Seekarkreuz, 1601 m

Beliebte, aussichtsreiche und in Gipfelnähe besonders lohnende Skitour. Der steile Gipfel-Osthang ist bisweilen stark von Lawinen bedroht. Sind die Verhältnisse nicht wirklich sicher, ist dieser Hang tabu. Es gibt eine sichere Ausweichmöglichkeit.
Lawinengefahr: gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
17 km
780 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz eine Stunde auf dem Fahrweg gering ansteigend gegen Nordwesten zur Schwarzentennalm. Bei hoher Schneelage kann man auch westlich des Schwarzenbachs eine Fellspur anlegen, was zwar kurzweiliger ist, aber von der Zeit her eher langsamer geht. Auch nach der Schwarzen Tenn noch ein Stück auf dem Fahrweg weiter. Erst bei einer kleinen Hütte, die links auf einer Anhöhe steht, nach links abzweigen. In schütterem Wald nach Westen zu einem Sträßchen hinauf und diesem zu den Hochböden folgen. Wer sich gut auskennt, kann unmittelbar bei der Schwarzentennalm den Fahrweg gegen Westen verlassen. In mäßiger Steigung in dieser Richtung, stellenweise durch steile Waldhänge unter dem Schwarzlahner, zu den Hochböden ansteigen, wo der Fahrweg erreicht wird. In der Lichtung der Hochböden den Fahrweg verlassend nach Westen zum Gurnbach weiter, diesen queren und in weite Wiesenhänge hinein. Über sie etwas steiler hinauf und zu einem breiten, quer verlaufenden Höhenrücken vor den Rauhalmen. Auf ihm nach Nordwesten weiter und zur tiefsten Stelle des Verbindungsgrats zwischen Brandkopf und Seekarkreuz. Dort links und gegen Südwesten auf dem Rücken zum Gipfelkreuz hinauf. Eine nette Fleißaufgabe wäre der 20-minütige Anstieg zum Brandkopf hinauf, von dem man rasant geradewegs zur Rauhalm abfahren kann. Auch von den Rauhalmen kann man auf einem steilen Grat direkt zum Seekarkreuz aufsteigen.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute. Wer bei lawinensicheren Bedingungen über den steilen Gipfel-Osthang abfährt, kommt in die Mulde neben den Rauhalmen. Von dort muss man kurz wieder aufsteigen, damit die Aufstiegsroute erreicht wird, der man zum Ausgangspunkt folgt.

kindgerecht
Exposition - Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied780 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz Winterstube (826 m) an der B307
EndpunktParkplatz Winterstube (826 m) an der B307
TourencharakterSelbst im tiefsten Winter bei grimmiger Kälte und meterhohem Schnee kommen Wanderer mit und ohne Schneeschuhe zum Seekarkreuz herauf. Die allermeisten steigen über die ganzjährig geöffnete Lenggrieser Hütte an, die für ihre gute Küche und die großen Portionen berühmt ist. Skitourengeher sind froh darüber, dass die Fußgänger auf der Westseite des Bergs bleiben und die Fellspuren deshalb meist nicht so durchlöchert werden, wie das leider andernorts der Fall ist. Fußgänger und Rodler bleiben auf der »Skitourenseite« des Seekarkreuzes meist auf dem Fahrweg unter der Schwarzen Tenn oder sie kämpfen sich mühsam durch Unterholz und tiefen Schnee bis zur Buchsteinhütte hinauf. Auf sie müssen Skitourengeher besonders bei der rasanten Abfahrt unter der Schwarzentennalm aufpassen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungLinienbus ab Bahnhof Tegernsee; mit dem Auto ab der Autobahnausfahrt Holzkirchen über Gmund und Kreuth auf der B307 zum Ausgangspunkt
GastronomieSchwarzentennalm
Tipps
Auch für Kinder. Diese Tour eignet sich gut für Kinder ab etwa 11 Jahren. Aus dem Isarwinkel: Von Hohenburg im Isartal kann man durch das Hirschbachtal auch zum Seekarkreuz aufsteigen. Dieser monotone Anstieg wird erstaunlicherweise nicht selten durchgeführt, obwohl er mit der landschaftlichen Vielfalt auf der Ostseite des Bergs nicht konkurrieren kann. Lohnende Skihänge finden nur Eingeweihte in ein paar Schneisen im dichten Wald.
Höchster Punkt
Seekarkreuz, 1601 m
Unterkunft
Schwarzentennalm
Tourismusbüro
Kreuth, Tel.: 08029/1819; www.kreuth.de
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