Simetsberg, 1840 m

Die leichte, aber langgezogene Route des Klassikers führt größtenteils durch Wald und anfangs auf Fahrwegen zu einem knapp 300 Höhenmeter langen, freien Gipfelhang mit Aussichtsgipfel. (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
13 km
1050 m
3.00 h

Der Aufstieg: Über die Straße, auf einem Fahrweg kurz südwestwärts anfangs zwischen Häusern talein, bei einer Kreuzung rechts (nordwärts) durch Wald aufwärts und nach einer Linksschleife westwärts bis zu einer Verzweigung (Holzlagerplatz). Links ab auf eine lange, leicht ansteigende Forststraße, die man südwestwärts bis zum Abzweig des Sommerwegs zum Simetsberg verfolgt (1100 m; Abzweigung schlecht zu finden! Hinweisschild versteckt an einem Baum).

Hier rechts ab zu einem Rücken, diesem folgend im Wald nordwestwärts hinauf, nach Kreuzung eines Fahrwegs auf einem kurz gewundenen Karrenweg weiter und links haltend (westwärts) ansteigend in einen Graben queren. Diesen hinauf, links zur Simetsberg-Diensthütte (1600 m, nicht bew.) und über freie Hänge westwärts, zum Schluss relativ steil nordwärts über den selten lawinengefährdeten Abschlusshang zum Gipfel.

Abfahrt: Entlang der Aufstiegsroute

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1050 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortWalchensee (800 m)
AusgangspunktParkplatz beim Seehotel in Einsiedl (803 m)
TourencharakterEine erstaunliche Besonderheit der vom Chiemgau bis zum Ammergau überwiegend unter 2000 Meter hohen bayerischen Alpen ist ihr geringer Anteil an leichten, kürzeren Skirouten (zumindest lohnenden). Das liegt zum einen an dem hohen Waldanteil der Berge; zum anderen bedeutet niedrig nicht unbedingt wenig Höhenmeter - Der berühmte Skiort Garmisch-Partenkirchen liegt unter 800 Meter Seehöhe und ist damit keineswegs der am tiefsten gelegene. Es bedeutet schon gar nicht flach oder weich geformt: Die meisten Skirouten der im Gipfelbereich tendenziell schroffen Ammergauer Alpen fallen unter die Kategorie anspruchsvoll, und zwischen Isar und Inn gibt es haufenweise steile Skiabfahrten durch Wald oder Schneisen. Außer der beschriebenen leichten Skitour gibt es im Estergebirge nur eine mittlere und ansonsten mehr oder weniger schwierige und hoch lawinengefährdete Routen! Es ist schon länger her, dass ich im Winter am Simetsberg war. Als fanatische Abkürzer sind meine Freunde und ich nicht von Einsiedl, sondern zwei Kehren oberhalb an der Bundesstraße losgegangen – und haben doch noch gestöhnt über den langen »Forstwegshatscher« (von Einsiedl 2,5 km mit gut 300 m Höhengewinn). Damals noch unempfänglich für die Reize des tief verschneiten Winterwalds, habe ich erst an der Simetsberghütte gemerkt, dass sich die Tour lohnte: So ein elegant in den Himmel schwingender Schneehang – ideal für den Höhepunkt einer leichten Eingehtour. Zwar schirmt das Hauptmassiv des Estergebirges den »Pamperl-Skiberg« nach Süden ab; aber der Blick über die tiefblauen Fluten des Walchensees (das eisige Wasser gefriert nie) zu den weißgrau gescheckten Fels- und Schrofenflanken des Karwendelgebirges ist auch nicht zu verachten…
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Karwendelgebirge; Kompass-Wanderkarte 1:35000, Blatt 07, Werdenfelser Land mit Zugspitze; Kompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 6, Walchensee-Wallgau-Krün.
VerkehrsanbindungAuto - Von München auf der A95 bis Ausfahrt Murnau, links nach Kochel, dort rechts und über den Kesselberg Richtung Mittenwald bis Einsiedl an der Südwestspitze des Walchensees. ÖV: Mit der Bahn von München über Murnau nach Kochel und per Bus Richtung Krün bis Einsiedl.
Gastronomiekeine
Informationen
Variante für gute Abfahrer (teils eng, kurze Steilstufe). Durch den Graben unterhalb der Simetsberg-Diensthütte ostwärts im Wald gerade hinunter bis zum Fahrweg bei der Tyroler Diensthütte (1200 m) und rechts (südwärts) zur langen Forststraße. Hinab bis zum Aufstiegsabzweig und weiter wie beim Aufstieg.
Höchster Punkt
Simetsberg, 1840 m
Unterkunft
keine
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