Sonntagsköpfl, 2244 m

Nicht besonders lange, recht zügige Skitour. Ostseitige, am Vormittag sonnige Hänge bereiten beim Aufstieg Freude und nordseitige, freie Wedelhänge garantieren bei der Abfahrt Pulverschnee vom Feinsten.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
8 km
770 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Zwei Routen gibt es zum Sonntagsköpfl. Beide beginnen am Nordrand des großen Hochfügen-Parkplatzes. Die einfachere folgt anfangs neben der Autostraße einem Fahrweg etwa eine halbe Stunde gegen Norden und dreht dann vor einer großen Waldlichtung links ab. Anschließend steigt man in schütterem Wald zunächst gegen Westen, etwa ab der Waldgrenze etwas mehr gegen Südwesten den Hang hinauf. In muldigem, mäßig steilem und gut gegliedertem Berggelände in dieser Richtung hinauf, zuletzt durch eine breite Mulde, bis das Gipfelkreuz erreicht ist. Bei der weniger begangenen Alternative geht es neben dem Lamark-Schlepplift auf der Piste gegen Südwesten an der Bergstation vorbei und bald darauf nach rechts zu einer Straßentrasse über dem Lamarkalm-Niederleger. Am Fahrweg den steilen Hang entlang und allmählich in schütteren Wald hinein. Das Sträßchen beschreibt einige enge Kehren und steigt gegen Westen an, bis es an felsige Abbrüche in der Nähe des Lamarkalm-Mittellegers stößt. Dort, am unteren Ende dieses mit Lawinenverbauungen gesicherten Steilhangs den Fahrweg verlassen und nach rechts, also gegen Norden abdrehen. Auf der Höhe von rund 1850 Meter durch muldiges, leicht ansteigendes Gelände weiter und dann nach links in eine kurze, aber steile Mulde hinein. Durch sie in ein paar Spitzkehren hinauf (Vorsicht - Lawinengefahr!) und in die weite Hangmulde unter dem Sonntagsköpfl. Nur bei sehr sicheren Verhältnissen kann man von dort direkt zum Gipfel aufsteigen. Wesentlich sicherer ist es, zum Ostgrat hinüberzuqueren und auf der Luvseite des Berges, in der breiten Rinne nördlich des Ostgrats im schönen, nicht zu steilen Skigelände zum Gipfelkreuz aufzusteigen.
Abstieg.
Man kann entlang einer der Aufstiegsrouten abfahren. Ein besonderer Leckerbissen für unerschrockene Tiefschneefreunde ist die Abfahrt vom Gipfel direkt nach Norden hinunter. Die Hänge fallen anfangs moderat aus, werden aber immer steiler und bisweilen auch von Lawinen bedroht. Da es auch ein paar felsige Abbrüche gibt, darf man diese Variante nur bei guter Sicht und hoher Schneelage wählen. Man fährt also bis rund 1800 Meter gegen Norden über freie Pulverschneehänge flott ab, dreht etwas rechts, um gegen Nordosten allmählich in schütteren Wald zu kommen. Mit etwas Geschick sucht man über dem wild abbrechenden Graben des Maschentalbachs einen steilen Durchschlupf in den Graben hinab und kommt etwas östlich der Straßenbrücke auf den Fahrweg (Loipe). Auf ihr nach Hochfügen zurück. Eine weitere Abfahrtsvariante, die nur bei sehr sicheren Verhältnissen (und geringer Schneehöhe) zu verantworten ist, führt vom Gipfel erst einmal am Grat kurz gegen Westen und dann nach links ins Kar hinunter. Dabei hält man sich anfangs noch gegen Westen, um in die Osthänge unter dem Gilfert hineinzuwedeln (dort bisweilen extremes Lawinenrisiko!), und nach kurzem Gegenanstieg schwingt man durch mäßig steile Hänge zunächst gegen Süden, dann nach Osten zum Lamarkalm-Niederleger hinunter. Von dort auf der Piste oder an ihrem Rand nach Hochfügen hinaus.

Exposition - Aufstieg: Osten (Abfahrt Norden)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied770 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFügen im Zillertal, 544 m.Hochfügen, 1474 m
TourencharakterBei Pistenfreaks und Variantenfahrern ist das Liftgebiet von Hochfügen längst der Inbegriff für Schneesicherheit. Eigentlich würde man in Hochfügen noch immer ohne Schneekanonen auskom- men, denn Frau Holle meint es mit den Wedelhängen dank großer Höhenlage und klimatisch günstigen Verhältnissen meist recht gut. Das beginnt oft schon vor Weihnachten, und wenn nach dem Seilrennen am 1. Mai der Liftbetrieb eingestellt wird, liegt die weiße Pracht noch üppig auf den freien Hängen. Dann rücken nimmermüde Tourengeher wieder auf die Pisten aus und kommen von den benachbarten, unverkabelten Tourengipfeln herüber, um ein paar grimmige Firngleiterspezialitäten auszuprobieren, die sie nur über Skipisten erreichen können. Auch zur Liftbetriebszeit kann man noch etliche Touren von Hochfügen aus angehen. Dazu zählen so beliebte Skigipfel wie Marchkopf und Kraxentrager, Roßkopf und der weit entfernte Rastkogel. Auch schwierigere Touren wie beispielsweise der Kleine Gilfert beginnen im Finsinggrund. Besonders schön und beliebt ist die kleine Tour auf das Sonntagsköpfl, denn nach einem landschaftlich schönen Aufstieg wird man von einer rundum prächtigen Nordabfahrt erwartet, die allerdings zwischendurch ein wenig hakelig wird und zuletzt nur noch gering auf einem Fahrweg (Loipe) nach Hochfügen abfällt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 28 (Vorderes Zillertal – Rofan – Wildschönau)
Verkehrsanbindungvon Fügen im Zillertal auf überwiegend gut ausgebauter Bergstraße ins beliebte Skigebiet von Hochfügen (Busverbindung)
Gastronomiezahlreiche Hotels in Hochfügen (auf der Route keine Möglichkeit)
Tipps
Im Frühling mit Firngleitern. Es gibt ja Leute, die gar nicht genug kriegen können und auch im schönsten Frühjahr noch den letzten Schneeflecken nachlaufen. Für solche Typen ist das Sonntagsköpfl wie geschaffen. Mit kurzen Firngleitern am Rucksack geht es locker von Hochfügen am Sommerweg, der Almstraße folgend zum Lamarkalm-Hochleger auf und dann den Markierungszeichen folgend ins Karle. Aus ihm über einen sonnigen Südhang durch Almenrausch (Vorsicht: Kreuzottern!) nach Nordosten direkt zum Gipfelkreuz des Sonntagsköpfls hinauf. Während dieses Aufstiegs wird man es im Mai kaum mit Schnee zu tun haben. Umso erstaunlicher zeigt sich dann der oft makellose Nordhang, auf dem man um diese Jahreszeit wahrscheinlich noch bis zur Fahrstraße am Maschentalbach durch rauschenden Firn abfahren kann.
Höchster Punkt
Sonntagsköpfl, 2244 m
Unterkunft
zahlreiche Hotels in Hochfügen (auf der Route keine Möglichkeit)
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