Schneidjoch (1811 m)

Lange Fahrwege und unschwieriges, unerschlossenes Berggelände. Stille Skitour über große Entfernungen. Ab der Klausbodenalm landschaftlich sehr ansprechend mit schönen Skihängen. An einigen kurzen Stellen des Ampelsbachtals kann bei sehr ungünstigen Bedingungen Schnee in den Talgrund rutschen. Mitunter fallen auch Eiszapfen oder sogar Steinschlag herab.
Exposition: Alle Himmelsrichtungen / Lawinengefahr: Gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
8 km
860 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Anfangs fast eben nach Nordosten durch das Ampelsbachtal, das sich später etwas aufschwingt und zu einer schönen, aber schattigen Schlucht verengt. Nach etwa einer Stunde Anstiegszeit verzweigt sich der Fahrweg bei einer Bachbrücke. Dort geradeaus weiter, dem Radweg zur Ludwig-Aschenbrenner-Hütte (Gufferthütte) in geringer Steigung folgen und nach einer weiteren guten Viertelstunde auf einem Fußweg zur Hütte dahin.
Bald darauf knickt der Hüttenzuweg scharf links ab. Die Skiroute zum Schneidjoch führt geradeaus weiter und stößt zur malerisch gelegenen Klausbodenalm. Auf manchen Karten ist sie auch als Ludern- oder Luternalm bezeichnet. Von der Alm geht es durch eine prächtige Landschaft in schönem, lichten Wald nach Südosten und weiter oben durch ein Gewirr von Gräben, bis man in eine nach rechts ansteigende Waldlichtung abzweigen kann. Dort aus dem Wald heraus, über der Angernalm an einem Felsabsatz etwas steiler rechts vorbei und links von einer Erhebung in den Schneidjochsattel. Im Sattel rechts schwenken und über den breiten, mäßig ansteigenden Rücken schneidig zum Gipfel des Schneidjochs emporsteigen. Beim Gipfelausstieg zeigt sich die felsige Nordflanke des Gufferts besonders eindrucksvoll.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute geht es auch wieder hinunter. Im lichten Wald gibt es etliche bisweilen auch steile Abfahrtsvarianten. Leider ist die Straße im Ampelsbachtal über längere Strecken sehr flach. Bei g'führigem Schnee lässt sich die Abfahrt in einer Dreiviertelstunde schaffen. Sonst braucht man deutlich mehr Zeit. Doch das wollen wir nicht hoffen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied860 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktEingang in das Ampelsbachtal (Parkplatz der Gufferthütte; 950 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterAm Nordrand des Rofangebirges gibt es einen netten, relativ bescheidenen Tourengipfel, der zwischen Halserspitze und dem markanten Guffert eingebettet dasteht und wenig Beachtung findet. Nur ein paar Einsamkeitstouristen kommen hin und wieder mit Ski herauf. Dabei handelt es sich bei der Tour um ein landschaftliches Glanzstück mit schönen Wedelhängen, jedenfalls im gipfelnahen Bereich. Der weitaus längere Tourenteil verläuft auf einer langen, aber nicht unbedingt monotonen Forststraße, die steil genug ist, dass die Ski auch abwärts gut gleiten, wenn man richtig gewachst hat und einen g'führigen Schnee erwischt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee–Schliersee–Wendelstein)
VerkehrsanbindungBusverbindung von Jenbach oder Lenggries; mit dem Auto über Achenpass, Sylvensteinsee oder Achensee nach Achental; von hier auf guter Straße in Richtung Steinberg bis zum Ausgangspunkt
GastronomieLudwig-Aschenbrenner-Haus (Gufferthütte), liegt nicht unmittelbar an der Route
Tipps
Etruskische Felsinschriften. Am Berg gibt es eine beachtenswerte Sehenswürdigkeit, die aber normalerweise nur im Sommer zugänglich ist: die Steinberger Inschriften. Sie sind in einer Felsgrotte bei einem Quellheiligtum in etruskischer Schrift eingraviert und geben den Forschern noch immer Rätsel auf.
Informationen
Dauer 4.00 Std. ('3.15 Std. '0.45 Std.)
Unterkunft
Ludwig-Aschenbrenner-Haus (Gufferthütte)
Tourismusbüro
Achenseetourismus, Tel. +43(0)5246/5300; www.achensee.com
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