Rotenkopf, 1685 m

Diese Tour wird höchst selten durchgeführt und verlangt deshalb harte Spurarbeit und eine gute Orientierungsgabe. Die Abfahrt durch einen Wald mit vielen umgestürzten Baumleichen macht nur bei üppiger Schneelage Spaß. Dafür ist das Lawinenrisiko ausgesprochen gering und man wird zudem mit Einsamkeit pur und unverspurten Schattenhängen belohnt.
Lawinengefahr: gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
7 km
900 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Bis zur Frauenmahd ist die etwas monotone Anstiegsroute identisch mit denen auf Wank und Hohen Fricken (Touren 14 und 15). Man steigt also von der Talstation der Wankbahn gegen Osten an, passiert den Wasserbehälter und geht auf der oberen Straße gegen Norden in den Wald hinein. Der Fahrweg, hier auch Skipiste, zieht relativ flach zur Daxkapelle hin und dreht in einer längeren Steilstufe nach rechts gegen Osten ab, ehe er bei der Frauenmahd wieder abflacht. Dann geht es eben weiter und in die freien Wiesen der Esterbergalm. Noch vor der Alm auf der Skipiste nach rechts in Richtung Wank schwenken und sich etwas links haltend über die Wiese auf das Transformatorenhäuschen am Waldrand zu. Rund 20 Meter links davon zweigt eine Wegspur in den Wald ab. Bei hoher Schneelage wird sie nur schwer zu erkennen sein. Auf ihr gegen Osten anfangs recht steil und hakelig hinauf, nach rund 70 Höhenmetern etwas bequemer im lichten Wald. Nun immer auf der Scheitelstrecke des breiten Waldrückens in der gleichen Richtung in wechselnder Steigung hinauf, bis sich weiter oben der Wald immer mehr lichtet und hin und wieder schöne Ausblicke frei gibt. In einer kleinen Waldlichtung auf 1662 Metern Höhe ist die Tour normalerweise zu Ende. Wer unbedingt auf den Gipfel selbst will, fährt von dort gegen Osten in den Sattel auf 1603 Metern ab, geht an der kleinen Hütte vorbei und steigt in der gleichen Richtung durch den Wald zum Rotenkopf auf. Viel ist dort oben allerdings nicht zu sehen, denn der Gipfel liegt mitten im Wald und skifahrerisch ist der Gipfelexkurs auch nicht besonders lohnend.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute

Exposition - Westen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied900 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz bei der Talstation der Wankbahn (740 m) in Partenkirchen
EndpunktParkplatz bei der Talstation der Wankbahn (740 m) in Partenkirchen
TourencharakterVom Wank aus zeigt sich im Osten ein langer, licht bewaldeter Hang, der von der Esterbergalm aus anfangs steil und dann immer moderater ansteigt. Beim Anblick dieser Hänge bin ich auf die Idee gekommen, diese als Skitour auszuprobieren - die Waldhänge waren so pfundig, dass mir mein Tourenkamerad mit Klage gedroht hat, wenn ich die Route veröffentliche! Dieses Risiko gehe ich ein und bleibe bei meiner Meinung, dass nicht nur wir den Rotenkopf als einen lohnenden Skitourengipfel genießen sollen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 5 (Wettersteingebirge – Zugspitzgebiet)
VerkehrsanbindungMit der Bahn nach Garmisch-Partenkirchen und zu Fuß oder mit dem Bus zum Ausgangspunkt; mit dem Auto auf der A95 (München – Garmisch-Partenkirchen) bis Eschenlohe und auf der B2 nach Partenkirchen und über die Zufahrtsstraße zur Talstation der Wankbahn bzw. bis zum Wasserbehälter
GastronomieEsterbergalm (1264 m)
Tipps
Ausweichziele. Findet jemand den Durchschlupf bei der Esterbergalm nicht, kann er immer noch auf den Wank oder den Hohen Fricken ausweichen.
Informationen
Höchster Punkt
Rotenkopf, 1685 m
Unterkunft
Esterbergalm (1264 m)
Tourismusbüro
Garmisch-Partenkirchen, Tel.: 08821/1807-00; www.garmisch-partenkirchen.de
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