Simetsberg, 1840 m

Ausgedehnte Skitour auf langen Forststraßen und durch dichten Wald. Nur die oberen 250 Höhenmeter sind wirklich frei. Eindrucksvolle Gipfelrundschau.
Lawinengefahr: gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
13 km
1040 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Wohnmobilparkplatz in Einsiedl folgt man der Forststraße nach Südwesten hinauf und kommt bald in den Wald hinein. Der Fahrweg steigt in Kehren an und verzweigt sich zwei Mal. An beiden Verzweigungen links halten und in wenig anstrengender Steigung anfangs nach Süden, ab der Höhe von etwa 1069 Metern gegen Südwesten zur Sommerwegabzweigung auf etwa 1130 m. Bei sehr guter Schneelage kann man dem Sommerweg zur Tyrolerhütte folgen oder man steigt gegen Norden auf einem Wanderweg an und knickt gegen Westen (nach links) ab. Bei geringer Schneehöhe ist es besser auf der Straße weiterzugehen, bis nach rechts ein Sträßchen abzweigt. Auf dieser Route kommt man an der Tyrolerhütte vorbei und folgt der Wegschneise durch den Wald zum unteren Ende einer steilen, aber relativ breiten Waldlichtung. Spätestens dort vereinigen sich die Aufstiegsvarianten. Nun folgt das anstrengendste Stück des Aufstiegs. Wahrscheinlich kann niemand im steilen Hang Spitzkehren vermeiden, bis am oberen Ende dieses unbequemen Routenstücks die Simetsberg-Diensthütte erreicht ist. Dort lässt es sich bequem rasten, und fast nebenbei brilliert dieses schöne Fleckerl mit einem großartigen Ausblick über den Walchensee auf das Karwendelgebirge. Nach einer einfachen Etappe durch muldiges Gelände gegen Westen folgt der Gipfelspurt. Er verläuft auf der Scheitelstrecke eines breiten Rückens nach Nordwesten hinauf, führt kurz unter dem Gipfel etwas durch Latschenbuschwerk und zum Kreuz hinauf.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute

kindgerecht
Exposition - Osten und Süden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1040 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktEinsiedl (807 m) am Südwestzipfel des Walchensees
EndpunktEinsiedl (807 m) am Südwestzipfel des Walchensees
TourencharakterZum Prädikat »Skitourenklassiker« hat es der Simetsberg nie gebracht. Das wird er wohl auch nicht schaffen. Ein ausgedehnter, steiniger Wald macht sich auf den unteren 700 Höhenmetern breit, und die südseitige Lage der Gipfelhänge lässt eine besonders üppige Schneelage nicht erwarten, wohl aber Firn. Hat es kräftig geschneit, steht dem fast grenzenlosen Wedelvergnügen nichts mehr im Wege – auch der Wald nicht, denn der lässt sich auf einem langen Forstweg mühelos durchqueren. Wer sich lieber auf den freien Gipfelhängen austobt, kann ja die obere Etappe mehrmals runterschwingen, was sich vor allem bei Firnschnee lohnt. Auf der Skiroute sieht man bisweilen mehr Schneeschuhgeher und Wanderer als Skitourengeher. Ob diese Bergfreunde aus Unkenntnis oftmals die mühsam angelegte Fellspur zertrampeln?
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 6 (Walchensee – Wallgau – Krün)
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A95 (München – Garmisch-Partenkirchen) bis Ausfahrt Murnau und über Kochel-Urfeld zum Ausgangspunkt; Buslinie von Garmisch-Partenkirchen oder Kochel
Tipps
Auch für Kinder. Diese Tour ist für motivierte Kinder ab etwa 12 Jahren geeignet.
Informationen
Höchster Punkt
Simetsberg, 1840 m
Tourismusbüro
Wallgau, Tel.: 08825/9250–50; www.wallgau.de
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