Scheinbergspitze, 1926 m

Als nahezu lawinensichere und relativ schneesichere Tour wird die Scheinbergspitze im Hochwinter viel begangen. Besonders schön bei Neuschnee. Der Gipfel erfordert zusätzlich 150 Hm Anstieg (1/2 Std.). Der Gipfelgrat (evtl. Wechten) mit Klettersteigabschluss belohnt Geübte mit Rundsicht über die Ammergauer Alpen. (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
10 km
800 m
2.00 h
Aufstieg: Westwärts kurz auf einem geräumten Fahrweg Richtung Sägertal über die Linderbrücke, links ab (geradeaus Skitour zur Ammergauer Hochplatte) über die Sägerbachbrücke und südwestwärts hinauf zur dritten Kehre. Gerade ab, auf einem sich später verlierenden Karrenweg durch licht stehenden Hochwald aufwärts zum abgekürzten Fahrweg und auf diesem links zur Brücke über den Hundsfällgraben. Kurz dahinter rechts und auf einem Fahr-weg westwärts oberhalb des Grabens hinauf unter einen Schlag.

Links ab (Skizeichen; ca. 1360 m), südostwärts zu einem Rücken hinaufqueren und über dessen Kamm-Schneise westwärts aufwärts zum freien, aber lawinensicheren, schräg geneigten Hang des Vorgipfels (ca. 1780 m). Endpunkt bei hoher Lawinengefahr oder geringem alpinistischem Können.

Gipfel nur für Geübte

Per Ski südwestwärts queren und hinüber zum Fuß des Gipfelaufbaus. Zu Fuß über den rechten Sporn aufwärts zu einem schmalen Grat (evtl. Wechten), auf diesem südwärts und über Felsen an einem Drahtseil hinauf zum Gipfelkreuz (I).

Abfahrt: Entlang der Aufstiegsroute. Ab der Brücke über den Hundsfällgraben kann man auch den geräumten Fahrweg abfahren.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied800 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktEttal (877 m) 2 km hinter Linderhof rechtsseitiger Parkplatz mit Schild (Routenempfehlungen; 975 m)
TourencharakterObwohl die Scheinbergspitze skifahrerisch kein besonders interessanter Berg ist und ein Großteil der Liebhaber nicht mal auf den alpinen Gipfel steigt, sind hier die ganze Woche und den ganzen Tag über Skitourengeher unterwegs. Sie hat sich halt als relativ schneesicherer Früh- und Hochwinterberg eingebürgert. Auch eine meiner ersten Skitouren ging hier rauf, wobei mich der vereiste Abschlussaufschwung mit seinem damals lockeren Drahtseil mächtig Überwindung kostete. Dafür saßen wir im Gegensatz zu den Vorgipfel-Aspiranten in praller Sonne am höchsten Punkt, umschwärmt von schwarz glänzenden Kolkraben, die von unserer Brotzeit ihr Scherflein abhaben wollten. Die Abfahrt war damals ein schwieriges Unterfangen: Immerhin ging es über einen Rücken, auf dem die per Stemmschwung gefahrenen Böglein nicht allzu weit ausfallen durften. Obwohl – genug Bäume zum Bremsen gab es ja…
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Werdenfelser Land; Kompass-Wanderkarte 1:35000, Blatt 05, Oberammergau-Ammertal.
VerkehrsanbindungA95 Richtung Garmisch-Partenkirchen bis Autobahnende und weiter auf der B2 bis Oberau. Hier rechts ab nach Ettal, 1 km dahinter links ab und talein Richtung Linderhof/Plansee/Reutte.
Gastronomiekeine
Informationen
Variante für gute Abfahrer (bis über 35°, mäßige Lawinengefahr) - Am unteren Ende des schrägen Vorgipfelhangs direkt nach Nordosten zwischen einzelnen Bäu-men leicht rechts haltend hinunter in den Wald und etwas hakelig weiter bis zum Boden des oberen Hunds-fällgrabens. Rechts (ostwärts) zu einem südseitigen Fahrweg und diesem talaus bis zur Aufstiegsspur folgen. Weiter wie Aufstieg.
Höchster Punkt
Scheinbergspitze, 1926 m
Unterkunft
keine
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