Sonnenköpfe, 1712 m

Kleine, aber feine und beliebte Skitour über mäßig steile Nordwesthänge. Für Anfänger einigermaßen anspruchsvoll, denn die Hänge sind mitunter mäßig steil. Die Lawinengefahr ist bei guten Bedingungen allgemein gering. Unmittelbar unter dem Gipfelkreuz ist sie allerdings bei ungünstigen Bedingungen erheblich. Am Gipfelkamm muss man bei hoher Schneelage und nach stärkeren Verfrachtungen auf Wechten achten.
Exposition: Nordwest / Lawinengefahr: normalerweise gering
(Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
10 km
685 m
2.00 h
Aufstieg.
Vom Wanderparkplatz beim Gasthaus Sonnenklause geht man, den Markierungstafeln des Sommerwegs folgend, über einen Forstweg ein Stück gegen Osten hinauf. Die schmale Straße dreht gegen Südosten ab, und wir folgen ihr in eine breite, aber doch stramm ansteigende Lichtung hinein. Über diesen Hang spuren wir geradewegs hinauf, bis die Lichtung immer enger wird. Am Waldrand hält man sich etwas rechts, kommt auf der Höhe von rund 1340 m in einen schmal ausgeholzten Durchschlupf hinein und durch diesen steil hindurch, bis sich der Hang zurücklegt und sich die Lichtung wieder weitet. Der für Anfänger schwierigste Teil des Anstiegs ist nun geschafft. Deutlich bequemer spuren wir zu einer Jagdhütte hinauf und in der Waldschneise bis zur Grathöhe, die bei 1530 m erreicht wird. Diese Höhe heißt Auf der Schnippe. Der restliche Anstieg lässt sich von dort oben gut überblicken. Er verläuft am breiten Grat nach rechts, also gegen Süden, an einem Wegkreuz vorbei, ehe er ein paar Meter abfällt. Beim Gipfelspurt geht es nochmals sportlich zu, denn auf die letzten Meter schwingt sich der Hang ordentlich auf, ehe die Tour am Gipfelkreuz endet. Wie gesagt, der Weiterweg zu Heidelbeerkopf und Schnippenkopf ist nur für sattelfeste Tourengeher geeignet.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute. Bei schönem Pulverschnee lohnt sich eine kurze Zwischenabfahrt in die herrlichen Hänge östlich des Grates Auf der Schnippe. Allerdings muss man die 120 Höhenmeter Abfahrtsfreude bis zur Waldgrenze mit einem mühsamen Gegenanstieg bezahlen.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied685 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortHinang (823 m). Hinang liegt zwischen Altstädten und Schöllang auf der Ostseite des Illertales, nördlich von Oberstdorf.
AusgangspunktGasthof Sonnenklause (1030 m); Parkplätze. Die Sonnenklause ist auf einer schmalen Asphaltstraße erreichbar, die die stattliche Steigung von 16 % erreicht. Im Hochwinter sollte man deshalb vorsichtshalber Schneeketten mitnehmen oder schon in Hinang auf-brechen. Dann wird die Tour um eine Dreiviertelstunde länger.
TourencharakterDer langgezogene Bergkamm, der oberhalb von Schöllang im südlichen Oberallgäu das Illertal vom einsamen Retterschwanger Tal trennt, wird Sonnenköpfe genannt, obwohl alle drei Gipfel dieses Voralpenrückens eigene Namen haben. Sie heißen Sonnenkopf, Heidelbeerkopf und Schnippenkopf. Diese drei Gipfelchen lassen sich mit Ski besteigen, doch bleiben Heidelbeerkopf und Schnippenkopf versierten Skitouristen vorbehalten. Beliebt ist die kurze Skitour vor allem auf den ersten Gipfel dieser Reihe, den Sonnenkopf, und das mit gutem Grund: Der Berg lässt sich ziemlich einfach erreichen und wartet mit einer unschwierigen, aber doch flotten, fast hindernislosen Abfahrt auf. Das kurze Stück durch einen engen Waldgürtel sollten wir dabei nicht zu eng sehen. Ausnehmend schön ist die Gipfelrundschau. Während sich östlich der Sonnenköpfe rie-sige Felsenberge wie Rotspitz und Großer Daumen erheben, sieht man gegen Westen über das weite Oberallgäu mit vielen netten Wald- und Wiesenbergen, die den Rahmen für etliche Voralpen-Skitouren geben.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Allgäuer Alpen; Kompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 3, Allgäuer Alpen-Kleinwalsertal
VerkehrsanbindungAuto - Auf der B 19 über Sonthofen bis Fischen und dann über Schöllang zum Ausgangspunkt (bei viel Schnee Schneeketten!) ÖV: RVA-Bus ab Sonthofen oder Oberstdorf bis Hinang. Nächste Bahnhöfe in Altstädten und Fischen
GastronomieNur in der Sonnenklause am Ausgangspunkt
Tipps
Die Tour eignet sich für Kinder ab etwa 14 Jahre. Auch im Sommer ist die Wanderung sehr schön. Dann kann man den langen, aussichtsreichen Kamm gegen Süden überschreiten und dabei problemlos auch dem Heidelbeerkopf und dem Schnippenkopf einen Besuch abstatten.
Höchster Punkt
Sonnenköpfe, 1712 m
Unterkunft
Nur in der Sonnenklause am Ausgangspunkt
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