinen Hütte nach etwa einer Dreiviertelstunde Anstiegszeit links abdrehen und in den weiten, licht bewaldeten Nordwesthang hinein. Im Wesentlichen gegen Süden ansteigen, an der Staffalm, 1589 Meter, vorbei und den breiten, freien Hang nach Süden gering ansteigend queren. Unter dem Oberreiter Joch wird der Hang etwas steiler. Doch ist er gut gegliedert und deshalb besonders schön. Im Oberreiter Joch, 1903 Meter, links schwenken und gegen Osten zum Gipfelaufschwung hinüber. Dort rechts halten, um eine Hangkante herum und in die freien Südhänge des Staffkogel-Gipfelaufbaus hinein. Nun in weit ausholenden Kehren nach Norden hinauf, am Gratrücken links abdrehen und die letzten Meter zum Kreuz am aussichtsreichen Gipfel hinauf.
Abfahrt.
Möglich entlang der Aufstiegsroute. Spannender ist die Abfahrt, wenn man gleich nach dem Gipfel-Firnhang, noch vor dem Oberreiter Joch, durch eine steile Hangmulde nach Norden abfährt (aber bitte nur bei sicheren Verhältnissen). Lohnend ist auch die Abfahrt vom Oberreiter Joch durch steile Waldlichtungen und Gräben in den Auracher Graben hinab und durch ihn zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - Nordwesten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied1065 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAurach bei Kitzbühel, 789 m, Parkplatz Loch unter dem Wildtierpark Aurach, 1045 m
TourencharakterUnter den interessanten Skitouren, die vom Parkplatz des Auracher Wildtierparks aus angegangen werden können, ist die Tour zum Staffkogel wohl die lohnendste. Dessen Hänge sind erstaunlich schneesicher, und da der Berg in der näheren Umgebung außerdem den höchsten Gipfel bildet, ist die Aussicht von dort rundum großartig.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50 000, Blatt 29 (Kitzbüheler Alpen)
Verkehrsanbindungvon Kitzbühel Richtung Pass Thurn bis Aurach und von dort auf schmaler, steiler Bergstraße zum Parkplatz Loch unter dem Wildtier- park
Gastronomieauf der Route keine Möglichkeit
Tipps
Zu Sonnspitze und Weißkopfkogel. Für Genussskifahrer, die mehr Wert auf pfundige Abfahrten als auf Gipfelziele legen, gäbe es die lohnende Variante über die Höhen der Sonnenfelderalm zur Grathöhe zwischen Henlabjoch und Sonnspitze. Bei sehr guten Bedingungen wäre auch der – oben recht steile – Anstieg zur Sonnspitze, 2052 m möglich. Eine besonders schöne Skitour führt von der Verzweigung auf 1248 m vom Wildalmgraben über die Wildalm zum Weißkopfkogel, 1970 m, wird aber in Gipfelnähe lawinengefährlich und sehr steil.
Höchster Punkt
Staffkogel, 2115 m
Unterkunft
auf der Route keine Möglichkeit
Tags: 
Mehr zum Thema