Schnappen, 1546 m

Nette Wald- und Wiesentour mit vielen Variationsmöglichkeiten. Bei geringer Schneelage Anstieg und Abfahrt auf Güterwegen möglich. Erstaunlich schöne Rundblicke.
Lawinengefahr: gering/mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
12 km
870 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Wiesenhof auf der Straße anfangs im Wald, dann in freien Hängen in vielen Kehren moderat ansteigend zur Wiesenalm hinauf. Von dort gegen Osten, zwischendurch relativ flach und an der Stubenalm nördlich vorbei. Hinter dem Zaun scharf links abbiegen und der Sommerwegmarkierung folgen. Sie steigt durch muldiges Wiesengelände nach Nordosten an und flacht etwas ab. In weitem Bogen geht es anschließend über einem Graben nach links, durch ein Gatter und in lichtem Wald nach Norden, zur Unteren Schnappenalm. Von dort sieht man schon die Kuppe des Gipfels. Geradewegs steigt man das letzte Stück zum höchsten Punkt hinauf. Bei geringer Schneelage oder lawinenbedrohlicher Situation biegt man in der Nähe der Stubenalm nicht nach links zum Sommerweg ab, sondern folgt dem Fahrweg nach Osten. In der Nähe des Kotierungspunktes 1190 Meter kann man eine weite Straßenschlaufe links abkürzen und erreicht weiter oben die kürzere Anstiegsroute, die oben beschrieben ist.
Abstieg.
Im Wesentlichen entlang der Aufstiegsroute. Bei guter Sicht kann man im weitläufigen Almbereich etliche Varianten auskundschaften. Schön, lohnend, aber im unteren Bereich etwas verzwickt wäre beispielsweise die Abfahrt von der Stubenalm zur Einwallalm und dann nach Norden durch einen Graben zum Fahrweg und damit zur Aufstiegsroute.

Exposition - überwiegend Südwesten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied870 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSchwendt, 702 m. Wiesenhof im Kohlental, 680 m
TourencharakterAls Wanderziel hat sich der Schnappen wegen der schönen Ausblicke in das benachbarte Kaisergebirge längst einen Namen machen können. Auch Mountainbiker kommen gerne vom Wiesenhof herauf und fahren über die Lackalm durch das lange Niederhauser Tal wieder herunter. Nur bei Skitourengehern ist der kleine Wald- und Wiesenberg noch keine Berühmtheit geworden. Es mag ja sein, dass gleich daneben im Kaisergebirge die aufregenderen Skigipfel stehen, aber im Hochwinter, wenn wir es mit meterhohem Schnee und erhöhter Lawinengefahr zu tun haben, kommt der Schnappen gerade recht. Wer vernünftig ist und bei höheren Gefahrenstufen am Fahrweg bleibt, braucht sich vor dem weißen Tod nicht zu fürchten, und bei stabiler Situation lassen sich etliche Abstecher in anspruchsvolleres Gelände – vor allem bei der Abfahrt – riskieren. Oberhalb der Waldgrenze, etwa ab der Stubenalm, bestechen großartige Fernblicke, die bei klarem Wetter bis weit in die Hohen Tauern reichen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50 000, Blatt 9 (Kaisergebirge)
Verkehrsanbindungvon Kössen über Schwendt oder von St. Johann in Tirol durch das Kohlental zum Ausgangspunkt; Linienbusverbindung
Gastronomiekeine Möglichkeit
Tipps
Bequemer Vorgipfel. Wer sich den unbequemen und skifahrerisch wenig lohnenden Gipfelanstieg mit einigen Gegenanstiegen sparen möchte, hört über der Oberen Schnappenalm am Punkt 1502 m auf.
Höchster Punkt
Schnappen, 1546 m
Unterkunft
keine Möglichkeit
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