Schafzöllen, 2399 m

Kurzer, aber steiler, ostseitiger Aufstieg mit bisweilen erheblicher Lawinengefahr. Nur bei stabilem Firn anzuraten.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz südöstlich der Staumauer neben der Straße zum nördlichsten Seespitz und dann nach Süden über die Mauer. An ihrem Ende von der Loipe rechts abzweigen, gegen Westen schütter bewaldete Hänge queren und ins malerische Mittertal hinein. Im Wesentlichen in der gleichen Richtung, also gegen Westen, weiter. Etwas gemütlicher wäre es, noch etwas nach Süden ins Mittertal anzusteigen und dann rechts abdrehend in die Osthänge des Schafzolls einzusteigen. Nun immer steiler mühsam über den steilen, aber breiten Hang hinauf, nahe an die nördliche Hangkante heran und die letzten Meter am Grat nach Südwesten zum Gipfel hinauf. Dabei erreicht man nicht den als Schafzöllen (oder Schafzoll) in der Karte mit 2399 Meter bezeichneten Punkt, sondern eine Grathöhe, die sogar ein paar Meter höher ausfällt.
Abstieg.
entlang der Aufstiegsroute

Exposition - Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied500 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortKühtai, 2017 m.
AusgangspunktAusgangspunkt - Staumauer des Speichers Längental, 1907 m
TourencharakterWenn nach kalten Nächten im März strahlender Sonnenschein zu erwarten ist, Frau Holle ihre Betten schon einige Tage nicht mehr gemacht hat und somit mit stabilem Schnee zu rechnen ist, steigen einige Firnspezialisten sehr früh aus den Federn. Sie wollen nämlich zum Schafzoll (oder Schafzöllen, wie er auf der österreichischen Karte offiziell heißt). Damit dieses Unternehmen nicht zu gefährlich wird, schieben sie die Ski schon den Berg hinauf, wenn es gerade hell wird. Wenn nämlich die kräftige Frühlingssonne voll auf die Osthänge scheint und den Schnee immer weicher werden lässt, sind diese Tourengeher längst wieder im Tal herunten. Am späten Vormittag ist die beste Zeit für die Rasse- aber Klasse-Abfahrt, auf der der Firn nur so rauscht.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 35 (Telfs – Kühtai – Sellraintal)
Verkehrsanbindungvon Zirl/Kematen durch das Sellraintal oder von Ötz herauf
GastronomieDortmunder Hütte, westlich von Kühtai
Tipps
Auf die Vordere Karlesspitze. Ein recht verwegenes Alternativziel über dem Mittertal ist die Vordere Karlesspitze, 2574 m. Zu ihr steigt man auf der östlichen Talseite bis unter das Hintere Kärle auf. Dort den Talgrund queren und steil in die unteren Hänge des Kars einsteigen. Weiter oben flacht der Hang etwas ab, bis man in den Kessel zwischen Hinterer und Vorderer Karlesspitze hineinkommt. Je nach den Verhältnissen entweder den stark geneigten, aber breiten Hang queren, indem man ihn voll ausnützt und nur wenig Spitzkehren anzulegen braucht, oder an die rechte Kante des Gipfelhangs halten. Jedenfalls kommt man auf eine noch steilere Gratschulter hinauf, die rechts des Gipfelhangs bis zum höchsten Punkt hinaufleitet. Die Abfahrt verläuft entweder entlang der Aufstiegsroute oder bei sehr sicherem Firn gleich nach den ersten Schwüngen unter dem Gipfel nach links und in das Steilgelände östlich des Gipfels hinein. Vorsichtig auf Geländeabbrüche achtend reiht man Schwung für Schwung in den meist prächtigen Firn, bis man wieder im Mittertal ankommt. Ab dort auf der Anstiegsroute ins Tal zurück.
Höchster Punkt
Schafzöllen, 2399 m
Unterkunft
Dortmunder Hütte, westlich von Kühtai
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