Scheinbergspitze, 1926 m

Lange, nur im talnahen Bereich auf den Forstwegen etwas monotone, Skitour mit einem strammen und bei Vereisung gefährlichen Gipfelanstieg.
Lawinengefahr: gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
15 km
970 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz zur Forststraße hinunter und auf einer Brücke die Linder queren. Gleich hinter der Brücke links weiter und bei geringer Schneelage bis zum Hundsfällgraben auf dem Fahrweg weiter. Liegt viel Schnee, kann man den Straßenverlauf abkürzen, etwa auf der 1000-Meter-Höhenlinie die Straße nach einer Kehre links verlassen und auf einem Ziehweg durch den Wald moderat ansteigen. Kurz vor dem Hundsfällgraben vereinen sich die beiden Routenalternativen. Nach der Hundsfällbrücke nach rechts auf den Sommerweg abzweigen. Bisweilen ist dieser im unteren Bereich eisig. Dann leisten Harscheisen wertvolle Dienste. Gegen Westen auf dem Weg hinauf, bis die Route in eine Waldlichtung (auf Markierungsschild achten) links einbiegt. Durch eine deutlich steilere Schneise hinauf und an ihrem oberen Ende links abdrehen. Anschließend einen Waldhang queren und in einen Stockhang hinein. Nach dieser etwas mühsameren Routenetappe zu einem Höhenrücken, der den Scheinberg- und den Hundsfällgraben trennt. Nun geht es deutlich gemütlicher weiter, und bald kommt man aus dem Wald heraus. Dort zeigt sich der Gipfel von seiner schönsten Seite. Auf dem breiten Rücken in der gleichen Richtung weiter, vor der letzten Graterhebung endet normalerweise die Skitour. Wer noch nicht genug hat, kann den Mugel links umgehen und über einen bisweilen stark lawinengefährdeten Osthang noch ein gutes Stück zum Gipfelgrat aufsteigen. Bei guten Verhältnissen kraxeln mutige Bergfreunde am Gipfelgrat, das letzte Stück am Drahtseil, bis zum Kreuz hinauf.
Abstieg.
Es ist möglich, auf der Aufstiegsroute abzufahren. Lohnender und deutlich steiler geht es vom breiten Rücken auf etwa 1480 Metern Höhe links und über erstaunlich schneesichere Hänge in den Wald hinein, bis wieder rechts abdrehend der Hundsfällgraben erreicht ist. Ab dort entlang der Aufstiegsroute zum Ausgangspunkt zurück. Wer mit dem Gelände und seinen Bretteln gut vertraut ist, kann bei sicheren Bedingungen vom Skidepot nach Norden sehr steil in den Lösertalgraben abfahren. Dort findet sich oft Pulverschnee, aber diese Hänge sind keineswegs lawinensicher. Und man muss durch das lange Sägertal auf dem Fahrweg zum Ausgangspunkt zurückrutschen. Bei stumpfem Schnee wird man dort sogar schieben müssen.

Exposition - Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied970 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktScheinbergparkplatz (980 m) an der Fahrstraße durch das Graswangtal beim Eingang in das Sägertal
EndpunktScheinbergparkplatz (980 m) an der Fahrstraße durch das Graswangtal beim Eingang in das Sägertal
TourencharakterSchon seit Jahren wird das Auerhahnbiotop am Scheinberg konsequent geschützt, und sogar eine alternative Route ist markiert und beschildert worden. Deshalb sollte man den früher üblichen Aufstieg im Interesse des Naturschutzes meiden. Das gilt natürlich ebenso für die Abfahrtsvarianten südlich des Gipfelkamms, die zwar schön, jedoch stark von Lawinen bedroht sind. Auch der neue Routenverlauf bietet eine Fülle von Alternativen außerhalb des Lebensraums des vom Aussterben bedrohten Auerhahns. Der Gipfelanstieg selbst bleibt verwegenen Bergfreunden vorbehalten und kann nur ohne Ski bewältigt werden.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 4 (Füssen – Außerfern)
VerkehrsanbindungMit dem Auto ab Ettal durch das Graswangtal oder von Reutte über Plansee zum Ausgangspunkt
Tipps
Die Raben vom Scheinberg. Rund um die Scheinbergspitze wohnt ein Paar Kolkraben, das vor vielen Jahren ausgewildert worden ist. Die beiden lassen sich von Skitourengehern gerne füttern, was für ihre Art nicht typisch ist. Seit Jahren werden sie am Scheinberg und den Nachbargipfeln beobachtet, und jedes Jahr haben sie Junge, die, sobald sie erwachsen sind, das Weite suchen und die Lebensgewohnheiten behalten, die sie von ihren Eltern übernommen haben. Ornithologen sprechen von »futterzahmen« Kolkraben.
Höchster Punkt
Scheinbergspitze, 1926 m
Tourismusbüro
Ettal, Tel.: 08822/3534; www.ettal.de
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