Seekarlspitze (2261 m)

Piste und unerschlossenes Tourengelände. Landschaftlich sehr schöne Skitour, auf der man bei guter Sicht die Route problemlos finden kann, auch wenn nicht gespurt ist. Bei Nebel schaut das oberhalb der Waldgrenze etwas anders aus, dann ist die Gefahr, sich zu verirren, groß. Am Gipfel besteht ein erhebliches Risiko durch Wechten.
Exposition: Süden / Lawinengefahr: Gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
8 km
460 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Von der Bergstation der Rofanseilbahn auf der Piste etwas abrutschen und gegen Nordosten in einen weiten Talkessel hinab. Aus ihm in schütterem Wald durch gestuftes Gelände hinaus, etwas steiler unter der Haidachstellwand gegen Osten und, den Geländegegebenheiten angepasst, links (gegen Norden) abbiegen. Auf eine Rippe nach links hinauf und über sie gegen Norden lange dahin. In weitem Abstand zu den oft überwechteten und lawinengefährdeten Osthängen des Spieljochs in der gleichen Richtung gering ansteigend weiter. Nach einem kurzen Zwischenabstieg (Felle abnehmen lohnt sich nicht) in den makellosen Gipfelhang hinein und über ihn zum höchsten Punkt hinauf.
Abstieg.
Möglich entlang der Aufstiegsroute. Besonders lohnend, aber nur bei lawinensicherer Schneelage empfehlenswert, ist es, den Gipfelhang vor der Stelle des Gegenanstiegs nach links (gegen Osten) zu verlassen und durch eine weite Firnmulde flott abzufahren. Man kommt in eine Talsenke unter dem Krahnsattel. Dort rechts halten und möglicherweise etwas schieben, bis die Aufstiegsroute wieder erreicht wird. Auf ihr in den oben erwähnten Talkessel hinab. Dort links (gegen Süden) abdrehen und auf der Skiroute relativ steil zur Skipiste abfahren. Auf ihr zur Seilbahn-Talstation hinab.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied460 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation (1831 m) der Rofanseilbahn; die erste Gondel fährt am Wochenende um 8.30 Uhr.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterEine ideale Skitour, die dank Seilbahnunterstützung mit einem kurzen Aufstieg eine lange, fast makellose Abfahrt zu bieten hat! Weil die Tour überwiegend über südseitige Hänge führt, ist im Frühjahr mit Firn zu rechnen. Man kann natürlich auch mit Fellen schon von Maurach aus ansteigen, dann wird die Tour zu einem Zeit und Kraft raubenden Unternehmen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 28 (Vorderes ZillertalRofan–Wildschönau)
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Jenbach oder Lenggries; mit dem Auto über Achenpass oder Sylvensteinsee bzw. von Wiesing über die Kanzelkehre nach Maurach
GastronomieErfurter Hütte bzw. Mauritzalm bei der Bergstation der Rofanseilbahn
Tipps
Zur Rofanspitze. Für Anfänger mag die Tour zur Rofanspitze ein wenig zu anspruchsvoll sein, denn der Aufstieg ist zwar bis auf den lawinengefährlichen Gipfelhang nicht besonders schwierig, doch die rassige und enorm lange Wiesingabfahrt über steile Südhänge nach Maurach hinunter zählt zu den wirklich großen Abfahrten in diesem Gebiet. Sie verlangt gute Kondition, beste Verhältnisse und einen sicheren Skifahrer.
Informationen
Dauer 3 Std. ('1.30 Std. '1.30 Std.)
Unterkunft
Erfurter Hütte
Tourismusbüro
Achenseetourismus, Tel.: +43(0)5246/5300; www.achensee.com
Tags: 
Mehr zum Thema