Schönberg, 1620 m

Nach langem, etwas verwinkeltem Waldanstieg kommt man in lichte, meist pulverschneebegünstigte Skihänge. In Gipfelnähe wird es etwas felsig, aber nicht besonders schwierig. Großartige Aussicht vom höchsten Punkt. Auf der beschriebenen Aufstiegsroute besteht nur geringe Lawinengefahr. Die Abfahrtsvarianten erfordern stabile Schneeverhältnisse.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
9 km
890 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz auf dem Fahrweg gegen Osten und an der Verzweigung beim Almbach links halten. Quer über eine weite Wiese und zu einer 300 Jahre alten Tanne. Dort wieder in den Wald hinein und auf dem Sommerweg nach Osten hinauf. Über der Bauernrast eine Forststraße schräg queren, auf einem Schlepperweg kurz steiler durch den Wald hinauf und rechts abbiegend auf dem Sommerweg über den Almbach. In dichtem Wald anfangs gegen Südosten, dann in weitem, kaum merklichem Bogen nach Osten weiter. Etwa in Höhe des Kaltenbrunnens den Sommerweg verlassen und den Almbach nach links queren. Hinter dieser – je nach Schneesituation – etwas ungemütlichen Querung geht es in freie Waldlichtungen hinein. Über sie lange Zeit nach Osten gering ansteigend weiter. Weit unter dem Gratrücken beim Mariaeck sich rechts haltend in einer Lichtung nach Süden hinauf. Anschließend zwischen eindrucksvollen Felsengebilden zu einem etwas steileren Aufschwung und gleich darauf aus dem Wald heraus. Über eine kurze, freie Flanke zum höchsten Punkt.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute abzufahren ist möglich. Bei sehr sicheren Verhältnissen kann man vom Gipfel auch nach Westen abfahren und durch eine Steilrinne nach Norden hinunter, wo man eine pfundige Pulverschneemulde erreicht. Sehr lohnend ist die Variante, die anfangs auf der Aufstiegsspur verläuft, aber bei den Felsengebilden links abdreht. Dann geht es – anfangs sehr steil und von Lawinen bedroht – in die oben erwähnte Mulde hinein. Auf ihr flott nach Nordwesten hinaus, bis die Aufstiegsspur erreicht ist. Zunächst auf ihr, dann auf Forstwegen oder bei sehr hoher Schneelage im Wald zur Bauernrast und auf der Anstiegsroute zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - Westen und Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied890 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz am Waldrand (730 m) in Hohenreuth, östlich von Fleck
EndpunktParkplatz am Waldrand (730 m) in Hohenreuth, östlich von Fleck
TourencharakterWinterliche Bergeinsamkeit findet man auf dem Schönberg nicht mehr. Selbst bei schlechtem Wetter sind Liebhaber unterwegs zum Gipfel dieses Skitourenbergs. Obwohl der Schönberg an freien Wedelhängen nicht besonders viel zu bieten hat, weil der größte Teil von Aufstieg und Abfahrt auf Forstwegen und im Wald verläuft, lohnt sich die Tour – vor allem bei hoher Schneelage. A bisserl was geht halt immer. Ein besonderes Schmankerl sind die schattenseitigen Pulverschneehänge bei der vorgestellten Abfahrtsvariante.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 182 (Isarwinkel)
VerkehrsanbindungAuf der B13 über Bad Tölz und Lenggries zum Ausgangspunkt
Tipps
Über den Osthang. Bei ausgesprochen sicheren Bedingungen wird auch über den steilen Gipfel-Osthang vom Schönberg abgefahren, von wo man oberhalb der Amperthalalm auch noch auf die Hochplatte (oder gar noch zum Sonnberg; siehe Tour Sonnberg) weitergehen kann. Lohnend wäre auch ein Gegenanstieg zum Mariaeck. Firnschmankerl: Bei stabilem Firn wird hin und wieder auch vom Gipfel über die sehr steile Wiesenlichtung bis zur Höhe von etwa 1220 Metern abgefahren. Diese Variante verlangt eine hohe, aber sichere Schneelage und einen Gegenanstieg von 400 Höhenmetern.
Informationen
Höchster Punkt
Schönberg, 1620 m
Tourismusbüro
Lenggries, Tel.: 08041/5018–0 ; www.lenggries.de
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