Sonnberg, 1576 m

Nach einem ziemlich langen und bis zur Buchsteinhütte nicht sehr reizvollen Waldaufstieg wird man ab der Roßsteinalm durch eine großartige Voralpenlandschaft entschädigt. Auf der Abfahrt gibt es brillante Schattenhänge, lichten Wald, eine flache Forststraße, einen rassigen, dichten Waldhang und zuletzt einen langen, holprigen Wanderweg. Kurzum, die Tour bietet alles, was das Herz eines Tourengehers begehrt, der sich am liebsten in den Bayerischen Voralpen aufhält.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
13 km
730 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz Winterstube an der Achenpassstraße dem Fahrweg (oder dem links daneben verlaufenden Wanderweg) bis kurz vor die freie Hochebene der Schwarzentennalm folgen. Dort, an der Verzweigung links schwenken und kurz auf dem Fahrweg, dann durch den Wald nach Südwesten hinauf. Je nach Situation dem Sträßchen folgen oder auf dem Sommerweg abkürzen. An der Kreuzung von Sommerweg und Straße auf 1180 Metern Höhe den breiten Fahrweg nach Nordwesten verlassen und dem Verlauf des Sommerwegs folgend im Wald weiter. Allmählich lichtet sich der Wald und man geht durch weite Lichtungen zur Buchsteinhütte. Vom Unterkunftshaus in der gleichen Richtung weiter und unter den markant aufsteigenden Gipfeln von Roß- und Buchstein in von Lawinen bedrohte Hänge hinein. Am besten hält man sich etwas rechts, dort ist das Risiko nicht ganz so hoch. Nach ein paar Spitzkehren kommt man schließlich an der Roßsteinalm an. Nun links – also gegen Süden schwenkend – gering ansteigend weiter, kurz ein paar Meter abwärts und durch eine Gratsenke. Dort besonders aufpassen, denn links vom Grat bilden sich bisweilen gigantische Wechten, die abbrechen und nach links in die Tiefe verschwinden können. Der Weg steigt kurz etwas steiler an und quert ziemlich flach einen unter dem Bettelstein abfallenden westseitigen Steilhang. Wieder geht es geringfügig auf und ab. Unter der Roßsteinnadel schwenkt man etwas nach rechts, um dann über den kurzen Gipfelrücken zum höchsten Punkt anzusteigen.
Abfahrt.
Es wäre kaum interessant, entlang der Aufstiegsroute abzufahren. Deshalb schwingt man vom Gipfel nach Osten in die weite Hangmulde unter der Sonnbergalm hinein und durch sie hinaus, grad so, wie es einem gefällt. Allmählich geht es bei dieser schönen Abfahrt in den Wald hinein und auf einen Fahrweg. Diesem ziemlich flach nach Nordosten folgen, bis das Sträßchen am Punkt 1217 Meter links abdreht. Von dort kann man durch eine bewaldete Hangmulde anfangs geradeaus gegen Norden, dann nach Nordosten zum Schwarzenbach hinunterfahren. Neben dem Schwarzenbach kommt man auf einen Wanderweg, auf dem es zum Ausgangspunkt zurückgeht.

Exposition - Norden, Osten und Westen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied730 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz »Winterstube« (852 m) an der B307 bei Wildbad Kreuth
EndpunktParkplatz »Winterstube« (852 m) an der B307 bei Wildbad Kreuth
TourencharakterDieses Rahmerl ist völlig aus der Mode gekommen. Dabei ist diese altbekannte Skitour ein hochinteressantes Thema mit Variationen. Im Prinzip verläuft die Route um die beiden Voralpenklassiker Roß- und Buchstein herum und gipfelt im Sonnberg, einem völlig unbedeutenden kleinen Buckel, der mit Pulverschneehängen der Sonderklasse aufwarten kann. Und weil die Tour nur mehr sehr selten durchgeführt wird, kann man sich auf unverspurte Abfahrten (und ebensolche Aufstiege) freuen. So ganz nebenbei gibt es eine Menge von Alternativen im Programm.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Bahnhof Tegernsee; mit dem Auto von Tegernsee über Kreuth auf der B307 (Achenpassstraße) zum Ausgangspunkt.
GastronomieBuchsteinhütte (ganzjährig geöffnet)
Tipps
Zur Tegernseer Hütte. Von der Buchsteinhütte kann man in weitem Bogen im Wesentlichen dem Verlauf der Materialseilbahn folgend durch die steilen Hänge zur kleinen Tegernseer Hütte aufsteigen, die in einer Felsenscharte zwischen Roß- und Buchstein eingeklemmt ist. Diese Variante erfordert einen sehr sicheren Schnee und auch einen brillanten Skifahrer, denn die Hänge sind enorm steil und von Felsen durchsetzt. Abstecher zur Hochplatte. Beim Aufstieg über die Buchsteinhütte kommt man zu den Roßsteinalmen. Und von dort wäre es nur noch eine gute Viertelstunde auf die 1592 Meter hohe Hochplatte, die man aber auch als eigenes Tourenziel angehen kann. Zwischenabfahrt vom Gipfel. Nimmermüde Tourenfreunde schnallen am Gipfel die Ski an und fahren erst einmal den steilen Schattenhang nach Nordwesten in Richtung Röhrlmoosalm ab. Nach rund 100 Höhenmetern geht es allerdings in dichten Wald hinein und es wird sehr steil. Dort zieht man die Felle wieder auf und spurt zum Gipfel zurück.
Informationen
Zusatzziel. Nach den ersten langen Abfahrtshängen unter der Sonnbergalm kommt man im Wald auf einen Fahrweg. Von dort kann man Richtung Bucheralm gegen Nordwesten aufsteigen und über einen langen, schütter bewaldeten Rücken auf den Buchstein zugehen. Bevor es zu steil und zu felsig wird, beendet man diesen Aufstieg, der von einer steilen, traumhaften Pulverschneeabfahrt gekrönt wird.
Höchster Punkt
Sonnberg, 1576 m
Unterkunft
Buchsteinhütte (ganzjährig geöffnet)
Tourismusbüro
Kreuth, Tel.: 08029/1819; www.kreuth.de
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