Seekarkreuz, 1601 m

Der Tourenbereich ober-halb der Waldgrenze bietet ein großartiges Landschaftserlebnis. Den steilen Gipfel-Osthang werden Neulinge und Genuss-Skifahrer meiden. Er ist mitunter stark von Lawinen bedroht; nur bei ganz sicheren Verhältnissen befahrbar! Auch von den Südhängen des Brandkopfs rauschen manchmal gefährliche Lawinen herab. Deshalb muss man auch diese Hänge weiträumig umgehen.
Exposition: Südost und Ost Lawinengefahr: gering bei überlegter Routenwahl (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
16 km
780 m
2.00 h
Aufstieg.
Vom Parkplatz steigen wir eine geschlagene Stunde auf dem Fahrweg wenig ansteigend gegen Nordwesten auf. Am Waldrand flacht das Sträßchen ab und leitet eben zur Schwarzentennalm. Wenn viel Schnee liegt, kann man links des Fahrwegs, westlich des Schwarzenbachs, eine Fellspur anlegen und im Wald etwas abkürzen, erreicht aber vor der Schwarzentennalm wieder die Straße. Auch hinter der Alm bleibt man auf dem Fahrweg und biegt erst bei einer kleinen Hütte, die links auf einer Anhöhe steht, links ab. Durch schütteren Wald spuren wir gegen Westen weiter, bis wieder eine Straße erreicht wird. Auf ihr geht es im Wald zu den Hochböden hinauf. In der ausgedehnten Lichtung der Hochböden wird der Fahrweg gegen Westen verlassen und nach einer kurzen Waldquerung zum Gurnbach aufgestiegen. Bei schlechten Ver-hältnissen wird die Überquerung des Bachs auf dem extrem schmalen Steg zu einem akrobatischen Balanceakt. Trockenen Fußes über den Bachlauf gekommen, steigen wir über freie Wiesenhänge etwas steiler nach Westen auf und erreichen vor den Rauhalmen einen Höhenrücken. Auf ihm spurt man nun nach Nordwesten bis zur tiefsten Stelle des Verbindungsgrates zwischen Brandkopf und Seekarkreuz hinauf. Dort entscheidet man sich, ob man zuerst nach rechts zum Brandkopf (1569 m) aufsteigt oder gleich über den gemütlichen Rücken nach Südwesten zum Gipfelkreuz am Seekarkreuz hinaufgeht.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute. Wer (nur bei besten Bedingungen!) über den steilen Gipfel-Osthang abfährt, kommt in die Mulde neben den Rauhalmen. Von dort muss man kurz wieder aufsteigen, damit die Aufstiegsroute erreicht wird, der man zum Ausgangspunkt folgt.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied780 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKreuth (786 m). Parkplatz Winterstube an der Bundesstraße 307 (826 m)
TourencharakterDunkle, tiefe Wälder in Talnähe, freie Almwiesen und ein flotter Gipfelhang charakterisieren diese nette Tour, die alles bietet, was für die Skiberge der Bayerischen Voralpen typisch ist. Oft wird man es als Segen empfinden, dass die erste Stunde des Aufstiegs über eine lange Forststraße führt, denn wenn – wie leider zu oft – nur wenig Schnee liegt, kann man am Sommerweg, der gleich daneben im Wald ansteigt, kaum eine Spur anlegen. Wer nach dem Gipfelerlebnis auf dieser schmalen Forststraße abfährt, muss auf die Rodler und Spaziergänger aufpassen, die zur Schwarzentennalm unterwegs sind.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Mangfallgebirge; Kompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 8, Tegernsee-Schliersee
VerkehrsanbindungAuto - Vom Achenpass oder von Tegernsee auf der B 307 zum Parkplatz am Ausgangspunkt ÖV: RVO-Buslinie 9556 ab Bahnhof Tegernsee
GastronomieSchwarzentennalm (1027 m)
Tipps
Die Tour eignet sich auch für Kinder (ab 13 Jahre). Ein Alternativziel finden Steilhang-Spezialisten bei sicheren Bedingungen in der Hochplatte (1592 m); nur bei sehr sicherer Lawinenlage. Pulverschnee-Garantie in den Nordhängen!
Höchster Punkt
Seekarkreuz, 1601 m
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