Ruderhofspitze

Lange Skihochtour über einen flachen Gletscher. Lawinengefhr: Der Hüttenanstieg kann bei tageszeitlichen Erwärmung zum Problem werden. Am Gipfelanstieg ist der Zustieg zum Alpiner Ferner lawinengefährdet. (Autor: Janina und Markus Meier)
30 km
2060 m
8.00 h
Zum Alpeiner Ferner.
Wie bei der Tour zum Wilden Hinterbergl (Tour Wildes Hinterbergl) gehen wir von Seduck in drei Stunden über die Oberisshütte (1742 m) zur Franz-Senn-Hütte (2149 m) und weiter, wie beim Hinterbergl beschrieben, durch den flachen Talboden und den anschließenden Steilaufschwung zum Alpeiner Ferner.
Zur Oberen Hölltalscharte.
Vom Beginn des Alpeiner Ferners wandern wir über den anfangs sehr flachen Gletscher direkt in Richtung des eindrucksvollen Gletscherbruchs. Davor drehen wir nach rechts ab und steigen über den nun steileren Gletscher in einem großen Rechtsbogen zum oberen Gletscherbecken. Hier drehen wir nach Süden in Richtung Obere Hölltalscharte. Wir überqueren, vorbei an den Ausläufern der Südlichen Wildgratspitze, den flachen Alpeiner Ferner bis zum Oberen Gletscherbruch. Diesen Gletscherbruch umgehen wir ebenfalls auf seiner rechten Seite und gelangen, zwischenzeitlich wieder recht flach, in die Obere Hölltalscharte (3247 m).
Zur Ruderhofspitze.
Auch wenn wir doch schon eine gewisse Zeit unterwegs sind, wird uns jetzt noch etwas Konzentration abverlangt, wartet doch nun der Gipfelgrat auf uns, der uns in einer Stunde zum Gipfel bringt. In der Scharte lassen wir unsere Skier zurück und steigen zu Fuß über den langen Grat in Richtung Gipfel. Der Südsüdwestgrat ist häufig überwechtet und bringt uns bis an den Gipfelaufbau, den wir über einen steilen Hang erreichen. Der Gipfelaufbau kann direkt erklettert werden, meistens führt die vorhandene Spur aber am oberen Rand des Gipfelfirnfeldes in eine Scharte am Ostgrat. Von dort gelangen wir unschwierig auf den Gipfel der Ruderhofspitze (3474 m) mit seinem schönen Kreuz. Die Aussicht ist wunderschön – wie es sich für einen so hohen Berg gehört. Gegenüber steht der eindrucksvolle Schrankogel, der zweithöchste Stubaier Gipfel. Hinter uns blitzen mit Zuckerhütl, Wilder Pfaff und Wilder Freiger die höchsten Stubaier Gipfel hervor. Ganz im Osten erkennen wir die Zillertaler Alpen mit dem markanten Olperer.
Abfahrt.
Vorsichtig gehen wir zurück zum Skidepot. Über den relativ flachen Gletscher fahren wir in den Talboden und lassen es (mit ein wenig Schieben) zur Franz-Senn-Hütte (2149 m) laufen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour30 km
Höhenunterschied2060 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
StartortSeduck
AusgangspunktSeduck (1472 m) im Obernbergtal
EndpunktSeduck (1472 m) im Obernbergtal
TourencharakterDie Ruderhofspitze ist der vierthöchste Gipfel der Stubaier Alpen und entsprechend begehrt. Im Sommer sehnt man schnell seine Skier herbei. Im Winter führt ein schöner, wenn auch sehr anspruchsvoller Anstieg von Süden direkt auf den Gipfel. Wir wählen den langen, aber deutlich leichteren Anstieg von der gemütlichen Franz-Senn-Hütte.
Hinweise
Gehzeit. Seduck–Oberissalm 1.30 Std., Oberissalm–Franz-Senn-Hütte 1.30 Std., Franz-Senn-Hütte–Alpeiner Ferner 2 Std., Alpeiner Ferner– Obere Hölltalscharte 2.30 Std., Obere Hölltalscharte–Ruderhofspitze 1 Std
KartentippAlpenvereinskarte 1:25 000, Blatt 31/1 Stubaier Alpen Hochstubai (Skitouren)
VerkehrsanbindungAnfahrt von der Ausfahrt Schönberg der Brennerautobahn über Neustift nach Milders und weiter bis Seduck. Wenige Parkmöglichkeiten in Seduck. Taxidienst von Neustift möglich
Gastronomie Franz-Senn-Hütte (2149 m), Mitte Februar bis Mitte Mai, Tel. 0043/(0)5226-22 18, www.franzsenn- huette.at
Höchster Punkt
Ruderhofspitze (3474 m)

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